Geistlicher spricht Fatwa gegen Gegner Morsis aus

16. August 2012, 18:01

Kairo - Geht es nach Scheich Ha shem Islam, einem Mitglied der Fatwa-Kommission der einflussreichen theologischen Hochschule Al-Azhar in Kario, so machen sich Kritiker der Muslimbrüder und von Präsident Mohammed Morsi des "Hochverrats" schuldig.

In einer Rede, die de facto als Fatwa (Lehrmeinung) angesehen werden kann, erklärte der Geistliche am späten Dienstagabend in Kairo, es könnte durchaus legitim sein, auch mit Gewalt gegen Morsis Gegner vorzugehen. Er bezog sich auf eine für den 24. August angekündigte Großdemonstration gegen das Staatsoberhaupt und die Muslimbrüder.

"Das ist eine Revolution, die sich auf schroffe Weise gegen die Demokratie und die Freiheit richtet", wurde Scheich Islam vom Internetportal Ahram Online bei einer Veranstaltung im Ägyptischen Diplomatischen Club zitiert. "Wer sich dem Aufstand des 24. August anschließt, wird gegen die Revolution des 25. Jänner (2011) sein." Und fügte hinzu: "Diese Personen begehen Hochverrat gegen ihre Nation, Gott, seinen Propheten und die Muslime."

Die Äußerungen sorgten in der ägyptischen Öffentlichkeit für Aufregung, viele sahen ihre demokratischen Rechte gefährdet. Friedensnobelpreisträger Mohamed ElBaradei sprach via Twitter von "religiösem Faschismus" und forderte, solche Geistliche sollten vor Gericht gestellt werden. (red, DER STANDARD, 17.8.2012)

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"Diese Personen begehen Hochverrat gegen ihre Nation, Gott, seinen Propheten und die Muslime."

Hochverrat gegen die Nation, na gut, da mag man sich noch was drunter vorstellen. Aber ansonsten, lieber Sheik, sollte dann nicht jener postulierte allmächtige Gott selbst (späterhin) dafür strafen? Braucht der dafür Hanseln wie Sie?

ElBaradei und ähnlich gesinnte Ägypter haben noch einen langen Weg vor sich, keine Frage. Hoffentlich wird er irgendwann zum Erfolg führen. Wobei das Beispiel Rußlands ("Pussy Riot" Urteil) auch nicht gerade Mut macht. Und man schaue in die USA. Religiöser Fanatismus, manche Menschen brauchen den wohl... (sogar, siehe USA, unabhängig von Bedarf als Opium gegen Armut oder Unterdrückung).

arabische staaten koennen mit kritik nicht umgehen, deswegen muss sie niedergeknueppelt werden, ganz egal wer an der regierung sitzt. eine kulturkonstante, die alle islamistischen jahreszeiten ueberleben wird.
weiter ausgeholt: wenn man sich kriminalitaetsstatistiken in islamischen laendern und von arabern in frankreich anschaut weiss man, dass die verrotteten mubarak gefaegnisse und die islamischen sitten schon auch was gutes haben. rechtssysteme muessen sich an die kultur anpassen, ein weiterer grund, warum arabische einwanderung in europa auch so gefaehrlich ist.
es ist eine andere kultur, in der sachen eben anders funktionieren als bei uns und wenn sie so funktionieren sollen wie bei uns, dann funktionieren sie gar nicht mehr.

Das Kernproblem ist, dass eine Kritik gegen Mohammed nicht erlaubt ist.

Dadurch ist jedwede Kritik untersagt, jede Schönheit, jeder Forschritt, jedes streben nach Höherem verboten.

Das Maximalziel ist Mohammed. Alles andere ist teuflisch und mit dem Tode zu bestrafen.

"eine kulturkonstante"

"es ist eine andere kultur, in der sachen eben anders funktionieren als bei uns"

So, nun frage ich mich, in welchem Zeitrahmen Kulturkonstanten von Ihnen dann doch als veränderlich gesehen werden, ohne ihr Wesen als Konstante zu verlieren.

War die Zeit von 1618-48 auch "bei uns"? Oder war das noch eine andere Kultur? Das nationalistische Tatara, mit der von 1914-18 auf Europas Schlachtfeldern die Jugend verheizt wurde, war das schon "unsere" Kultur? Und wie sollen wir, herrje, jene Zeit von - je nach Herkunft- 1933 oder 1938 bis 1945 einordnen? Und dann diese Aussplitterung, dann kann "uns" nicht mehr "europäisch" oder was auch immer sein, sondern halt nur "deutsch" oder "österreichisch".

Und ist El Baradei Teil der ägyptischen Kultur?

ich verwende einen anthropologischen kulturbegriff.
"uns" bezieht sich nicht auf die oesterreichische kultur, die mir unbekannt ist, sondern auf die europaeische auspraegung der modernen kultur. das beinhaltet politisch korrektes gutmenschentum und beraterfirmen und eine bestimmte einstellung zur leistung und zu geld usw usw, eben das was europa so ausmacht im positiven wie im negativen.
el baradei - mal unabhaengig davon, dass der mann an der iranischen atombombe schuld ist und ich ihn nicht mag - gehoert zur auspraegung der moderne in aegpyten, also dort zu einer ca 4% irrelevanten minderheit.

nach dem 1. weltkrieg haben wir ja nicht mehr die imperiale kaiserliche kultur gehabt.
mit dem oesterreichischen staendestaat sind auch seine werte verschwunden.
die heutige kultur im arabischen raum ist gekennzeichnet durch korruption, schlechte bildung, muell und armut, israel und usa hass. der islamismus ist der ersetzbare teil dieser kultur.
vor 30 jahren hat es so ausgesehen, als ob zb aegypten ein moderner staat wird. waere das passiert, waere dort die kultur durch eben die moderne kultur ersetzt worden. wenn eine kultur verschwindet verschwinden auch ihre konstanten.

"Das ist eine Revolution, die sich auf schroffe Weise gegen die Demokratie und die Freiheit richtet"

genau lieber scheich ha shem islam, genau solch gequirrlte scheiße, wie du von dir gibts, ist ein angriff auf demokratie und freiheit ...

Oi weh, jetzt fangen die dort auch schon mit Fatwas an...

schroffe Weise gegen die Demokratie und die Freiheit richtet

Den Tod eines Menschen zu legitimieren nur weil er anderer Meinung ist, das ist gegen Demokratie und Freiheit.

religöser spinner mit allmachtsphantasien...

wenn theokraten staatliche macht erlangen, landen demokraten zuerst im geistigen und später im irdischen kerker.

irgendwann werden die ägypter auch dieses götter-geschwätz satt haben und die fundamentalisten ähnlich wie mubarak aus amt und macht jagen.

inshallah, shalom, amen, ramen.

Nicht schlecht, Kritik, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit etc mit ein paar Sätzen abgeschafft. Herrlich diese Fundis...

das ging aber schnell

Frühling halt.

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