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Gartenpflanzen gelten erst dann als verstorben, wenn sie nach mindestens drei Jahren im Hospiz keinen neuen Trieb mehr zeigen.
Traurig stapft die Gruppe Menschen hinter dem Sarg einher. Die Häupter gesenkt, der Blick zu Boden und erschüttert angesichts der wieder einmal bewusst gewordenen Endlichkeit des Lebens. Wenn wir Menschen sterben, dann beginnt relativ schnell ein Verfaulprozess abzulaufen. Wir zerfallen saftelnd und stinkend in jene Bestandteile, aus denen wir bestehen. Aus einem Status prachtvoller Ordnung und folgerichtig geringer Entropie wird ein Häufchen ungeordneter, lose herumliegender Substanzen, die von Wind, Würmern und Wurzeln aufgenommen und verteilt werden. Wir gehen als Tote quasi im Universum auf.
Ob man jetzt wirklich tot ist oder nur so tut, entscheidet der zur Leichenbeschau gerufene Arzt. So einfach ist das bei uns Menschen - und so unglaublich kompliziert ist das bei unseren Pflanzen. Die sterben nämlich nicht am Stück, sondern die lassen immer wieder ein Teilchen von sich absterben, nabeln zum Beispiel im Herbst die Blätter von der Versorgung ab oder geben nicht verholzte Triebe dem Frosttod preis. Hauptsache, der Rest bleibt am Leben. Dieser Rest kann ein dicker Stamm mit fetter Borke sein, dieser Rest kann aber auch, wie in den meisten Fällen, unter der Erde stecken und auf Wurzel hören. Lebt die Wurzel, lebt die Pflanze. Aber wie oft ist man als Gärtnerin nun schon vor einer komplett hinichen Rose gestanden, welch unzählige Male hat man den Welktod der Clematis betrauert?
Man kennt das natürlich nur von Erzählungen anderer, kann sich in dieses Leid aber doch ganz gut hineinversetzen. Aber wer übernimmt in diesem Spiel die Rolle des Arztes, der mit sorgenvoller Miene die Pflanze auf Totenstarre und Totenflecke hin untersucht? Man muss es selbst in die Hand nehmen. Seufzend hat man die von Triebspitze abwärts schleichenden Nekrosen beobachtet, festgestellt, dass der Pflanz nicht mehr zu retten ist, und als alles Überirdische offensichtlich tot war, den Pflanz entsorgt. Fehler! Offensichtlich tote Pflanzen gehören nicht entsorgt, sondern liebevoll in das Pflanzenhospiz überführt. Nach Fauma et al. 2002 gilt eine hölzerne Gartenpflanze erst dann als verstorben, wenn sie nach mindestens drei Jahren im Hospiz keinen neuen Trieb mehr zeigt. Tut sie das nicht, ist sie eh schon vermodert und im Erdreich aufgegangen. Dum spiro spero, die Hoffnung stirbt zuletzt, den Letzten beißen die Hunde - wer sich an die paar einfachen Regeln hält, wird sein gärtnerisches Wunder erleben.
Endlich einmal in Ruhe gelassen, nicht gedüngt, nicht gegossen und auch nicht dauernd umgesetzt, kann sich die Pflanze nun in Ruhe erholen. Womöglich dauert es eine Saison oder länger, aber die Wahrscheinlichkeit, dass sie neue Wurzeln bildet, dass sie aus den letzten Energiespeichern neues Leben schafft und im Laufe der nächsten Vegetationsperiode einen frischen, schüchternen Trieb ans Licht schiebt, ist gar nicht so gering. So tot kann eine Pflanze gar nicht sein, scheint es.
Erst unlängst hörte ich mich jubeln, als die Orange Queen, eine Rose, die das letzte Mal vor sieben Jahren mit einer Blüte geblüht hatte und seit zwei Jahren offiziell tot ist, zwei kerngesunde Triebe samt aufblühender Knospen nach oben geschickt hat. Die zwei Jahre im Hospiz haben ihr gutgetan.
Und auch die unzähligen Chrysanthemenstöckerln schießen nach, obwohl sie offiziell schon seit einem Jahr verrotten sollten. Die wahren Meister des Wiederauflebens im Hospiz sind bei mir die Wandelröschen. Immer knapp bevor ich sie wegschmeißen will, weil ich sie schon wieder im Winter erfrieren lassen habe, kommen so ab Anfang Juli neue Triebe vom Wurzelhals hervor - und die Freude ist bis zum nächsten Februar grenzenlos.
Wer dem Pflanzentod eins auswischen will, schneide daher seine vermeintlich Toten radikal zurück, setze sie in einen toten Winkel des Gartens und warte auf das neue Leben. Und bitte, bitte, lieber Oleander, beweise mir, dass diese Zeilen stimmen. (Gregor Fauma, Rondo, DER STANDARD, 17.8.2012)
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Viel Platz unter der Sonne und reichlich Wasser will der Krautstiel - Er dankt's dem Beilagenesser mehrfach in einer Saison mit üppigen Ernten, weiß Gregor Fauma
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Tropische Pflanzen wie die Engelstrompete wachsen auch in den südamerikanischen Bergen - Minusgrade, nur für kurze Zeit, machen sie sogar robuster, meint Gregor Fauma
Der Gewöhnliche Steinklee macht etwas Ungewöhnliches: Er faltet seine Blätter vor dem Schlafengehen, um uns den nächsten Tag zu versüßen - Womit, verrät Gregor Fauma
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Dem Gärtner stinkt die frühe Dämmerung, er steckt die Zehen in den Boden: Tipps für den Knoblauchmonat Oktober von Gregor Fauma
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steht direkt an der Hausmauer. Wir haben schon alles versucht - im letzten winter war er eingepackt (wieder einmal), aber bei den temperaturen war das völlig sinnlos. Alles abgefroren, inzwischen schaut er aus wie ein feigenstrauch, da er immer unten austreibt. Einmal hatten wir 4 feigen drauf, reif wurden sie leidernicht.
feigen sind bei mir in der gegend bald nichts besonders seltenes mehr - und das ist der nicht gerade milde südwesten wiens. einige haben auch den vergangenen winter fast schadlos überstanden.
das problem ist, dass die in gartencentern und baumärkten angebotene ware selten sorten sind, mit denen man hier etwas anfangen kann. die kaufen nach preis und nicht nach sorte bzw. frosttoleranz (auch wenn sie die pflanze gerne als winterhart anpreisen).
war für einen lavendel und den Sommerflieder zu hart. Wobei der sommerflieder ganz unten wieder ausgetrieben hat. Wir haben noch eine zweite feige, diese aber im topf. Aber was diese macht versteh ich gar nicht. Sie bekommt im frühjahr ein paar blätter hört aber dann bald wieder auf.seit juni tut sich da nichts mehr. Die andere treibt wie verrückt und wächst sicher über einen meter. Was ihr sicher gut tut ist der südhang. 15 km westlich von wien, allerdings am "berg" und es zeigen sich da wirklich unterschiede zur tullner seite.
hausmauer und dann auch noch südhanglage - das ist optimal... probieren sies mit einer anderen sorte, es gibt mehrere bei denen es gehen kann und zwar ernten sie irgendwann so viel, dass sie gar nicht mehr wissen wohin mit den ganzen feigen. die qualität ist um klassen besser als die importware.
alles andere als gut. Die grundstücke hier wurden dem wienerwald abgetrotzt. Der lavendel war in einem holzbottich - und das an die 10 jahre lang. Was wir allerdings haben ist ein an 4 m hoher dirndlstrauch mit vielen früchten, aber der ist hier heimisch.
Ich weiß nicht ob ich es übers herz bringe die feige durch eine andere zu ersetzen. Sie treibt jedes jahr so schön aus und wenn sie nicht abfriert schafft sie es in zwei jahren auf fast 2m höhe.
können sie durch sorten- und standortwahl einiges verhindern. auch die bodenverhältnisse spielen eine rolle.
meine große feige hatte zwar oberflächliche frostschäden an manchen zweigen und triebspitzen und trieb etwas verspätet aus (letztes drittel april), brachte aber schon eine ordentliche erste ernte von geschätzten 100 stück (5-6 kg).
die zweite ernte wird um einiges größer, aber wohl nicht vollständig ausreifen. trotz günstiger witterung konnte der verspätete austrieb nicht komplett aufgeholt werden.
einpacken bringt nur bedingt was, da die wärmequelle fehlt - schützt aber gegen den kalten wind.
diese sorte ist jetzt nicht ertragreicher als andere, aber es gibt eben weniger ausfälle und sie trägt zuverlässig, ohne feigen abzuwerfen (wobei ein geschützter standort fast schon die halbe miete ist - die zweite halbe miete ist eben die sorte).
sie könnte allerdings noch mehr ertrag bringen, wenn sie vollsonnig stünde. mehr als sechs stunden kann ihr leider nicht anbieten.
meine drei sonnen-paradeiser sind in der hitze eingegangen. zwei davon haben sich derfangen, schauen jetzt bei ca. 1m 20 so
> http://www.bilder-upload.eu/upload/a9... 639469.jpg
aus. die vier schatten-paradeiser
> http://www.bilder-upload.eu/upload/f4... 639505.jpg
werden schon abgeerntet. das abgebildete exemplar is 2m 40 groß und rankt in den zwetschkenbaum rein, der schatten sepndet. alle pflanzen von der arche, geschmack wunderbar.
nächstes jahr wird ein gitter aufgestellt, welches fisolen raum zum ranken gibt, damit diese dann die paradeiser beschatten.
geht alles, wenn man will. nur net unterm nußbum wie letztes jahr. dort wächst nix gscheit.
CU TOM
den ich nach dem sauwinter schon verlorenglaubte, ist auch wieder frisch und gruen. halt leider jetzt zwei meter kleiner :-)
nur potentillas sind wenn, garantiert tot. giesst man sie ein bissl zuviel, verfaulen sie und sind endgueltig tot. giesst man sie einmal zuwenig, rollen sie sich ein und sind endgueltig tot. schneidet man sie zum falshcen zeitpunkt, kraenken sie sich und sind endgueltig tot. so pflegeleicht sie im garten sind, am balkon sind das fuerchterliche zicken.
bambus - ich nehme an, sie haben pfeilbambus - ist für gewöhnlich winterfest und auch im winter schön, wenn schnee daraus liegt.
ich habe, als ich noch außerhalb wiens wohnte, einige meter bambus entlang dem zaun gepflanzt. toller, anspruchsloser sichtschutz, der angenehm im wind rauscht, im frühling und im winter ein schönes bild abgibt. besser als jede thuje. der neffe, der jetzt das haus bewohnt, pflegt ihn eifrig weiter.
Granatapfel hat heuer im Frühjahr gar nichts gemacht :'(
Ich hab dann ein paar Äste abgeschnitten - nix war da, völlig dürr. Jedes mal wenn ich vorbei gegangen bin, dachte ich - denn sollte ich auch entsorgen. Nach 2 Monaten war es soweit und da hab ich neue Triebe entdeckt. Jetzt sind sie ca 30 cm hoch.
und trieb noch im april wieder aus (blühte aber nicht). punica ist schwer umzubringen. zwar können sie leicht zurückfrieren wenn der winter streng ist oder der sommer nicht besonders war, aber von unten wieder durchtreiben tuns fast immer. und dann gibt's auch kultivare die härter sind als andere.
viele machen den fehler, den lavendel in schweres und /oder nährstoffreiches oder einfach in das falsche substrat zu setzen. die planze ist dann schwächer, anfaelliger und ein exitus wird dann schnell falsch verstanden. lavendel lieben radikalen rueckschnitt gleich nach der bluete. so bleibt die staude kompakt und verkahlt von unten nicht.
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