Nach Unfall am Wiener Donaukanalufer: Twin City Liner fährt wieder

    17. August 2012, 10:28
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    Sieben Personen wurden leicht verletzt - Software-Fehler führte zum Abschalten beider Turbinen - Umweltorganisation fordert Abschaffung der Katamarane

    Wien - Der Twin City Liner, der Wien mit Bratislava auf dem Wasserweg verbindet, ist am späten Donnerstagnachmittag auf Höhe der Erdberger Lände 30 auf dem Donaukanalufer aufgelaufen. Sieben Personen wurden bei dem Vorfall leicht verletzt, zwei mussten ambulant im Spital behandelt werden.

    Turbinenausfall

    Der Grund für das Auflaufen war ein Software-Fehler, der zum Abschalten beider Turbinen geführt hat, teilte die Wien Holding am Freitag in einer Aussendung mit. "Im Normalfall würde auf einer geraden Strecke das Schiff problemlos auf den Wellen dahingleiten und langsam stoppen. Nachdem sich das Schiff allerdings in der Kurve des Donaukanals befunden hat, ist es am Ufer ruckartig gestrandet - mit ähnlichen Auswirkungen, wie sie bei einer Notbremsung in einem Bus oder der Straßenbahn auftreten", erklärte die Wien Holding.

    Weiterhin Tempo 30

    Ein derartiger Software-Fehler sei in den sieben Jahren, in denen der City Liner bereits auf der Donau unterwegs ist, zum erste Mal vorgekommen, wurde versichert. Auf dem betroffenen Schiff wurde die Software nun neu eingespielt. Inzwischen pendelt das Gefährt wieder zwischen Wien und Bratislava. In dem kurvigen Teil des Donaukanals darf weiterhin nur - wie seit gestern verordnet - Tempo 30 gefahren werden. Weiters werden die Passagiere nun angewiesen, in diesem Bereich auf ihren Sitzplätzen zu bleiben.

    Umweltschützer gegen Katamarane

    Die Wiener Umweltorganisation Virus fordert nach dem Crash Konsequenzen: "Diese Katamarane rasen in einer Weise durch den engen Donaukanal, dass die erzeugten Riesenwellen die Uferbefestigung komplett freilegen, dies weiter zu tolerieren ist unverantwortlich", sagt Sprecher Wolfgang Rehm.

    Er fordert eine Umleitung zur Anlegestelle bei der Reichsbrücke, die alle anderen vergleichbaren Schiffe benützen und verweist zudem "auf das noch grundlegendere Problem der mangelnden Eignung der in Skandinavien gefertigten Schiffstypen für die Befahrung der Donau in sensiblen Abschnitten". Die Katamarane würden "die Fischfauna im Nationalpark Donauauen beeinträchtigen, das gibt es sonst bei keinem anderen an der Donau eingesetzten Schnellboot", so Rehm. Virus fordert, die vorhandenen Twin-City-Liner aus dem Verkehr zu ziehen und durch geeignetere Schiffe ersetzen. (APA/red, 17.8.2012)

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      Nach dem Turbinenausfall fährt der Twin City Liner wieder.

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