Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Zwar ist Paul Ryan "nur" der Kandidat für das Amt des US-Vizepräsidenten, doch der 42-jährige Republikaner bietet seinen Kontrahenten - den Demokraten von Präsident Barack Obama - viele Angriffsflächen. Kandidat Mitt Romney rutscht vorerst aus dem Fokus.
Paul Ryan trägt Jeans und Cowboystiefel. Und bevor er zu reden beginnt, zeigt er stolz ein Footballtrikot vor, eines der Green Bay Packers, der Top-Mannschaft aus Wisconsin, seinem Heimatstaat. Ein wenig einstudiert wirkt das alles, aber so glauben sich Politiker nun einmal geben zu müssen; besonders wenn sie, wie Ryan, aus dem hemdsärmeligen Milieu des Mittleren Westens stammen.
Kaum hat er das Trikot weggesteckt, reitet der neue Star der Konservativen auch schon die erste Attacke gegen Barack Obama. Der schüttelt zur selben Zeit Wählerhände in Council Bluffs, einer Kleinstadt am Missouri, nur zwei Autostunden westlich von Des Moines, wo Ryan auf der Iowa State Fair, einer Mischung aus Kirmes und Agrarmesse, den Eindruck erwecken muss, als gäbe es nichts Köstlicheres als Würstel im opulenten Teigmantel.
Zwei Stunden auf der Autobahn - für amerikanische Verhältnisse ist das gar nichts. "Ich glaube aber, Obama würde es gar nicht bis hier schaffen", stichelt Ryan. "Denn wenn er abbiegt, dann immer nur nach links." Am Missouri revanchiert sich der Präsident, indem er den Vizekandidaten der Republikaner zum wahren Anführer der Grand Old Party erklärt, zum "Chefideologen" der Partei von George W. Bush.
Seit Mitt Romney den 42 Jahre alten Abgeordneten zu seinem Weggefährten kürte, hat das Duell ums Weiße Haus eine merkwürdige Wendung genommen. Fast könnte man glauben, Obamas Rivale hieße nicht Romney, sondern Ryan. Sicher, der Neuigkeitseffekt spielt eine Rolle, ebenso die telegene Art des jungenhaften Fitness-Freaks. Vor allem aber liegt es daran, dass sich die Demokraten an Ryan besser reiben können als am glatten Romney. "Dies ist eine Personalie, die die Schrillsten in den republikanischen Reihen vor Wonne erschauern lässt - und die alle anderen beunruhigen sollte: die Mittelklasse, Senioren, Studenten", spitzt es David Axelrod zu, Obamas Chefstratege.
Der Oberbremser
Zum einen steht Ryan, der bereits seit 1999 im Repräsentantenhaus sitzt, für die Grabenkämpfe eines Parlaments, dem die Amerikaner noch schlechtere Zeugnisse ausstellen als dem Weißen Haus. Die Vokabel "Kongress" ist ein Synonym für Totalblockade. Obama kann durchaus erfolgreich damit argumentieren, dass er den Reformstau zwar aufzulösen versucht, die Konservativen in ihrer Fundamentalopposition aber bremsen, wo es nur geht. Mit Ryan hat er den Oberbremser gefunden - nach seiner Skizze ein sturer Rechthaber, der das Wort Kompromiss nicht kennt.
Zum anderen haben sich die Pole der Debatte verschoben. Ginge es nach Romney, müsste die Jobkrise - Obamas Achillesferse - im Vordergrund stehen. Im Moment aber dreht sich alles um ein Sozialprogramm, das bisher nur eine Nebenrolle spielte: Medicare, 1965 von Lyndon B. Johnson durchgesetzt, sichert jedem über 65 eine staatliche, subventionierte Krankenversicherung zu. Derzeit gibt der Fiskus 548 Milliarden Dollar dafür aus, knapp 15 Prozent des Gesamtetats. Da sich die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer nach und nach zur Ruhe setzen, könnte der Posten in zehn Jahren auf ein Fünftel des US-Budgets anwachsen, falls Korrekturen ausbleiben. Mit Blick auf die bedenklichen Prognosen will auch Obama bei Medicare sparen, allerdings behutsamer als Ryan.
Ein Nebenthema? Nur für kurze Zeit brandaktuell? Etliche Experten sehen es anders, schon wegen der Feinheiten der Wahlarithmetik. Wer gewinnen will, muss in Florida und Ohio siegen, den klassischen "Swing States". In Florida sind 22 Prozent aller Stimmberechtigten Pensionisten - im US-Vergleich der Spitzenwert. In Ohio sind es immerhin 17 Prozent, ebenfalls überproportional viele - eine Folge der Migration, die Jüngere aus dem tristen "Rostgürtel" der alten Industrie in Boomregionen abwandern lässt, während die Älteren bleiben. (Frank Herrmann aus Washington /DER STANDARD, 16.8.2012)
Die Grand Old Party identifiziert in einem Bericht die Gründe für ihre Niederlage - Nicht alle in der Partei sind mit dem Ergebnis zufrieden
Insgesamt 332 Wahlmänner für Amtsinhaber, 206 für Romney
US-Republikaner: "Ich bin sehr traurig, dass ich verloren habe"
"Das Beste kommt noch für die Vereinigten Staaten von Amerika"
Colorado und Washington steht Konfrontation mit Bundesgesetz bevor, das Marihuana weiter als illegale Droge einstuft
Begeisterung in Kenia, Erleichterung in Peking, Lob aus Moskau: Obamas Wiederwahl wurde positiv aufgenommen
In seiner ersten wichtigen Rede nach der Wiederwahl forderte Obama die Republikaner zur Zusammenarbeit auf
Wie US-Meinungsmacher den Wahlsieg Obamas und die Niederlage der Republikaner bei der Präsidentschaftswahl sehen
US-Präsident will Impulse für Wirtschaftswachstum
Klamme Bundesstaaten wie Kalifornien dürfen nach Referenden auf höhere Steuereinnahmen hoffen
Experten erwarten, dass Obama nach seiner Wiederwahl mutiger agieren wird
Nach langem (Vor-)Wahlkampf gestand der Republikaner am Dienstag seine Niederlage ein und forderte alle Parteigänger zur Zusammenarbeit im Namen der Vereinigten Staaten von Amerika auf. Für den neuen, alten Führer Obama wollte er beten.
Barack Obama ist der erste schwarze Präsident im Weißen Haus. In den ersten vier Jahren seiner Amtszeit hat sich für die benachteiligten Afroamerikaner aber kaum etwas geändert. Trotzdem haben sie ihn wieder mit großer Mehrheit gewählt
Abstimmungen über einzelne Gesetzesvorschläge - Themen: Marihuana, Todesstrafe und Homoehe
Der wiedergewählte US-Präsident hat zwar das Momentum auf seiner Seite, die Situation ist aber dieselbe wie vor der Wahl
Amtsinhaber gelingen entscheidende Siege in den Swing States - Romney gesteht Niederlage ein
Im Senat kann sich Präsident Obama nun zwar auf eine etwas breitere demokratische Mehrheit stützen, das Repräsentantenhaus verteidigten die Republikaner allerdings recht deutlich. Enttäuschungen gab es für einige Kandidaten der konservativen Tea Party.
Die interaktive Zeitleiste von derStandard.at zeigt die markantesten Punkte in Barack Obamas Biografie
Drei von vier Wählern sind weiße Amerikaner - Früher waren es mehr als 90 Prozent - Die Republikaner brauchen eine neue Strategie
Von Anfang an war Mitt Romney nur eine Verlegenheitslösung, die Niederlage war absehbar
Liveticker-Nachlese: Mit Obamas Sieg in Ohio war die Niederlage Romneys besiegelt - Das Rennen in Florida ist zwar noch nicht entscheiden, tut aber nichts mehr zur Sache - Romney gestand Niederlage ein
Obamas Sieg könnte richtungsweisend für die Zukunft der Republikaner sein
Nach dem Sieg Barack Obamas bei der Präsidentenwahl herrschte in den USA vielerorts ausgelassene Partystimmung - Eindrücke eines langen Wahlabends
Wer hat wen gewählt? Welche Macht hat der Präsident? Wie funktioniert das politische System der USA?
Das Thema Arbeitslosigkeit wird sehr bald wieder im Vordergrund stehen. Präsident Obama und die Demokraten haben ihren Parteitag dummerweise ja in die 36. Kalenderwoche gelegt. So ist am ersten Tag des Parteitags der "Labor-Day". Da interessieren sich die US-Bürger für alles mögliche, mit Sicherheit aber nicht für Politik. Und die große Parteitagsrede Obamas (diesmal bekommt er ja keinen eigenen Tempel zum Parteitag wie vor vier Jahren) findet am Vorabend des Arbeitsmarktberichts für August statt. Wenn der Bericht also nicht besonders rosig ausfallen sollte - wovon mit großer Wahrscheinlichkeit auszugehen ist - dürfte die Aufbruchstimmung nach dem Parteitag der Demokraten schnell wieder verflogen sein.
...eigentlich glaube ich dass bei den Profi-Polit-Apparaten, die beide Kandidaten beschäftigen, nichts Zufall ist - es wird eher nicht "dummerweise" in dieser Woche sein. Vermutlich hat man sich was dabei gedacht, die Frage ist bloß ob - wasauchimmer - aufgeht.
Abwarten und Tee trinken ;-)
Denn die Nominierung von Paul Ryan hat zum einen die republikanische Basis massiv mobilisiert. Wurde im Vorwahlkampf noch darüber gespottet, dass Mitt Romney vor halbleeren Rängen Veranstaltungen abhalten musste, so ist das nunmehr bei Präsident Obama der Fall. Auch bei den gesammelten Spendengeldern dürfte sich der Abstand zwischen Romney und Obama weiter zugunsten Romneys vergrößern.
Zum anderen ist die Nominierung Paul Ryans auch in der Wählerschaft insgesamt positiv aufgenommen worden. So haben sich gerade bei den älteren Wählern, die über 65 sind, Ryans ohnehin schon recht gute Umfragewerte seit seiner Nominierung nochmals deutlich verbessert.
Ach es ist doch meistens witzig zu lesen wie sich Odo an den kleinsten Strohalm klammert um seine heißgeliebten Reps irgendwie hochzupushen.
Die Wahrheit ist allerdings, dass Romneys Wahlkampf schon so verkorkst ist, dass Foxinews dermassen verzweifelt ist und sämtliche Kräfte mobilisiert um die Wahlen nicht wieder in eine konserative Katastrophe abgleiten zu lassen wie vor knapp 4 Jahren.
Mir stellt sich da immer die Frage: ticken diese Typen wirklich nicht ganz rund (also glauben die was sie da verzapfen) oder ist das nur eine Masche, eine Idee Karriere zu machen?
Ich hoffe Obama macht nochmal das Rennen, es wäre gut für USA, Europa und den Rest der Welt.
Kommt Romney an die Macht, haben wir nicht nur den smarten Paul Ryan an der Backe, sondern die finsteren Gestalten der Tea-Party-Bewegung.
brrrrrrrrrrrrrrrrrrrr.......
Paul Ryan ist ganz sicher kein Vollkoffer.
Erskine Bowles, der als zukuenftiger Finanzminister Obamas gehandelt wird, sagte, dass er immer glaubte, er verstuende etwas von Arithmetik, aber Paul Ryan steckt ihn diesbezueglich in die Tasche.
Er hat Ryan ausserdem als ehrlich, geradlinig und aufrichtig bezeichnet, und seinen Budgetentwurf als vernuenftig, klar und ernsthaft.
Bowles hat eine andere Auffassung davon, wie ein Budget aussehen soll, aber dass Paul Ryan brillant und ehrlich ist, daran laesst er keinen Zweifel.
Bowles wird sicher nicht Finanzminister - denn der hat gleichzeitig Obamas Budget als "nicht ernstzunehmen" abgetan. Obama stellt keine Leute ein, die ihn nicht für den größten halten. Daß er mit Widerspruch nicht umgehen kann, ist bekanntlich seine größte Charakterschwäche.
das? Es zeigt nur die Durchsetzungsschwäche Obamas. Außerdem werden nach den nächsten Wahlen die Demokraten keine 60 %-Mehrheiten haben wie in 2009 und 2010 und selbst damals hat Obama vieles nicht durchgebracht (siehe staatliche Krankenversicherung, Klimaschutzgesetz, Immigration-Reform oder die Bewilligung von Geldern für die Schließung Guantanamos).
Obama wäre bei einer Wiederwahl auf jeden Fall auf die Kooperation mit den Republikanern angewiesen, das Verhältnis zwischen Obama und den Republikanern im US-Kongress ist aber derartig zerrüttet, dass eine Wiederwahl Obamas nur weitere vier Jahre Stillstand und Konfrontationskurs in Washington D.C. bedeuten würde. Ein Grund warum es so wichtig ist, dass der "Divider-in-Chief" abgewählt wird.
Schuld daran sind die Republikaner, deren durchgeknallte Partisan-Extremistenfraktion a.k.a. Tea Party mit jedem noch so dummdreisten Mittel (Filibuster, Fox-Hetze usw) jede Anstrengung von Obama gezielt torpediert. Es ist mehr als unredlich, die Amerika schädigende Wahnsinnspolitik der Republikaner zu unterschlagen und das Fehlschlagen von Initiativen, die von den Reps torpediert wurden, allein Obama in die Schuhe zu schieben.
Deshalb konnte Obama Kernpunkte seines Programms - auch eine Rücknahme der Bush Tax Cuts - nicht erreichen, als er ohne eine Stimme der Republikaner regieren konnte?
Fakt ist: Obama hat es durch seine Art selbst verkackt. Weil er einer ist, der sich für cleverer als alle anderen hält (und das auch schon oft genug gesagt hat). Im Prinzip hätte er nach der Wahl recht leichtes Spiel gehabt, wenn er den Republikanern ein bißchen was gegeben hätte. Stattdessen hat er weiter Wahlkampf betrieben und es gab "I won".
ich empfehle zum thema paul ryan die dieswöchigen ausgaben der daily show - insbesondere die von montag, wo ein kurzer überblick darüber gegeben wird, wie sich ryan gern in der öffentlichkeit gibt (mein absurder favorit: riesenkatzenfische mit bloßen händen fangen)
ist natürlich keine ausgewogene berichterstattung, aber sehenswert allemal!
alle episoden online auf www.thedailyshow.com
nennt sich "noodling" und ist sehr populär in den ärgeren hinterwäldler-regionen der an solchen weiss gott nicht armen US of A, vor allem im süden: oklahoma, arkansas, mississippi...
wobei sich ryan dort eh nicht bemühen müsste. am ozark-plateau glauben sie ja noch dass demokraten allesamt satans-anbetende homosexuelle kommunisten sind.
ja, welse, giant catfish - falsche übersetzung meinerseits - und doch, DIESER republikaner wirft sich medienwirksam in den fluss und zerrt sie manuell an land (wenn das video nicht james cameronesque am computer bearbeitet wurde)
steht ja auch bei vielen wählern als wichtigste kernkompetenz im raum, ob ein politiker effizient mit fischen wrestlen kann
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.