Spittaler Vizebürgermeister und vier Gemeinderäte folgen Stronach

Zahlreiche Absagen - Spittal: Vizebürgermeister, vier Gemeinderäte und fünf Ersatzgemeinderäte aus SPÖ ausgetreten - Köfer will nicht in gleicher Partei wie Werner Königshofer sein

Wien/Brüssel - Nach Spittals Bürgermeister Gerhard Köfer, wechselt nun auch sein Vize Harmut Prasch von der SPÖ zu Stronachs Partei. Das berichtet meinbezirk.at. Im Gespräch mit derStandard.at sagte Köfer, dass neben Prasch auch vier SP-Gemeinderäte und fünf Ersatzgemeinderäte zu Stronach wechseln wollen. Namen wollte er keine nennen. Morgen, Freitag, werde er Frank Stronach nach Spittal an der Drau kommen, um mit ihm Details zu besprechen.

Zu allen weiteren Personalgerüchten wollte Köfer nicht kommentieren. Nur mit einem Parteikollegen wie dem aus der FPÖ ausgeschlossenen Werner Königshofer könne er sich nicht anfreunden: "Ich möchte keinen Tag in der gleichen Partei sein, wie Königshofer", so der Spittaler Bürgermeister.

Eine Kandidatur der ehemaligen steirischen Landeshauptfrau Waltraud Klasnic (ÖVP) für Frank Stronach steht nicht zur Debatte. Entsprechende mediale Spekulationen wies ein Sprecher Klasnics am Donnerstag gegenüber der APA zurück. Ebenfalls kein Interesse an Stronachs politischem Projekt hat der parteilosen Europaabgeordneten Martin Ehrenhauser. Ausgeschlossen hatte einen Wechsel auch schon der ebenfalls in der Gerüchte-Börse gehandelte stellvertretende BZÖ-Klubobmann Peter Westenthaler.

"Nicht von Interesse"

Klasnic sei nicht gefragt worden, stehe für eine Kandidatur auch nicht zur Verfügung, sagte deren Sprecher am Donnerstag gegenüber der APA. Ehrenhauser sagte gegenüber der APA, Stronachs Projekt sei für ihn "sicher nicht von Interesse". Österreich brauche zwar eine neue politische Bewegung, diese sollte aber eher von unten wachsen wie etwa die Piratenpartei in Deutschland, sagte Ehrenhauser. Stronach verfolge als Unternehmer und Milliardär auch Partikularinteressen. Dies widerspreche einer am Gemeinwohl orientierten Politik, so Ehrenhauser.

Westenthaler, der bereits für Stronachs Firma Magna gearbeitet hatte, hatte bereits am Mittwoch zu den "falschen Spekulationen" erklärt, er sei mit Stronach "seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden" und habe "großen Respekt vor seinen Leistungen und Verdiensten". Er habe aber "schon mehrmals betont, dass ich nicht für eine neue Partei kandidieren werde, da meine Lebensplanung dies nicht vorsieht."

Steuerflüchtling im Steuerparadies Schweiz

Kritik an Stronach übte am Donnerstag auchOberösterreichs SPÖ-Landesparteichef Josef Ackerl. "Leute wie Stronach, einer, der bei uns keine Steuern zahlt und primär an sein eigenes Geschäft denkt, die sind keine Rettung", so der SP-Landeschef in den "Oberösterreichischen Nachrichten".

(mte/APA, 16.8.2012)

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