ÖVP: Rote Steuerideen sind "brandgefährlich"

15. August 2012, 18:40

Während der schwarze Generalsekretär bemüht ist, die roten Steuerideen als Marketinggag abzutun, setzt man in der SPÖ auf die Lernfähigkeit des Koalitionspartners

Wien - Die Rollen sind gut eingeübt, die Rhetorik entsprechend geschärft. Ja, Rot und Schwarz streiten einmal wieder über bislang ungenutzte Möglichkeiten des Staates, zu Geld zu kommen. Stichwort: Vermögenssteuer. Stichwort: Erbschaftssteuer. Stichwort: unbegrenzte Solidarabgabe.

Diesmal war es an SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter, laut über die Wiedereinführung von Erbschafts- und Schenkungssteuer nachzudenken. In der Presse wälzte er diesbezügliche Pläne mit einer Freigrenze von einer Million Euro, von einer "Millionärssteuer" könne demnach keine Rede sein.

"Feigheit vor Wahrheit"

Während Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) auf solche Pläne beim dienstäglichen Ministerrat noch zurückhaltend reagierte, verschärft der schwarze Generalsekretär Johannes Rauch im STANDARD-Gespräch die Gangart: "Ich orte Feigheit vor der Wahrheit", urteilt Rauch, fragt danach, wer denn diese Steuern bezahlen müsse, und gibt sich gleich selbst die Antwort: die Familien, der Mittelstand. Und das, so Rauch, sei "brandgefährlich".

Aber Rauch hat auch noch andere Qualitäten. So ist er sich sicher, des Kanzlers Motivlage in Sachen neue Steuern zu kennen: "Im Inneren ist auch Faymann dagegen. Er will nur den linken Parteiflügel vor dem Parteitag am 13. Oktober befrieden." Rauchs Diagnose: ein "Marketinggag".

Sein rotes Visavis, Laura Rudas, will den neuerlichen Vorstoß mehr als stetes Pflegen eines sozialdemokratischen Kernthemas verstanden wissen: "Wir müssen da Druck aufbauen." Dem Abwiegeln des Koalitionspartners misst sie keine große Bedeutung bei: "Wir kennen das ja aus der Vergangenheit: Auch bei der Bankenabgabe oder der Neuen Mittelschule war die ÖVP zuerst dagegen. Letztlich haben wir sehr viel erreicht."

Fast plakatreif befindet Rudas: "Erben ist keine Leistung, spekulieren auch nicht. Die SPÖ will den Faktor Arbeit entlasten."

Aber auch der Vorwurf, den Finanzstaatssekretär Andreas Schieder (SPÖ) in Richtung Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) fast zeitgleich formulierte, erhärtet die These vom roten Wahlkampfauftakt. So gäbe Berlakovich viel zu viel für die Subvention der Bauern aus, befindet Schieder. Berlakovich kontert im STANDARD: Für die Ausweitung des Fördersystems habe es das Okay beider Parteien gegeben. "Weil das Ziel war, möglichst viel aus Brüssel rauszuholen. Das war gemeinsame Regierungsposition."

Soli soll befristet bleiben

Also doch alles nur "Vorwahlkampfgeplänkel", wie man im Finanzministerium befindet? Maria Fekter nehme das zwar vor dem roten Parteitag zur Kenntnis, eine Vermögenssteuer auf Substanz werde aber "klar abgelehnt".

Die Mehrheit der Österreicher sieht das laut einer Umfrage des Market-Institutes nicht so negativ: 53 Prozent befürworten eine Wiedereinführung der Erbschaftssteuer für große Erbschaften, 36 Prozent sind absolut dagegen.

Positiv äußerte sich diesbezüglich auch der neue Chef des Institutes für Höhere Studien, Christian Keuschnigg, im STANDARD: "Ich wäre dafür, dass es eine Erbschaftssteuer gibt, die Rücksicht nimmt auf familiäre Verhältnisse und Betriebsübergaben. Das wäre ein Beitrag zur Chancengleichheit der nächsten Generation."

Die ÖVP gibt sich auch bei der Ausweitung der bis 2016 befristeten Solidarabgabe reserviert: An eine Verlängerung werde nicht gedacht. (APA, riss, ruz, DER STANDARD, 16.8.2012)

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schluss mit der umverteilungspolitik!

ständig wird die immer größer werdende unterschicht mit dem geld von imme weniger steuerzahlern aufgepäppelt, damit sie dann jenen, die ihnen eine fortsetzung ihres "lebensstils" ermöglichen, wieder ihre stimme geben!

unsere land geht vor die hunde!

Ich wünsche mir eine 1 vorn

für die ÖVP bei der nächsten Wahl. Nachdem die Hoffnung zuletzt stirbt, hoffe ich dass die Betonschädel wenigstens dann so manche mittelalterliche Ideologie samt Blockadehaltung überdenken.

Nicht nur die Ideen der Roten: 7 Millionen für den ESM?

"7 Millionen für den Werner"

ex-ÖBB-Generaldirektor soll bei seiner Einvernahme im Dezember erklärt haben, Ostermayer habe damals "mit Sicherheit" gesagt, dass "Werner sich 7 Mio. von den 23 Mio. Euro für seine Disposition vorstelle"
Nachdem die ÖBB ein

Nachdem die ÖBB dem Staat und damit uns allen gehört stellt sich die Frage ob die neuen Steuern auch zur Abdeckung der 7 Millionen verwendet werden.

Die Headline war unvollständig!!

Der Richtigkeit wegen:

ÖVP: Rote Steuerideen sind "brandgefährlich" für gieriges ÖVP-Klientel.

Wenn es um Steuergerechtigkeit geht

sollte man auch jenen etwas abverlangen die zwar könnten aber nicht wollen, den echten Sozialschmarotzern.

Wen meinen Sie?

Die "Groß-Schmarotzer" Grasser, Maischberger, Strasser, Rumpold, Hochegger usw. ?

Die "Mittel-Schmarotzer" - hohe Förderungen für Unternehmen, Bauern und (parteinahe) Vereine?

Die "Klein-Schmarotzer" - Unwillige Arbeitslose und völlig gesunde, arbeitsfähige Dauer-Mindestsicherungsempfänger.

Die "Farb-Scharotzer": Rote, Schwarze und Blaue Parteienförderungen, "Freihändige" Vergabe von Mitteln an Parteifreunde

...

(die Liste ist lang)

Haben Sie auf Elsner, Flöttl u. Gerharter bewußt vergessen?

Meiner Ansicht nach haben aber die Eisenbahn-Gewerkschafter dem Staat einen viel höheren Schaden zugefügt. Und kein Ende.

Für mich sind jene Schmarotzer die ihren Lebensunterhalt von anderen bestreiten lassen

obwohl sie es selbst könnten. Darunter fallen nicht Behinderte und Kranke. Auch zeitweise Arbeitslose gehören nicht dazu.
Vor einiger Zeit war einer davon im ORF-Zentrum zu sehen. Er war um die 30 und behauptete, schon genug Steuern in seinem Leben bezahlt zu haben. Jetzt arbeite er nicht mehr um Lohn, daher brauche er auch keine Steuern entrichten.

laut jüngster Umfragen von IFES schafft die ÖVP knapp 20 %!

Machen Sie so weiter Herr Spindelegger! Je weniger die ÖVP bei den nächsten Wahlen in 2013 Stimmen macht, desto lieber ist es vielen da!!!

genau wir wählen

jetzt nur noch die Steigbügelhalter und die Enteignungspartei.

Dann schaffen wir überhaupt jede Form von Vermögen ab, wenn es sein muss mit Gewalt (manche muss man halt zu Ihren Glück zwingen - grünes Credo) und schliesslich legen wir uns in die Hängematte, denn Faulheit muss belohnt werden ...

Traurig dieses Land ...

umso besser für österreich!

für das dilemma von schüssel und co. muß frau und herr österreicher noch lange zahlen!

Fas Schuldenmachen hat die SPÖ unter Kreisky erfunden.

Ich bin dem Schüssel nach immer dankbar dass er die rote Sträne unterbrach. Wenn nicht Lüge im Spiel gewesen wäre, würde er noch immer in der Regierung sein.

Entsetzlich!

Wie mann ein intelligenter Mensch eine Propaganda bloß dermaßen auf dem Leim gehen ?

Wenn Sie sich die konkreten Zahlen ansehen, dann werden Sie bemerken,

dass Schüssel in 7 Jahren nominell genausoviel Schulden machte, wie Kreisky in 13 Jahren.

Dabei brauchte Kreisky viele Milliarden für den Aufbau von Infrastruktur und Bildungswesen, sowie Abwehr von Ölschock und Stahlkrise. Die Gesellschaft stieg von ganz hinten zu den fünf reichsten der Welt auf.

Und Schüssel verkaufte dagegen Gemeingut zum Schleuderpreis, lebte vom BIP-Zuwachs den die €-Einführung brachte, lagerte Schulden aus und schaffte trotzdem kein Nulldefizit !!
Ganz im Gegenteil, die Schulden stiegen weiter und weiter.

Das intererssiert melli91 doch nicht

und ich bin mir auch nicht sicher, ob er es verstehen würde..

unter schwarzen finanzministern ist die neuverschuldung geradezu explodiert.

von 95 bis 2000: 18 mrd letzter roter finanzminister
2000 bis 2005: 20 mrd. (trotz gutem wirtschaftswachstums und zahlreichen einmal-effekten)
2005 bis 2010: 48 milliarden

Immer noch viel zu viel!

crony capitalist

in stronachs haus wurden so einige politkarrieren begonnen oder recyclet.

interessant, was die inzwischen so alles gemacht haben. er ist natürlich schwer enttäuscht...
es hat natürlich alles nichts mit der eigenen geschäftsphilosophie zu tun, und deren realität.

wobei es wahrscheinlich ein riesiger modernisierungssprung wäre, unser land zu führen als wäre es der magna konzern...
ich weiss aber nicht warum mir bei dem gedanken so anders wird. ;)

Bitte helft mir, ich weiß es ehrlich nicht:
Steht das V in ÖVP eigentlich für Verarschung oder für Verbrechen?
Wenn ich mir den Strasser und die Rauch-Kallat anschaue, tippe ich auf Verbrechen.
Denke ich aber an Leute wie Rauch und Kopf, denke ich mehr an Verarschung.
Aber was stimmt jetzt wirklich?

Ich denke, ein Großteil der ÖVP-Wähler, vor allem am Land, ist mit der Ideologie aufgewachsen (und glaubt auch heute daran), dass alles, was in Richtung links geht, ihnen Grund, Boden, Kapital wegnehmen will.

Dass ein die Roten Kapital wegnehmen ist kein Glaubde, das ist ein Faktum.

Und wenn Sie es als fair erachten, dass wenn man sich ein Haus mit sauer verdientem und versteuertem Geld baut und danach dafür in Form der Grundsteuer sich das erworbene Eigentum vom Staat zurückmieten darf, dann darf ich wohl ihre Zurechnungsfähigkeit in Zweifel ziehen.

Im OECD-Vergleich weise Österreich einen der geringsten Anteile vermögensbezogener Steuern auf. Allerdings hat die Statistik ein Manko: In anderen Ländern werden mit der Grundsteuer Gebühren und Abgaben - etwa für Müll oder Wasser - eingehoben, wodurch sie viel höher scheint. Würde man diese Beträge einrechnen, läge Österreich bei Steuern auf den Kapitalstock und Vermögen inklusive Grund und Boden mit 1,7 Prozent der Wirtschaftsleistung nahe dem EU-Schnitt von 1,9 Prozent

Ein Rotes von mir, weil Ihre Behauptung einfach nicht stimmt.

Nirgends werden Betriebskosten unter dem Titel Grundsteuer eingehoben.

Eine Regierung statt zehn für das Miniland, und schon ist wieder Geld für alles Mögliche da. Der Rest lässt sich auch gleich besser im Auge behalten. Wenn die Regierung immer mehr Geld braucht, brauchen wir weniger Regierung!

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