Verfahren zu Gesichtserkennung bei Facebook wieder aufgenommen

15. August 2012, 17:29
  • Facebook sei nur teilweise den Forderungen rund um die Gesichtserkennung nachgekommen
    foto: apa

    Facebook sei nur teilweise den Forderungen rund um die Gesichtserkennung nachgekommen

Hamburger Datenschutzaufsicht sieht nur teilweise Verhandlungslösung

Die Hamburger Datenschutzaufsicht hat ihr Verfahren gegen Facebook im Streit um die Gesichtserkennung auf Fotos wieder aufgenommen. Facebook habe zwar angekündigt, vorerst auf die Erstellung weiterer Gesichtsmodelle von neuen Nutzern zu verzichten, aber weitergehende Verpflichtungen abgelehnt, erklärte der Hamburger Datenschützer Johannes Caspar am Mittwoch zur Begründung. "Damit ist und bleibt die bestehende Datenbank biometrischer Muster, die ohne Einwilligung der Betroffenen angelegt wurde, rechtswidrig", betonte er. 

Immenses Riskopotenzial

"Die bereits erhobenen Daten der Betroffenen sind zu löschen, oder es ist zumindest sicherzustellen, dass die Betroffenen einer weiteren Speicherung und Verwendung ihrer Gesichtsdaten nachträglich ausdrücklich zustimmen können", forderte Caspar. Eine Datenbank mit dem "Gesichtsabdruck" von Millionen Nutzern habe ein immenses Risiko- und Missbrauchspotenzial. 

Forderungen nur zum Teil erfüllt

Caspar hatte das Verfahren im Juni ausgesetzt, nachdem Facebook mitgeteilt hatte, dass Verhandlungen mit der irischen Datenschutzbehörde zur automatischen Gesichtserkennung kurz vor einer rechtlich tragfähigen Einigung stünden. Die damalige Hoffnung, dass Facebook den datenschutzrechtlichen Forderungen auf dem Verhandlungswege nachkommen würde, habe sich aber nur zum Teil erfüllt, erklärte er jetzt. 

Technologien zur Gersichtserkennung

Facebook hatte im vergangenen Jahr eine Funktion eingeführt, mit der Gesichter von Freunden automatisch in hochgeladenen Bildern erkannt werden. Die Datenschützer argumentieren, dafür sei eine ausdrückliche Zusage der Betroffenen notwendig - statt der von Facebook vorgesehenen Option, die Funktion zu deaktivieren. Diesen Sommer kaufte Facebook zudem das Start-up Face.com, das auf Technologien zur Gesichtserkennung spezialisiert ist. (APA, 15.8.2012)

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Rubrik: Web › Innovationen › Social Media

Ach so, ja ... hat ja auch keine weitere Relevanz für irgendjemandem, verstecken wir also irgendwo im "Freak-Bereich", die Meldung. Geht ja auch nur um die Persönlichkeitsrechte von zig Millionen Europäern, die von einem US-Unternehmen schlichtweg mit den Füßen getreten werden.

Bravo, Standard! Eine weitere Meisterleistung im Marginalisieren (der Bedeutung) von zeitgeschichtlich sehr relevanten und ebenso bedenklichen Entwicklungen.

die zig Millionen sind selbst schuld

genau.

und vergewaltigungsopfer sind selbst schuld wegen ihrer kurzen röcke.

Jeder der bei facebook mitmacht weiss, dass seine Daten wozu auch immer verwendet werden. Der Zuckermann ist kein Gutmensch der einfach nur Leute zusammenbringen will.

Ihr Vergleich mit dem Minirock passt gar nicht - aber das wissen Sie ja selbst.

NEIN!

Wissen Sie nicht. Und darum gehts. Niemand hat zugestimmt. Nur weil Sie als Technik-Freak oder möchtegern Genie das wissen, heißt das garnichts.

Erklären Sie mir bitte mal, warum Sie ein Unternehmen, das alle Datenschutzgesetze vorsätzlich ignoriert, verteidigen?

Ich bin der Letzte, der facebook verteidigt. Meiner Meinung sollte diese Firma von den europaeischen Behoerden streng bestraft werden (die Amerikaner machen ja nichts).
Trotzdem finde ich, dass jeder Benutzer von facebook (ich war nie einer und werde nie einer) fahrlaessig handelt.

Ja, alle selbst schuld

So einfach ist das. Dann können wir die Gesetze ja auch gleich abschaffen, braucht eh keiner mehr.

Viel Spaß, wenn Sie irgendwann dann auch selbst einmal betroffen sind von einem Strafdelikt und alle anderen winken Ihnen zu und rufen: "Ha ha, selbst schuld!". Aber Sie sind wahrscheinlich perfekt, und es könnte Ihnen daher nie und nimmer passieren, aus irgendeinem Grund in irgendetwas verwickelt zu werden. Wahrscheinlich schlafen Sie auch in einem Panicroom, sonst wären Sie nicht so ein übler Misanthrop.

Und nur der Vollständigkeit halber: Ich bin bei Facebook nicht vertreten, aber diese Datenmaschine ist mir dennoch mehr als suspekt.

Sind sie nicht!

Möglicher Weise sind sie selbst schuld wenn sie einen eigene FB Account haben - FB jedoch fragt bei jedem Foto nach dem Namen hinter dem Gseicht. Es ist problemlos möglich, ein Foto von jemandem zu posten, der keinen FB Account hat UND dessen Namen anzugeben - und zwar OHNE dessen Einverständnis und OHNE daß der Betroffene die Möglichketi hat, effektiv etwas dagegen zu unternehmen.

Das ist natuerlich zu verurteilen und muss bekaempft werden.

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