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vergrößern 1000x693Klatscht ab: Teamchef Marcel Koller.
vergrößern 1000x732Verlässlicher Rückhalt: Robert Almer.
vergrößern 1000x521Mitunter unterhielten sich die türkischen Fans selbst.
Wien - So soll ein Fußballspiel beginnen: Das österreichische Nationalteam begrüßte am Mittwochabend vor 23.500 Zuschauern im Happel-Stadion das türkische und war überhaupt nicht gastfreundlich. Teamchef Marcel Koller hatte zwar "aggressives Pressing" als Devise ausgegeben, aber damit war wirklich nicht zu rechnen.
2. Minute: Die Offensivabteilung setzt die türkische Defensive unter Druck, Tormann Günok wird panisch, legt den Ball Veli Kavlak auf. Und der schupft ihn aus ungefähr 20 Metern wunderbar zum 1:0 ins Netz. Besiktas-Legionär Kavlak hat türkischen Migrationshintergrund, er bejubelte seinen ersten Länderspieltreffer innerlich.
5. Minute: Solospitze Martin Harnik wird perfekt freigespielt (Musterbeispiel fürs Umschalten von Defensive auf Offensive), Günok begeht in höchster Not das Foul. Andreas Ivanschitz verwandelt den Strafstoß staubtrocken zum 2:0 (6.). Danach wachten die Türken allerdings schon auf, sie hatten mehr Ballbesitz, einen Weitschuss von Hamit Altintop entschärfte Keeper Robert Almer bravourös (19.). Das österreichische Spiel geriet phasenweise ins Stocken, bei einer 2: 0-Führung ist Nachsicht aber fast verpflichtend. Sebastian Prödl verhinderte mittels Sliding-Tackling das Anschlusstor (30.). Nicht uninteressant war, dass Kapitän Christian Fuchs links im Mittelfeld werkte, gewöhnlich bildet er den linken Teil der Viererkette. Das war Markus Suttner vorbehalten.
Nach der Pause ist nichts Wesentliches mehr passiert, kurz vor Schluss stürmten fünf übermotivierte türkische Fans das Spielfeld. Zuletzt hat Österreich vor 24 Jahren gegen die Türkei gewonnen. Und Veli Kavlak: "Es war ein hartes Stück Arbeit. Aber wir hatten schon Linie im Spiel."
Dieses Spiel hat eigentlich ungefähr sechs Stunden vor Anpfiff begonnen. Mit einem Eklat oder auch einer Posse, je nach Belieben. Denn Paul Scharner haute am frühen Nachmittag aus dem Teamhotel in der Wiener Innenstadt ab. Und das kam so: Der 32-jährige HSV-Legionär, der Bescheidenheit strikt ablehnt, forderte von Koller eine Schlüsselrolle gegen die Türkei und in der gesamten WM-Qualifikation. Die wurde ihm vom Schweizer nicht zugestanden (warum sollte der auch?). Koller: "Paul hat zuletzt zweimal von Beginn an gespielt. Gerade in der Innenverteidigung haben wir einige Möglichkeiten, weshalb ich gegen die Türkei etwas anderes probieren wollte. Da er dies nicht akzeptieren konnte, hat er sich entschlossen, nach Hause zu fahren. Das war's dann." Sportdirektor Willi Ruttensteiner: "Wer nicht bereit ist, sich auf die Ersatzbank zu setzen, hat im Team nichts verloren."
Damit muss Scharner, der jetzt gar keine Rolle mehr hat, nun leben. Es bleibt bei 40 Länderspielen und null Toren. Koller ist eine Sorge los, es gibt kein Überangebot an Innenverteidigern. Scharner ist immer wieder verhaltensauffällig gewesen. 2003 verweigerte er bei der Austria seine Einwechslung ins rechte Mittelfeld, Trainer war damals Joachim Löw. 2006 beendete er die Teamkarriere, der ÖFB und die Mannschaft seien unfähig, meinte er sinngemäß. Vor der EURO 2008 wollte er zurück, Josef Hickersberger sagte: "Sicher nicht." 2011 bot sich Scharner als Nachfolger von Dietmar Constantini an (Spielertrainer). Dann kam der 15. August 2012. Sein Mentalcoach Valentin Hobel mutmaßte: "Wenn Paul entwertet wird, macht er nicht mit."
An 15. August ist der entwertete Scharner überhaupt nicht abgegangen. Das gilt aus heutiger Sicht auch für den 11. September. Die WM-Quali geht los, Deutschland kommt. Die Deutschen bleiben Favorit. Das hat mit Scharner nichts zu tun. (Christian Hackl, DER STANDARD; 16.8.2012)
Österreich -
Türkei 2:0 (2:0)
Wien, Ernst-Happel-Stadion, 23.500, SR Jan
Valasek (SVK).
Tore: 1:0 (2.) Kavlak, 2:0 (6.) Ivanschitz (Foulelfmeter)
Österreich: Almer - Garics, Prödl, Pogatetz, Suttner - Baumgartlinger (90. Pehlivan), Kavlak - Ivanschitz (62. Jantscher), Junuzovic (72. Leitgeb), Fuchs (84. Burgstaller) - Harnik (72. Okotie)
Türkei: Günök (46. Zengin) - Hamit Altintop, Kaya (63. Irtegün), Erkin, Toprak - Inan (60. Topal), Belözoglu (60. Sahin) - Bulut, Turan (46. Torun), Sararer - Yilmaz (46. Erdinc)
Gelbe Karten: Baumgartlinger, Prödl bzw. Günök
Stimmen
Marcel Koller (Teamchef Österreich): "Das gibt Selbstvertrauen, wir haben aber noch nichts erreicht. Wir sind auf einem guten Weg und haben noch einen weiten Weg vor uns. Wir werden jetzt nicht überheblich. Der Vorteil war, dass wir so früh in Führung gegangen sind und ein bisschen aus der Defensive heraus arbeiten konnten. Die Führung war wichtig, weil wir gewusst haben, dass die Türkei sehr stark ist. Mein Team hat gut dagegengehalten. Der eine oder andere ist aber noch nicht voll im Schuss. Wir hoffen, dass wir in ein paar Wochen schon ein bisschen weiter sind. Die Türken haben gutes Pressing gemacht. Teilweise gab es von unserer Seite zu viel Hektik und es war keine Ruhe drinnen, das haben wir zur Pause angesprochen."
Veli Kavlak (Torschütze Österreich): "Das war ein hartes Stück Arbeit. Wir sind froh, dass wir gewonnen haben. Wir haben gut dagegen gehalten, guten Fußball gespeilt und schlussendlich auch verdient gewonnen. Beim Tor hatte ich nicht viel zeit nachzudenken, ich habe den Fehler des Tormanns registriert. Die Türkei ist die Heimat meines Vaters. Ich bin froh, dass ich das Tor gemacht habe. Jetzt kommt Deutschland, wir sind gewappnet."
Abdullah Avci (Teamchef Türkei): "Das Spiel hat sehr schlecht für uns begonnen, aber wir haben in gewissen Phasen gut gespielt und haben einige gute Chancen vergeben. Wir werden unsere Lehren aus diesem Spiel ziehen."
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Das Happel-Stadion wird bei der mehr als vorentscheidenden Partie des Teams am 7. Juni mit knapp 50.000 Menschen gefüllt sein
Das 2:2 in Irland könnte, muss aber nicht Goldes wert gewesen sein. Für Teamchef Koller bleibt der Weg zur WM nach Brasilien "verdammt hart". Die Nation glaubt an ihre Fußballer, am 7. Juni steigt in Wien gegen Schweden das erste Finalspiel
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Legionär ortet "Bayern-Mentalität" im ÖFB-Team - Koller und Alaba vor WM-Quali-Duell mit Färöern am Freitag eindeutig zuversichtlich
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zum patriotismus-thema: da wird in guter österreichischer manier die sinnlos-debatte über das hymmnensingen aus deutschland importiert, und dann werden im stadion nationalflaggen mit brauereilogo statt bundesadler verteilt?
nicht dass es mich stören würde, aber irgendwie fällt es auf dieser basis schwer sich über mangelnden patriotismus aufzuregen, wenn der verband die flagge an einen sponsor verkauft - in andern ländern wär das strafbar....
(ich will hier nicht mehr patriotismus einfordern, sondern aufzeigen, wie absurd das theater um die hymne is...irgendwie ists ja auch beruhigend, dass das ganze offenbar nicht so ernst genommen wird...)
Ich hab erst eingeschalten, als die Österreicher zur Hymne dastanden, die Schultern umschlungen....ich mußte zunächst studieren wer das sein könnte.
Junuzovic kann froh sein, dass Maierhofer und Janko nicht dabei waren, und ihn in der Mitte gehabt hätten....er wär beim Schulterschluss in der Luft gehangen :-))
bin nur froh, dass pauls theater noch vor den wm-qualispielen passiert ist! finds natürlich traurig, dass er so einen abgang hinlegt, aber besser jetzt als in entscheidenden momenten. trotzdem alles gute beim hsv....und nicht gleich die koffer packen, wenn einmal auf der ersatzbank gesessen werden muss.
Guter Text. Ein Koller ist kein Constantini, aber ein Scharner ein Scharner
http://www.90minuten.at/index.php... n-scharner
gibts was neues in der causa leitner?
sammer, sein großer förderer, ist ja nun weg vom dfb.
die konkurrenz auf der 6/8 ist in ger ja auch riesig (gündogan/schweinsteiger/kroos/neustädter/bender/khedira).
bei uns hätte er deutlich größere chancen (alaba/kavlak/pehlivan/baumgartlinger/holzhäuser irgendwann mal und kein scharner mehr).
und ein zentrales def mf mit alaba und leitner... *zungeschnalz*
auch wenn er sagt er will beim dfb bleiben..solange er noch kein a-spiel gemacht hat, sollte sich koller um ihn bemühen! nutzt nix schads nix
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