Ausländische Akademiker an Jobs in Österreich wenig interessiert

16. August 2012, 14:08
  • Nur 222 ausländische Uni-Absolventen haben die Rot-Weiß-Rot-Card beantragt.
    foto: standard/cremer

    Nur 222 ausländische Uni-Absolventen haben die Rot-Weiß-Rot-Card beantragt.

Nicht einmal jeder fünfte Studienabsolvent aus dem Nicht-EU-Raum strebt einen Job in Österreich an

Wien - Für Akademiker scheint Österreich nur bedingt attraktiv zu sein. Nicht nur, dass österreichische Hochschulabsolventen überdurchschnittlich oft das Land verlassen - auch Ausländer, die in Österreich ihr Studium absolvieren, bleiben zumeist nicht hier. Besonders drastisch zeigt sich das bei den Uni-Absolventen aus dem Nicht-EU-Ausland. Nicht einmal jeder Fünfte strebt hierzulande einen Job an. Das zeigen die ersten Detailauswertungen zur Rot-Weiß-Rot-Card, die der "Presse" (Donnerstagausgabe) vorliegen.

Demnach haben im ersten Jahr nur 222 ausländische Absolventen die Rot-Weiß-Rot-Card beantragt, die den Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt ermöglicht. Zum Vergleich: Allein im Studienjahr 2010/11 haben 1.285 Drittstaatsangehörige ein Master- oder Diplomstudium in Österreich abgeschlossen. Dabei sollte gerade die Einführung der "Rot-Weiß-Rot-Card" am 1. Juli 2011 dem Schwund an ausländischen Jung-Akademikern entgegenwirken. Sie gilt aber nur für Master- und Diplomabsolventen, ein Bachelor ist zu wenig. Der erleichterte Zugang zum Arbeitsmarkt blieb den 681 ausländischen Bachelorabsolventen im Studienjahr 2010/11 daher verwehrt. Die Wirtschaftskammer fordert nun eine Änderung des Gesetzes. (APA, 16.8.2012)

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Die rot-weiß-rot Card ist sowas von lächerlich! Unter 30jährig benötigen ein Monatseinkommen von 2220 € brutto! Das ist selbst für Akademiker als Berufseinsteiger kaum erreichbar!

Ja, solange man Christen, Aleviten und Drusen mit guter akademischer Ausbildung und Berufserfahrung aus Syrien, Irak usw. als Asylanten einsperrt und sie nicht adäquat als Gastarbeiter arbeiten lässt.... sondern bestenfalls putzen oder Fisch putzen lässt... Um sie dann wieder heimzuschicken...

kann es Österreich ja wohl nicht so schlecht gehen!
Akademiker aus Marrokko (sogar aufgeklärte Laizisten) haben auch keine Chance. Gerade mal Spanier lässt man auf unseren Jobmarkt los, aber als EU-Bürger könnte man sie ohnehin nicht am Kommen hindern.

Welcher Top-Akademiker und Wissenschaftler lässt aus dem Ausland sich von unseren Visum- und Arbeitsberechtigungsbestimmungen frotzeln?????

Dann sollten sich diese qualifizierten Leute

aus den genannten Ländern auf normalem Wege bewerben und nicht um Asyl rufend aus dem Flieger hüpfen. Ich denke, das würde vieles in dieser Richtung erleichtern.

Wofür gibts diese Rot-Weiß-Rot-Card nochmal?

ganz genau!

Die Wirtschaftskammer fordert und

Sozialminister sowie Staatssekretär hupfen. Ein typischer Fall von unberechtigtem Lobbyismus für Lohndumping !

Akademiker sein macht einen Menschen, weder fleissiger, noch vertwoller, noch produktiver.

Oh doch, wenn du eine entsprechende Ausbildung hast, die schwer gesucht ist und im Inland einfach nicht besetzt werden kann...

Ich selbst bin auch Akademiker und lebe im Ausland und verdiene dadurch etwas mehr als in Österreich, aber ehrlich gesagt bin ich hierher wegen den hübschen Damen und nicht wegen dem Geld. :)
Ich habe irgendwie die Meinung ohne Nichtakademiker würde ein Staat im Müll versinken, die Kanäle würden überlaufen, öffentliche Verkehrsmittel würden stillstehen und Autos gäbe es auch keine zum Kaufen. Und natürlich hätten wir auch keine Lebensmittel, weil es keine Bauern/Gärtner mehr gibt. Jeder der Lebensmittel erzeugt sollte mehr verdienen als ich, tun sie aber nicht und das ist schlimm.

tja

ohne akademiker/gebildete fachleute wuerden sie nicht posten koennen und es gebe kein internet und die bauern haetten noch mit rinder geackert...aber ja...alles in einem haufen werfen und umruehren.

Sehr richtig erkannt. Stellt euch vor alle Akademiker Europas würden eine Woche lang streiken. Vielleicht würde an der Börse nicht spekuliert, Schüler blieben mal ohne Unterricht oder Reisende müssen bodengebundene Reisemittel verwenden. Kurz gesagt, die Auswirkungen wären überschaubar. Und nun stellt euch vor jeder Arbeiter Europas würde streiken. Nichts wird produziert, kaum Dienstleistungen, kaum Versorgung, kaum Wartung, und und und. Totale Pleite!

In vielen Bereichen steht zudem die Einkommenspyramide falsch herum. Diejenigen, die an der Front das Geld erwirtschaften, verdienen am wenigsten. Wieso? Ja gut, Qualifikation und so. Aber welcher Architekt kann für sein Werk gefeiert werden, wenn niemand einen Ziegel in die Hand nimmt?

Was weiters passiert wenn Akademiker streiken: Die Leute krepieren auf der Straße weil das Spital oder die Apotheken "zu haben" bzw. keine Medikamente hergestellt (oder falsch hergestellt) werden.

Eine Hand wäscht die andere, das sollte man nicht vergessen. Und natürlich möchte ich für meine höhere Qualifikation auch besser bezahlt werden. Warum sollte ich das sonst machen (OK, zugegeben, weil es geil ist im Labor Gott zu spielen, aber das ist eine andere Geschichte)

sowas hatte ich auch mal geschrieben... in der volksschule

Wer hat schon Lust in das letzte "Ostblockland" nach der Wende als potentieller Leistungsträger zu wechseln? Österreich ist hingegen das Paradies für Transferleistungsgewinner, Asylanten und Scheinasylanten.

Wenn man bspw. als Lehrer in Österreich nur 60% des durchschnittlichen Akademikergehalts verdient, welches wohl auch nicht üppig ist, dann wundert es mich nicht, dass es gerade in Grenznähe viele halt ins Nachbarland gehen. Denn sowohl in Deutschland als auch der Schweiz verdient man besser. Und wenn du in der Schweiz arbeitest und in Österreich lebst, dann ist das Gehalt gleich noch viel besser.

Akademiker in Österreich

Generell hat Österreich eine niedrige Akademikerquote, "so gescheit sein" ist nicht wirklich gefragt. Ich nehme nun einen realen Vergleich, aus meinem unmittelbaren eigenen Umfeld:

Wir waren 7 enge Studienfreunde, Ende der Siebziger.
4 davon (einer davon war ich) sind Österreich treu geblieben.
3 sind nach Deutschland gegangen, haben dort gute Jobs bekommen.
Quote also gerade einmal 4:3.

Meine 2 Söhne haben auch studiert, ab 2004.
Einer ist in Wien geblieben.
Der zweite arbeitet in Basel.
Quote also 50:50.

Was lernt man daraus ?
Ist es nun schlecht, wenn unsere hellen Köpfe auch ins Ausland gehen ?
Schaffen sie damit nicht ein gutes Image für Österreich ?
Es geht immer um das Gesamtresultat - für Alle !

Es fängt schon damit an,

dass jedes Land Akademiker anders zählt.

was lernt man daraus? dass du von statistik keine ahnung hast, weil die von dir praesentierten zahlen sind nicht signifikant. :D

Wenn unsere eigenen Leute weggehen ist es oft

gut und oft nicht.

Was bei den ganzen Ausländern übersehen wird die hier studiert haben: Die haben sich hier einen Freundeskreis aufgebaut und zurück zu Hause werden daraus oft geschäftliche Kontakte.

Dass bringt oft tolle Aufträge, die vor allem für so ein exportorientiertes Land wie Österreich unheimlich wichtig sind.

Und die Ausländer die hier studiert haben und hierbleiben können ebenfalls oft als Türöffner für ihre Länder fungieren.

Nutzen muss man halt diese Möglichkeiten ...

Bei meiner Verwandtschaft ist es ähnlich. Ca. 1/3 derjenigen die studiert haben, hat das Land bereits verlassen und ein weiteres Drittel überlegt bereits.
Die Steuerlast und die geringen Gehälter für Akademiker sind einfach ....

ich bin auch schon vor 15 Jahren weg.

Wundert mich nicht bei dieser Steuerlast.

In der Schweiz ist nur ein Bruch fällig, bei wesentlich höheren Löhnen.

Leistung

ist in Österreich ein Schimpfwort.
Und die Gehälter sind sehr niedrig, so man es sich nicht "richten kann".

Beispiel

In Österreich verdient man etwa als Jurist halb so viel wie in Deutschland, in anderen Bereichen ist es ähnlich. Zudem ist es für einen ausländischen Absolventen schlicht schwer, in Österreich einen Job zu finden, weil diese ganz überwiegend nach Parteizugehörigkeiten und nicht nach Qualifikation vergeben werden.

Warum auch?

Warum sollen hochqualifizierte junge Menschen ihr Wissen einem Hochsteuerland zukommen lassen, in dem ihnen als " Ausländer " immer das Gefühl vermittelt wird, unerwünscht, bestenfalls geduldet zu sein.

Unerwünscht sind sie dann, wenn sie die lokalen Grundwerte nicht akzeptieren und es sich in der "sozialen Hängematte" gemütlich machen.

Bezüglich Hochsteuerland: Wie, glauben Sie, kommt die hohe Lebensqualität in Österreich zu stande, wenn nicht durch steuerfinanzierte, gemeinschaftliche Leistungen (Gesundheitsssystem, Verkehrsinfrastruktur, etc.)?

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