Biotechnologie: Wifo sieht Nachteile für KMUs

16. August 2012, 16:19

Große Unternehmen demnach bei Patentanmeldungen und -durchsetzungen im Vorteil

Wien - Heimische Klein- und Mittelbetriebe (KMU) im Bereich Biotechnologie sind bei Patentanmeldungen gegenüber großen Unternehmen benachteiligt. Das zeigt eine im Auftrag des "Biopatent Monitoring Komitee" erstellte Studie des Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo). Noch relevanter dürften die Größenvorteile im Falle der Durchsetzung von Patenten sein - ein Thema, dem in Zukunft größere Beachtung geschenkt werden sollte, empfiehlt das Wifo.

Die Wifo-Studie wurde in dem kürzlich dem Nationalrat vorgelegten Bericht des "Biopatent Monitoring Komitees" veröffentlicht. Untersucht wurden darin die wirtschafts- und forschungspolitischen Implikationen der Umsetzung der EU-Biopatentrichtlinie im österreichischen Patentgesetz. Der Untersuchung zufolge hat jedes Biotechnologie-Unternehmen in Österreich im Schnitt 1,9 Erfindungen pro Jahr zum Patent angemeldet. Österreich liegt damit über dem europäischen Durchschnitt und hatte von 2007 bis 2009 einen Anteil an allen weltweit erteilten Biotechnologie-Patenten von 0,8 Prozent. Der technologische Vorteil für Österreich sei dadurch signifikant gesteigert worden, stellt der Bericht fest.

"Erhöhte Rechtssicherheit durch Biopatentrichtlinie"

Das Wifo kam weiters zum Schluss, dass die aufgrund eines zu umfassenden Schutzes geistigen Eigentums durch die Biopatentrichtlinie befürchteten negativen Auswirkungen auf die Wirtschafts- und Forschungstätigkeiten nicht eingetreten seien. Die Umsetzung der Richtlinie habe die Rechtssicherheit für Biopatente erhöht und damit auch Anreize für Investitionen geschaffen.

Der Bericht des Komitees sieht Österreichs Biotechnologie-Branche im "Aufschwung auf wissenschaftlicher wie auf wirtschaftlicher Ebene". Dies habe "dem Land einen prominenten Platz auf der europäischen Landkarte der Lebenswissenschaften verschafft". 2011 waren hierzulande 113 biotechnologische Unternehmen mit rund 11.000 Mitarbeitern tätig, von denen 7.300 mit biotechnologischen Tätigkeiten im engeren Sinn befasst waren. Der Umsatz der Unternehmen betrug 2010 etwa 3 Mrd. Euro.

F&E-Investitionen

Wie forschungsintensiv die Branche ist, zeigen die 173 Mio. Euro, die Biotech-Unternehmen 2010 in Forschung und Entwicklung (F&E) investiert haben. Rechnet man in diesem Bereich tätige Forschungsinstitute hinzu, die wie Unternehmen geführt werden, steigt die Summe der F&E-Ausgaben auf 608 Mio. Euro. Damit deckt der Biotech-Sektor mit nur 0,5 Prozent der Beschäftigten 12,5 Prozent der Unternehmens-Ausgaben für F&E ab.

Wie jung die Branche ist, zeigt das Durchschnittsalter der Unternehmen von sieben Jahren. Geprägt ist die Landschaft durch Klein- und Mittelbetriebe (KMU): Fast die Hälfte der Betriebe (46,8 Prozent) haben weniger als zehn Beschäftigte, 44,2 Prozent beschäftigen zwischen zehn und 50 Mitarbeiter. Der Frauenanteil in den Biotech-Betrieben ist mit 56 Prozent fast viermal so hoch wie im Durchschnitt aller forschenden Unternehmen.

Hintergrund

Das "Biopatent Monitoring Komitee" wurde 2005 nach Umsetzung der EU-Biotechnologie-Richtlinie eingerichtet. Es hat u.a. die Auswirkungen der Richtlinie auf verschiedene Bereiche wie Menschenrechte, Tiere, Pflanzen, ökologische Systeme, Konsumentenschutz, Landwirtschaft und Interessen der Entwicklungsländer zu prüfen. Hier wurden in dem nun vorgelegten Bericht - der bisher dritte des Komitees - keine negativen Auswirkungen registriert. (APA, 16.8.2012)

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Was für eine Überraschung ... </ironie>

Das Patentwesen, wo biologische Information patentiert werden darf (Gene), dient einzig und alleine den Konzernen.

Das wissen wir ALLE.

Geändert wird nichts weil die Politiker gerne mitschneiden.

Es ist aber ethisch eine Schweinerei - wer biologische Information patentieren kann versklavt ALLE Lebewesen.

Biologische Information muss, ohne Ausnahme, frei zugänglich sein. Für immer und ewig.

Ausser wir wollen Sklaven der Konzerne bleiben.

Falscher link zum Bericht im Artikel... Mensch...

http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/... ndex.shtml

"...dass die aufgrund eines zu umfassenden Schutzes geistigen Eigentums durch die Biopatentrichtlinie befürchteten negativen Auswirkungen auf die Wirtschafts- und Forschungstätigkeiten nicht eingetreten seien."

kann mir bitte jemand diesen satz eindeutschen?

ich bin zu verkatert und müde - schaff das beim besten willen nicht... danke!

ganz kurz: Die Biopatentrichtlinie ist super!

Biotechfirmen schaffen kaum arbeitsplätze

Keine Sorge, wenn ein Prozess einmal standardisiert und zertifiziert ist läuft er nahezu von selbst ab ohne menschliches zutun. Weiters ist im Bereich der Biotechnologie noch soviel zu erforschen dass auch KMUs ein sehr großes Potential haben, sofern sie anfängliche Investoren haben(Equipment ist nicht billig) aber wenn man das mal beisammen hat, ist es großartig für jeden Unternehmer in dem Berreich :)

Biotechfirmen schaffen kaum arbeitsplätze

und dennoch versucht man krampfhaft, immer mehr leute für wissenschaft zu begeistern...

Biotechfirmen selbst schaffen vllt kaum Arbeitsplätze

ABER es steckt auch sehr viel Logistik Marketing PR usw dahinter. Jede gegründete Firma ist ein Gewinn, und jede Firma die high tech Produkte anbieten kann, und so Geld ins Land holt ist großartig weil dieses Geld wieder Arbeitsplätze schafft, daher auch wenn Biotechfirmen eher weniger Arbeitsplätze schaffen so sind es qualitativ sehr hochwertige

wird sich keiner antun wenns nichts zu verdienen gibt, und dafür, daß die kmus nichts an ihren innovationen verdienen sorgen schon die konzerne

es sind also alle biotech KMUs insolvenzkandidaten? :)

Wenn sie auf den Exit - Verkauf an Börse oder andere grössere Unternehmen - hinarbeiten dann ja.

ein verkauf eines start ups und seine insolvenz sind aber nicht ganz das selbe. ersteres kann tw von vornherein beabsichtigt gewesen sein.

machstdusachen - große konzerne gefährden die freiheit der wissenschaft?

kann ja nicht sein;-)

http://www.youtube.com/watch?v=Z68kKZQNAKw

http://www.youtube.com/watch?v=PT7wsRjb5QE

"raumenergie" in dieser form (also im widerspruch zur thermodynamik) ist im besten fall SF und im schlechtesten (dem von dir gemeinten) absurde esoterik.

beschäftig dich doch ein wenig mit den grundlagen bevor du peinliche youtubevideos verbreitest.

Zur Raumenergie: Lebensenergie hat Gewicht - nachgewiesen

Die feinstoffliche Basis von Energie, Information und Zeit
http://www.youtube.com/watch?v=lOYYmKGKvMo

"lebensenergie" ist ein konzept, das durch wöhler bereits im 19. jh als falsch ausgewiesen wurde. ihre behauptung war also schon als unsinnig bekannt bevor man autos bauen konnte oder eingesehen hat, dass gewirbelte schnurrbärte nicht schick sind. ;)

naja, der 2. hauptsatz ist auch für die fisch, wie viele bereits vor langer zeit erkannt und bewiesen haben - turtur ist nur einer in einer langen kette von forschern, beginnend mit zamponi 1835 über tesla, schauberger, moray, baumann usw. denen die nutzung nichtthermischer felder zur energiegewinnung gelungen ist.

ist h-wozur? mittlerweile in der lage zu erklären, warum der zweite hauptsatz für die fisch ist? ich warte noch immer darauf und bitte etwas besseres als youtube ;)

höhö!

der standard-troll (wie passend), der die physik revolutionieren will... (im standard forum)

h-wozu? kann sicher erklären warum!? die genannten protagonisten konnten das nämlich nicht wirklich!

der zweite hauptsatz ist aber auch eine schwere nummer für verschwörungstheorethiker... ist ziehmlich gut bestätigt, aber h-wozu? hat ja ein paar namen genannt. sollte reichen ;) vorallem in der typischen reihenfolge wie sie bei google erscheinen bei so manchen "dokus"... zufall? (bestimmt, )
http://goo.gl/TQn7X

mir wären ja artikel aus reviewten journals lieber als schlecht gemachte youtubevideos. hast du sowas auch?

6 stunden youtubevideos... nein danke. eine vernünftige arbeit von wiedergut zu verlinken ist ja auch zu schwer.

ich wiederhole mich einfach!:"h-wozu? kann sicher erklären warum!? die genannten protagonisten konnten das nämlich nicht wirklich! "

(und um erinnerungslücken zu schließen, darauf bezieht sich die frage: "naja, der 2. hauptsatz ist auch für die fisch, wie viele bereits vor langer zeit erkannt und bewiesen haben..."

nur zur Info: es gibt keine thermischen Felder ;)

das kann man so nicht sagen...

... die erwärmte luft über einer heissen herdplatte zB könnte durchaus als thermisches feld durchgehen - oder?

oder vielleicht die viele heisse luft, die da tagtäglich von politikern, managern, h-wozu und sonstigen quacksalbern produziert wird?

;-)

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