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Washington - Die US-Bevölkerung hat eine für Mathematiker wichtige Zahl erreicht: Um 20.29 Uhr MESZ lag sie am Dienstag (Ortszeit) laut Statistik bei genau Pi mal 100 Millionen, das heißt 314.159.265 Einwohnern. "Dies ist ein einzigartiges Ereignis", erklärte der Chef des US-Statistikamtes, Howard Hogan. Pi ist eine mathematische Konstante und beschreibt das Verhältnis zwischen dem Umfang eines Kreises zu seinem Durchmesser. (APA, 15.8.2012)
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das kann ja nicht wahr sein, dass dieses "ereignis" jemand ernsthaft als einzigartig bezeichnet.
noch dazu, wo niemand weiß, wie viele menschen wirklich zu einem bestimmten zeitpunkt in den usa leben. das ist eine reine statitsische aussage und hat mit der wirklichkeit wenig zu tun.
und selbst wenn: was soll daran besonders sein, wenn die bevölkerung zufällig ein rundes vielfacjhes irgendeiner konstante wird?
1790 3,929,214
1800 5,236,631
1810 7,239,881
1820 9,638,453
1830 12,866,020
1840 17,069,453
1850 23,191,876
1860 31,443,321
1870 38,558,371
1880 49,371,340
1890 62,979,766
1900 76,212,168
1910 92,228,496
1920 106,021,537
1930 123,202,624
1940 132,164,569
1950 151,325,798
1960 179,323,175
1970 203,211,926
1980 226,545,805
1990 248,709,873
2000 281,421,906
2010 309,162,581
2012 estimate 314,174,000
Um 1800 waren die USA noch ein Zwerg, 1872 bereits die größte Volkswirtschaft der Welt und ab den 1880er Jahren bevölkerungsmäßig das größte Land der westlichen Welt. Seit 1900 sind die USA um den Faktor 4,13 gewachsen, allein seit 1990 nahm die Bevölkerung um 65 Mio. zu! Bis 2050 dürften weitere 100 Mio. hinzukommen.
Es ist äußerst beachtlich für ein westliches Land, seit 1900 demographisch im Weltdurchschnitt gewachsen zu sein. Dass wird besonders deutlich, wenn man das zeitgleiche Wachstum europäischer Staaten zum Vergleich heranzieht. Großbritannien wuchs seither von 43 Mio. auf 62 Mio., Frankreich von 39 Mio. auf 63 Mio., Italien von 33 Mio. auf 60 Mio., Belgien von 6,6 Mio. auf 10 Mio. und Deutschland von 56 Mio. auf 82 Mio.
Damit ging natürlich ein entsprechender Machtverlust einher. 1870 lagen die USA, Frankreich und Deutschland mit jeweils etwa 40 Mio. Einwohnern noch gleichauf. Heute sind die beiden Letztgenannten verglichen mit den USA zu Zwergerln geworden.
daran ist doch weder etwas besonderes, noch etwas ungewöhnliches zu erkennen.
es ist ja keine kunst, in einem weitgehend leeren land ein hohes bevölkerungswachstum zu stande zu bringen, vor allem durch zuwanderung.
in wirklichkeit leidet die menschheit ja inzwischen nicht an zu wenig, sondern an zu vielen menschen.
Nordamerika war ein fast leerer Kontinent (und ist auch heute noch viel spaerlicher besiedelt verglichen mit Europa). No-Na kann dort das Bevoelkerungswachstum nicht vergleichen mit Europa, wo es seit tausenden Jahren bluehende Zivilisationen gibt. Das ganze war selbst vor ueber 100 Jahren so offensichtlich, dass Mark Twain die Bevoelkerungsentwicklung der USA ueber viele Jahrzehnte hinweg ziemlich genau voraussagen konnte.
Ich brauch hoffentlich nicht dazu sagen, dass man die Bevoelkerungsentwicklung Asiens auch nicht mit Europa vergleichen kann. China und vor allem Indien waren jahrhundertelang wirtschaftlich kein Gegner. Geringe Wirtschaftsleistung und Wohlstand fuehrt immer zu groesseren Geburtenraten.
Als ob es nicht höchst beachtlich wäre, dass ein "geschichtsloser", barbarischer Kontinent praktisch aus dem Nichts innerhalb von nur zwei Jahrhunderten zum der alten Welt wirtschaftlich und demographisch ebenbürtigen Großraum aufsteigt! Die Fähigkeit, auf Abermillionen Menschen (bis heute!) eine ungeheure Anziehungskraft auszuüben, muss erst einmal entwickelt werden. Ansonsten hätte das Projekt Amerika so "erfolgreich" enden können wie der zeitgleich oder sogar früher eroberte pazifische Osten Russlands...
Es gibt kein Naturgesetz, wonach Menschen automatisch aus dichter besiedelten Räumen in solche mit geringer Siedlungsdichte strömen würden. Sibirien und der russische Pazifikraum wurden nie wirklich erfolgreich besiedelt. Die Mongolei blieb ebenso menschenleer. Nach Australien, Kanada oder Argentinien war der Einwandererzug sehr beachtlich, aber eben immer noch weit unter US-Niveau. Es kommt darauf an, attraktive Bedingungen für Einwanderer zu schaffen - von alleine passiert nichts.
"Egal" ist der Aufstieg der USA nicht, da Europas Stellung als unanfechtbares Haupt der Menschheit dadurch irreparabel erschüttert wurde. Keine europäische Großmacht hätte nach dem Bürgerkrieg geglaubt, dass dieses Land das mächtigste der Erde werden würde.
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