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Salzburg - Kammermusik also: Im Mozarteum erhielt Heinz Holliger im Rahmen der Reihe "Salzburg Contemporary" und eines mehrteiligen Porträts Gelegenheit, seine musikalische Welt mit klein besetzten Werken zu skizzieren. Neben eigene Stücke stellte er Mozart, Schumann, Elliott Carter - und die Uraufführung eines Auftragswerks seines Oboenschülers Gustav Friedrichsohn.
So merkwürdig wie sein Titel sind auch die musikalischen Pfade, die der junge Komponist in From Darkness on a Shadowed Path für Violine und Viola beschreitet: Polyfone Verzahnungen mit reichlich romantisierender Aura stehen choralartigen Passagen gegenüber. Auch wenn Thomas Zehetmair und Ruth Killius dies innig und verhalten realisierten, schlüssig war das Stück nicht.
Leicht hingeworfen wirkten Holligers Drei Skizzen für Violine und Viola, musikantisch jeweils einer einfachen Grundidee nachspürend. Die Komplexität von Holligers 2. Streichquartett oder Carters Oboenquartett erreichen sie freilich nicht und streben das wohl auch gar nicht an.
Die Musik nicht mehr lebender Komponisten am Anfang und Ende des Konzerts machte den Abend zwar etwas gar lang, zeigte aber zum einen mit Schumann (1. Streichquartett) einen wesentlichen Bezugspunkt für Holliger als tief romantisch denkenden Komponisten und zum anderen erneut die Spielkultur des Interpreten:
Bei Mozarts Oboenquartett (F-Dur, KV 370) wollte er sich mit seinem süßen, fokussierten Oboenton freilich weniger dem kammermusikalischen Gefüge einordnen, sondern agierte ziemlich dominant. Und als Zugabe - mitten im Konzert, während eines Umbaus - reichte Holliger eine Miniatur von Carter nach, die ihm der 103-Jährige unlängst zugefaxt hatte.
Ein Stück des größten lebenden Komponisten sei das, bemerkte er launig, und ein Zeichen, dass die zeitgenössische Musik bei den Festspielen entgegen anderslautenden Meinungen nicht ganz tot sei. Sein Wort in Gottes und des Intendanten Ohr. (Daniel Ender, DER STANDARD, 17.8.2012)
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