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"Terra Mater - Galápagos" auf Servus TV, mehr dazu hier.
Fernsehkonsumenten - das sind nicht nur Zuseher, sondern auch Zuhörer. Wir sehen Bud Spencer nicht nur, sondern lauschen auch begierig, wenn er sich - in deutschsprachigen Kanälen alias Wolfgang Hess - nach einer Schlägerei abkühlend in den Bart grummelt. Oder: Wir hören, wie Synchronsprecher Christian Brückner für Robert de Niro den z'wideren, in hohe Lagen kippenden Ton eines Schlitzohrs anschlägt, wenn es wieder einmal so weit ist. Dem "Dunkelgewerbe" der Sprechstimmen verdanken wir also entscheidende Erfahrungen.
Genauso charaktervoll sind heutzutage aber auch namenlose Erzählstimmen, insbesondere bei Dokumentationen. Immer mehr wird im Abspann (so es noch einen gibt) zwar auf den Ausweis der Sprecherrolle verzichtet, doch: Was wären beispielsweise Natursendungen wie Universum oder Terra Mater ohne die erdige, auf ihre eigene Art kosmisch hallende Stimme von Otto Clemens? Es ist, als würde - im Fall des Galápagos-Zweiteilers, derzeit auf Servus TV - der Ozean rund um die zweiundzwanzig Inselchen selbst zu uns sprechen.
Mit dem allgemeinen Trend zu Doku-Fiction und Docutainment haben Erzählstimmen generell an Deutungsmacht dazugewonnen. Die Stimmen sind heute mehr denn je wie gute Onkels zu uns. Sie berichten vertrauensselig von Stöberungsaktionen im nachbarschaftlichen Hausrat oder gelassen-witzig von abenteuerlichen Reisen über den Hindukusch oder eben von den Familienproblemen unter Riesenschildkröten auf Galápagos.
Letzterer wird sich Otto Clemens am nächsten Mittwochabend erneut annehmen. Wir hören den Pazifik schon rauschen ... (Margarete Affenzeller, DER STANDARD, 17.8.2012)
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führen mich immer zu der Frage: Warum reicht das, was zu sehen ist, nicht aus? Warum muss immer einer drüberquatschen? Womöglich noch zusätzlich mit drittklassiger Retortenmusik unterlegt? Wer braucht diese permanenten Oberlehrer?
Aber okay, ich verstehe auch nicht, warum Leute mit Audioguides durch Ausstellungen rennen, nichts mehr eigenständig sehen und betrachten, sondern sich berieseln lassen. Kürzlich ist mir das mit einem lieben Menschen passiert - anderthalb Stunden kein Dialog, weil der Mensch audioautistisch durch die Ausstellung zog. Da kann man eigentlich gleich allein ins Museum gehen.
Und nahezu alle wirklich guten Dokumentarfilme haben keinen Erzählergott - es sei denn, der Filmemacher spricht selbst zu den Bildern.
also ich bin schon bei ihnen - weniger ist definitiv mehr und etwas selbst zu entdecken ist ebenfalls gut und wichtig. andererseits kann kommentar auch sehr hilf- und lehrreich sein bzw die aufmerksamkeit auf dinge lenken, die einem sonst entgehen würden.
nachteil ist, dass ein kommentar nach möglichkeit unterschiedlichem wissensstand entgegenkommen muss. was für den einen selbstverständlich und längst bekannt ist, erweitert dafür des anderen horizont.
grade ein audioguide kann wesentlich mehr information transportieren als beschilderungen und zudem etwas beschreiben, das man gleichzeitig beobachten kann.
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