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Zwischen 2004 und 2010 sind in Deutschland die Krankheitstage wegen "Burn Out" um das 9-fache angestiegen.
Berlin - Ständige Erreichbarkeit, Überstunden, wechselnde Arbeitsorte und lange Anfahrtswege: Wachsende berufliche Flexibilität belastet laut einer Studie zunehmend die Psyche der Arbeitnehmer. Die Folge seien Erschöpfung, Kopfschmerzen, Niedergeschlagenheit und "Burn Out-Syndrom", wie aus dem neuen Fehlzeiten-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervorgeht.
Der am Donnerstag in Berlin vorgestellten Erhebung zufolge bekam mehr als jeder dritte Erwerbstätige in einem Zeitraum von vier Wochen häufig Anrufe oder E-Mails außerhalb der Arbeitszeit (33,8 Prozent) oder leistete Überstunden (32,3 Prozent). Auch Arbeit mit nach Hause zu nehmen (zwölf Prozent) oder an Sonn- und Feiertagen zu arbeiten (10,6 Prozent) stellt demnach längst kein Randphänomen mehr dar. Nahezu jeder achte Beschäftigte gab an, dass er Probleme mit der Vereinbarkeit von Arbeit und Freizeit hat (13,2 Prozent) oder wegen beruflicher Verpflichtungen Pläne für private Aktivitäten ändern musste (12,8 Prozent). Immer mehr Beschäftigte nehmen dem Report zufolge lange Fahrtzeiten zu ihrem Arbeitsplatz in Kauf. Je weiter dieser weg ist, desto höher ist die Zahl der Fehltage.
Insgesamt klagt mehr als jeder fünfte Befragte über Erschöpfung (20,8 Prozent) oder gab an, dass er in der Freizeit nicht abschalten kann (20,1 Prozent). Auch Kopfschmerzen (13,5 Prozent) oder Niedergeschlagenheit (11,3 Prozent) werden genannt. Um nahezu das 9-fache sind die Krankheitstage zwischen 2004 und 2010 wegen "Burn Out" angestiegen. Insbesondere Frauen und Menschen in erzieherischen und therapeutischen Berufen sind von davon betroffen. Der Report basiert auf einer Umfrage unter Beschäftigten sowie den Krankmeldungen von 10,8 Millionen AOK-Beschäftigten des vergangenen Jahres. (Reuters, derStandard.at, 16.8.2012)
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Wenn Du mit Herzproblemen in der Intensiv landest. Wenn Dir die Ärzte nach ein paar Tagen ins Auge schauen un Dir Deine Optionen für die Zukunft klarmachen. Wenn Du dich wochenlang wie Dein eigener Großvater fühlst. Wenn Du es Monate nicht schaffst, auch nur ein Buch fertig zu lesen. Wenn Dir nach wenigen Stunden konzentrierter Tätigkeit völlig der Saft ausgeht. Wenn Du nachts wach liegst um die fünfte oder sechste Version eines längst fälligen E-mails zu texten um all die Ausbeutung und Kränkung auszukotzen. Wenn Dein Therapeuth dich zum Heulen bringt mit einer simplen Frage. Wenn Du den Schock noch immer nicht überwunden hast, was Du alles zugelassen hast, was Du dir selbst zugefügt hast oder Dich zumindest nicht gut genug geschützt hast.
Wenn Du regelmäßig 60 Stunden und mehr ranklotzt. Wenn das Wochenende nicht mehr zum Durchatmen reicht. Wenn Du um drei Uhr in der Nacht im Hotel wieder mal nicht schlafen kannst und bis halb sechs schnell Deine dringendsten Mails erledigst. Wenn Du am Montag bereits KO bis. Wenn Deine Kinder im Kindergarten Kalender malen mit "Wann Papa wieder kommt". Wenn Du erkennst, dass Du keine Ehe führst, sondern eine Wochenendbeziehung mit einer allein erziehenden Mutter. Wenn Du an jedem zweiten Freitag am Nachhauseweg beinahe auf der Autobahn einschläfst. Wenn Dein Boss Deine Ziele nach oben korrigiert, während Du durch Deinen All-In Vertrag keinen Cent mehr kostest. Wenn Deine Reiseapotheke ständig wächst. Wenn Du nur Wochendende beim Arzt bist.
Und jetzt einmal eine Frage:
Was genau ist Burnout, wie wird es eindeutig diagnostiziert, was sind die eindeutigen wissenschaftlich gesicherten Symptome?
Wenn ich mir die hier beschriebenen Symptome so ansehe:
Erschöpfung: Erschöpft ist wohl jeder nach einem harten Arbeitstag.
Kopfschmerzen: Hat wohl fast jeder schon gehabt aus den unterschiedlichsten Gründen.
Niedergeschlagenheit: Dafür gibt es tausend gute Gründe, wenn etwas nicht so geht, wie man sich das vorstellt.
Harte Arbeit und wenig Freizeit haben auch viele.
Und was ist jetzt Burnout?
Antwort oben. Buchempfehlung: http://www.amazon.de/Der-ersch... 3701732663
Bei mir ist es noch viel schlimmer:
Ich habe ständig Herzklopfen und höre manchmal Stimmen. Die meiste Zeit des Tages leide ich an Schlaflosigkeit, und nachts bin ich so kaputt, dass ich nicht einmal mehr die Augen aufkriege. Meine ständige Appetitlosigkeit wird nur von gelegentlichen Heißhungerattacken durchbrochen, und mein Harndrang ist manchmal so stark, dass ich an nichts anderes mehr denken kann.
Der für mich schlüssigste weil objektive Nachweis für BO ist über die Herzratenvariabilität recht einfach möglich. Dabei sieht man, ob der Sympathikus an seiner Daueraktivierung (Stress, Anspannung,...) verschlissen ist und der Vagus aufgrund seiner Nichtbenützung (fehlende Entspannung, Erholung, Regeneration) sich verloren hat.
was mir völlig neu ist, dass das Nervensystem sich durch starke Benutzung verschleissen kann. Was mir auch neu ist, dass es möglich ist, lebensnotwendige Nerven wie den Vagus auch nur für wenige Sekunden nicht zu benutzen.
Oder war das gar nicht ernst gemeint?
Welche Studien empfehlen sie zu dem Thema?
aussagekräftig ist nur eine 24-Stunden-HRV-Messung, weil sie auch die Nacht beinhaltet, um zu sehen, ob man im Schlaf in der Lage ist, sich noch ordentlich zu erholen (=Vagus=RSA). Eine Burnoutgefährdung wird in erster Linie über den Vagus "verhandelt". Studien dazu gibt's inzwischen etliche Dutzend.
Manche Menschentypen brennen aus, wenn sie extrem flexibel sein müssen, und andere, wenn sie 40 Berufsjahre täglich zwischen 8 und 16 Uhr im selben Büro angenagelt sind.
Essentiell wichtig wäre halt herauszufinden, was man will, was man notfalls für eine gewisse Zeit akzeptieren kann und was man dringend ändern muss.
Leider bekommt heutzutage jeder, der "Burnout" halbwegs unfallfrei buchstabieren kann, bereits die entsprechenden Symptome. Aber zum Glück möchten die meisten Menschen, die glauben auszubrennen, nur hin und wieder durchbrennen, weil ihnen ihr Alltag zwischen den beruflichen Über- und privaten Anforderungen einfach auf die Nerven geht.(Abgesehen von denen, die glauben, "alles paletti", aber bereits am Zahnfleisch kriechen.)
der begriff "flexibilität" ist in diesem zusammenhang nicht bloß ein euphemismus, sondern menschenverachtende verhöhnung. denn es geht in wirklichkeit um unmenschliche arbeitszeiten und arbeitsbedingungen. außerdem funktioniert diese sogenannte "flexibilität" bloß einseitig: die arbeitnehmerInnen müssen gegenüber den arbeitgeberInnen "flexibel" sein - umgekehrt herum gilt das natürlich nicht. moderne sklaverei also.
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