Aussicht auf möglichen Krieg sorgt in Israel für Nervosität

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  • Die Kirya, das Hauptquartier der israelischen Armee, inmiten von Tel Aviv.
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    foto: epa/oliver weiken

    Die Kirya, das Hauptquartier der israelischen Armee, inmiten von Tel Aviv.

Auch im alltäglichen Leben breitet nach und nach die Angst vor den Konsequenzen eines Angriffs aus

"Ich war im Gymnasium. Ich erinnere mich noch daran, dass uns die Sirenen mitten in der Nacht aufgeweckt haben. (...) Dann haben wir unter Terror gewartet bis die Raketen rund um Haifa niederfallen", schreibt der israelische Journalist Ami Kaufman im Online-Magazin +972.

Er ist kein Hellseher, der einen bevorstehenden Krieg mit dem Iran herauf beschwört. Wovon er spricht ist der Golfkrieg, als Saddam Hussein am 18. Und 19. Jänner 1991 Raketen auf Tel Aviv und Haifa feuerte. Die damalige Bedrohung durch Saddam Hussein ist auch heute noch für viele Israelis ein Symbol dafür, dass auch Tel Aviv nicht unerreichbar für Angriffe aus feindlichen Nachbarländern ist. Dass das Hauptquartier der israelischen Armee mitten in Tel Aviv steht, könnte auch so manchen Stadtbewohner beunruhigen.

Nervöse Stimmung

Während sich die mediale Kriegshetze und ihre Gegenstimmen immer weiter in die Höhe schaukeln, breitet sich auch im alltäglichen Leben nach und nach die Angst vor einem möglichen Gegenschlag aus, der auf einen israelischen Angriff auf Irans Atomanlagen folgen könnte. Gasmasken werden ausgeteilt, Luftschutzbunker vorbereitet, und Büros halten Übungen für den Ernstfall ab. Ausländer in Israel, wie etwa Journalisten, kontrollieren ihre Notfalltaschen, in denen sich Pulver gegen Radioaktivität, Gasmasken und Schusssichere Westen befinden. Dabei spielen auch die immer dringlicheren Spekulationen von Politikern mit der Angst der Bevölkerung eine Rolle. Die Medien (inklusive diesem Blog) springen auf den Zug auf. Ohne jegliche Grundlage auf neue Informationen aus dem Iran übernehmen sie die Prophezeiungen der Politik. Dabei kann auch sein, dass die Politik genau das will, um die öffentliche Meinung durch Angstmache in die Pro-Angriff Richtung zu trimmen.

"Soweit es von Benjamin Netanyahu und Ehud Barak abhängt, wird ein israelischer Luftschlag gegen die Atomanlagen im Iran wird in den Herbstmonaten dieses Jahres stattfinden, vor den Wahlen in den USA im November", schreiben die reonmmierten Kommentatoren Nahum Barnea und Simon Shiffer in Israels größter Zeitung, Yediot Ahronoth. Auch immer mehr politische Insider setzen klare Zeichen, und sprechen teilweise nur mehr von Wochen.

Bei all dem ist es wichtig nachzuschauen, ob ein Angriff auf den Iran eigentlich von der Bevölkerung unterstützt wird. Der Peace Index des Israel Democracy Instituts fragte im Februar diesen Jahres nach (Link zum PDF).

Soll Israel den Iran alleine angreifen?

65 Prozent von 500 befragten jüdischen Israelis unterstützten nach der Umfrage einen Angriff auf den Iran, jedoch nur im Tandem mit den USA. 72 Prozent meinen sogar, dass ein solcher Angriff hohe Chancen hat, Irans Atomprogramm für lange Zeit aufzuhalten. Unter Arabern in Israel liegt die knappe Minderheit an Unterstützern bei 47 Prozent. 51 Prozent sind gegen einen Angriff.

Auch aus einer Umfrage der Zeitung Maariv diesen Monat ging hervor, dass die meisten Israelis US-Unterstützung für nötig halten. Sollte es aber soweit kommen, dass "der letztmögliche Zeitpunkt eintritt, in dem Israel das Atomprogramm aufhalten kann", sehen immerhin 35 Prozent einen Alleingang Israels für nötig.

Die US-Universität Maryland hat ebenfalls nachgefragt. Der Umfrage nach unterstützen nur 19 Prozent der befragten Israelis einen Angriff ohne Hilfe der USA. Immerhin 34 Prozent sprachen sich in der Umfrage vom Februar gegen einen Angriff aus.

Und was passiert nach einem israelischen Angriff?

74 Prozent der befragten jüdischen Israelis sagen, dass die Hisbollah gemeinsam mit dem Iran einen Gegenangriff starten würde. Dabei liegt auch die Angst vor möglichen Chemiewaffen in der Luft.

Und was bedeutet all das?

Die Gegner eines israelischen Angriffs auf den Iran haben in den letzten Tagen Demonstrationen abgehalten und einen Zeitungskommentar nach dem anderen publiziert. Doch in Summe scheint die israelische Öffentlichkeit einen Angriff zu unterstützen, solange dieser in Absprache mit den USA passiert und letztlich erfolgreich ist. Gleichzeitig trauen aber nur vier von zehn Befragten einer Umfrage der israelischen Zeitung Maariv dem Urteilsvermögen von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Ehud Barak.

Sollte Israel den Iran angreifen, werden der Verteidigungsminister Ehud Barak und der Premierminister Benjamin Netanyahu wohl die ersten sein, die in die Sicherheit eines Bunkers wandern. Sollten wie schon im Golfkrieg 1991 wieder Raketen in Richtung Tel Aviv fliegen, wird es vermutlich länger dauern als zwei Tage. Doch wie der amerikanische Generalstabschef Martin Dempsey vermutlich richtig sagt, wird ein israelischer Angriff das iranische Atomprogramm nicht stoppen, sondern nur verzögern.

Ein Picknick?

Was nach einem Angriff kommt, weiß niemand. Auch wenn man es nicht wirklich vergleichen kann: Afghanistan und der Irak habe gezeigt, dass vermeintliche kurze Operationen sich in eine langfristige Krise auswachsen können.

Zumindest der Humor bleibt in Israel vorerst aufrecht. "Der nächste kulinarische Trend wird aus dem Iran kommen, mit Raketen, schreibt der Haaretz-Journalist Ori Ezrati. Im Bunker wird man Dosenfutter essen. In den Angriffspausen werden die Geschäfte gestürmt, und Produkte werden schnell vergriffen sein. "Was werden wir im nächsten Krieg essen?", fragt er.

"Krieg ist kein Picknick und die Heimatfront ist kein Spiel", hat Ehud Barak jüngst gesagt. Ezrati schreibt zynisch: „Wenn wir kurz ignorieren, dass uns unsere Anführer in der Tat wie ein Spiel behandeln (...) könnte Krieg am Ende ein Picknick sein. Oder vielleicht auch nicht." (Andreas Hackl, derStandard.at, 15.08.2012)

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Zwei Dinge sind unendlich ...

...das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

Albert Einstein

tröste Dich

bei Dir auch nicht so

damn *

versehentlich auf Grün geklickt

wahrlich ...

ein Schenkelklopfer

wenn man diesen artikel liest, ein ganzes land flieht in den bunker.
Ein ganzes volk in angst und schrecken und psychose
isarael spürt schön schwert iran an seine kehle.

Eine abrahamitische Religion gegen die andere ... wie schön.

Man könnte glatt Popcorn vorbereiten, wenn's nicht so armselig wär. Aber Gott will es anscheinend so.

Es sollen auch schon kommunistische Staaten

miteinander Krieg geführt haben.

du irrst Israel hat zwar kein Recht aber es hat Narrenfreiheit, Recht des Stärkeren aufgrund der gerösen Unterstützung und Duldung der USA,
die USA könnte wenn sie wollte Frieden in die Region brigen, was bringt sie Instabilität Tod und Verwüstung und ewige Konflikte nach dem Motte Teile und Herrsche ;)

man sollte

mal in den usa nachfragen, wie viele menschen sich dort über einen möglichen neuen krieg freuen und wie viel lust man in der bevölkerung, die gerade eine der schlimmsten wirtschaftskrisen in der geschichte des landes überstanden hat, verspürt, sich in ein neues nah-ost abenteuer zu stürzen, das sich eine handfeste krise verwandeln könnte. aber ja - who cares for the people, they have got the oil there. frage mich auch, ob europa wieder einmal dumm und stumm danebenstehen und zusehen wird, wie sich die mächte vor seiner haustüre austoben. europa scheint ja keinerlei meinung mehr zu haben - vielleicht sollte es israel einmal tatkräftig unterstützen, und helfen das regime im iran zu stürzen, wäre ja auch eine möglichkeit.

Im Prinzip sind 65% für einen Vernichtungskrieg...

Ich bin schockiert.

ist das so schwierig

das einzige, was man von Ahmadinejad und seinen Mullahs verlangt, wäre ein bisschen Zurückhaltung.
Niemand wird gezwungen, I. zu lieben und die Typen in Teheran können ihre Animositäten gegen I. ruhig artikulieren.
Sie sollten NUR dabei von den bescheuerten Vernichtungspzhantasien gegen I. abgehen und aufhören, ihre Schergen, die I. nur als Entschuldigung für ihr Morden an Arabern und sonstiger Moslems missbrauchen (siehe z.b. Hisbollah im Libanon bzw. Baath in Syrien) logisitsch zu unterstützen.
Wäre damit so viel verlangt?

Nein ist es nicht - das Beispiel Irak zeigt, dass auch 100% Kooperation mit dem Westen nicht vor einem Angriff schützt.

Dem Iran droht man indirekt oder direkt schon so lange, dass das Beispiel Nord-Korea verdeutlicht - wer Zur 'Achse-des-Bösen' gezählt wird und keine A-Bomben besitzt kann sich nicht sicher wähnen.

Zudem wurde der Iran bereits 10 Jahre mit einem Krieg überzogen, zu dem die Amerikaner mit angestachelt haben. Das haben die Iraner sicher auch nicht vergessen.

Weiterhin - Israel droht auch schon lange und wie unberechenbar es ist, hat es schon öfters demonstriert (Libanon).

Obama ist zwar nicht so ein Kriegstreiber wie sein Vorgänger, aber wer weiß schon, was nach der nächsten Wahl los ist.

Den Besitz der A-Bombe ist für den Iran gegenwärtig die einzige Option - und wie selbst isr. Geheimdienste einschätzen - zum Schutz und sonst nichts.

naja, so ein bißchen zurückhaltung

sollte man dann auch von israel erwarten dürfen, nicht wahr?

z.b. könnte ja ein außenminister mit seinen vernichtungsfantasien in die schranken gewiesen werden, die schergen des mossad mit ihren morden und die schergen der idf mit ihren "außergerichtlichen hinrihtungen" und "vergeltungsakten" aufhören und natürlich auch den "arabern und sonstigen moslems" die politische selbstbestimmung gewährt werden

sie haben schon recht: würden sich alle ein wenig zurückhalten, das leben wär viel einfacher...

aber wenn halt immer nur der andere sich zurückhalten soll, wird das nicht funktionieren

@ridi & djuli

gegen Eure Schwafeleien sind die Märchen aus 1001er Nacht die reinsten Tatsachenberichte.
Die Iraner fürchten sich vor I., weil sie berechtigte Angst davor haben, von denen gegrillt zu werden.
Saddam Hussein war ein einfacher willfähriger Scherge der Amis, der sich später gegen die nur sich emanzipieren wollte oder was??
Der Libanon war vor der isr. Invasion ein funktionierendes multikulturelles Experiment???
und..?
na i mog nimma!

"gegen Eure Schwafeleien sind die Märchen aus 1001er Nacht die reinsten Tatsachenberichte"

wenn man ad rem nicht mehr weiter weiß, "argumentiert" man halt ad hominem

über saddam hussein und den libanon hab ich kein wort gesagt, also unterstellens mir da nix

Ihre behauptungen über vermeintliche "Vernichtungsphantasien gegen I." basieren auf Verfälschungen:

ab 14:15:

http://www.youtube.com/watch?v=2m5S0j7mx3I

Und sie stimmen nicht überein mit der Tatsache dass iranische Juden lehnen es bis heute trotz israelischer finanzieller Anreize ab, nach Israel auszuwandern.

hahahahaaa

einfach mal auf http://german.irib.ir/nachrichten/nahost
gehen. Da kannst Du Dir ein hochoffizielles Bild von der Einstellung des Irans über I. machen.
Wenn Du das als Zeichen von Kooperation und Aussöhnung sehen willst, dann hilft dir gar nichts mehr.
Zufällig war in den 80iger Jahren, direkt auf der anderen Strassenseite von meiner Wohnung nur ein Stockwerk unter mir ein Flüchtlingslager pers. Juden, die dort auf Durchgang nach I. und USA waren eingerichtet. So wenige waren das damals aber gar nicht.
http://www.ots.at/presseaus... en-in-wien

Mit den Vernichtungsphantasien haben´s schon recht.

Warum allerdings die Mullahs mit der Unterstützung von regionalen Diktaturen und Gruppierungen aufhören sollte ist fraglich. Das macht die USA ebenso, die Türkei, die Saus´s, usw. Der Versuch, Hegemonie in der Region auszuüben ist für Iran ebenso legitim oder illegitim wie für jeden anderen auch.

Nach der Sache in Syrien ist halt Zurückhaltungein bisserl

schwierig denn der IRan muss damit rechnen dass man versuchen wird über die Kurden und Aserbeijaner einen Bürgerkrieg im Iran anzuzetteln

israel hat nicht das geringste recht den iran anzugreifen

es gibt keine ernste bedrohung uasser netanjahu und co der iran ist sache der uno und nicht israels sollten sie angreifen gehören sie als kriegsverbrecher nach den haag

der iran

fuehrt einen stellvertreterkrieg gegen israel.

Ein Angriff wäre trotzdem Wahnsinn.

nur eine verschwindende minderheit derer, die nach den haag gehören, kommen tatsächlich jemals dorthin

"Doch in Summe scheint die israelische Öffentlichkeit einen Angriff zu unterstützen, solange dieser in Absprache mit den USA passiert und letztlich erfolgreich ist"

ja - wenn man nur immer vorher schon wüßte, wie ein selbst angefangener krieg ausgeht (wir in a und d hben da ja schon ein wenig einchlägige erfahrung) und außerdem sicher sein könnte, daß eh andere für einen selbst den schädel hinhalten...

Es scheint, ein Gutteil der Israelis unterstützt einfach immer alles was ihre Regierungen tun - ernst zu nehmende Opposition gegen das Siedlungsprojekt gabs auch nie.

Außerparlamentarische Opposition kleiner Grupierung allerdings schon.

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