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Pawel Fradkow steht vor einem Karrieresprung: Der 31-Jährige soll Vizechef des Amts für Staatseigentum werden. Die Behörde verwaltet einen Milliardenbesitz: von Grundstücken über Flughäfen bis hin zu Anteilen an Ölkonzernen wie Rosneft und Banken wie der VTB.
Als Qualifikation dafür kann er eine Ausbildung an der Akademie des Inlandsgeheimdienstes FSB und einen Job als dritter Sekretär in einer Abteilung des Außenministeriums vorweisen. Möglicherweise reicht es aber auch, dass er der jüngere Sohn von Ex-Premier Michail Fradkow ist, der als Chef des Auslandsgeheimdienstes SWR immer noch einer der mächtigsten Männer Russlands ist. Fradkows ältester Sohn Pjotr ist bereits bei der Staatsbank VEB Vizevorstandschef.
Gute Gene oder gute Beziehungen? Die steile Karriere der Fradkow-Sprösslinge ist kein Einzelfall. Eine ganze Reihe von Politikerkindern hat in den letzten Jahren hohe Posten ergattert - in der Regel bei staatlichen Unternehmen. Da ist der Sohn von FSB-Chef Alexander Bortnikow, Denis, als Vizechef der VTB -Filiale Nordwestrussland. Einen Schritt weiter auf der Karriereleiter ist Sergej Iwanow junior. Während sein Vater als einer der engsten Vertrauten Wladimir Putins die Präsidialadministration leitet, ist sein Filius Vizevorstandschef der VTB.
Bei der ebenfalls staatlichen Rosselchosbank sitzt Dmitri Patruschew im Chefsessel. Sein Vater Nikolai war mal FSB-Direktor, inzwischen ist er Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats.
Den größten Aufstieg in der russischen Nomenklatura hat wohl aber Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow hingelegt. Allerdings verdankt der einstige Möbelhändler und spätere Steuerinspektor seine Karriere nicht seinem Vater. Eher wäre da wohl an seinen Schwiegervater zu denken: Wiktor Subkow, unter Putin einst Vizepremier und kurzzeitig sogar Regierungschef, gilt ebenfalls als guter Freund des russischen Präsidenten und ist als Aufsichtsratschef des Energieversorgers Gazprom immer noch politisch und wirtschaftlich enorm einflussreich.
Funkstille um Putins Töchter
Nur die Kinder von Putin und Premier Dmitri Medwedew scheinen leer auszugehen. Von den Putin-Töchtern ist seit Jahren nichts mehr zu hören. Zuletzt waren Gerüchte über die gescheiterte Beziehung der jüngeren Tochter Katja zu einem südkoreanischen Admiralssöhnchen zu lesen.
Medwedews Sohn Ilja hingegen hat gerade erst die Aufnahme in die Moskauer Lomonossow-Uni geschafft. Ehe er für einen Führungsposten bei einem Staatsunternehmen infrage kommt, muss er wohl zunächst seinen Abschluss machen. (André Ballin aus Moskau /DER STANDARD, 6.8.2012)
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