Pflegegeld: Knapp weniger Bezieher als vor einem Jahr

  • Pflege daheim.
    apa-foto: barbara gindl

    Pflege daheim.

Im Juni bezogen 434.617 Personen Pflegegeld

Wien - Im Juni ist die Zahl der Pflegegeldbezieher gegenüber dem Vorjahr minimal zurückgegangen. 434.617 Bezieher bedeuten eine Reduktion von 670 Personen bzw. um 0,15 Prozent (2011: 435.287). Das geht aus den neuesten Daten des Sozialministeriums hervor. Gegenüber dem Mai (435.517) sank die Zahl um 0,2 Prozent. Insgesamt bezogen zum Halbjahr 5,14 Prozent der Bevölkerung Pflegegeld.

Seit Jänner wird in der Statistik nicht mehr zwischen Bundes- und Landespflegegeldbezieher unterschieden. Grund dafür ist die Überführung des Landepflegegeldes in Bundeskompetenz, die mit Jahreswechsel erfolgt ist.

Von den nun 434.617 Pflegegeldbeziehern entfielen 97.054 auf Stufe 1, 133.729 auf Stufe 2, 74.723 auf Stufe 3, 61.139 auf Stufe 4, 41.568 auf Stufe 5, 17.542 auf Stufe 6 und 8.862 auf Stufe 7. Die Einstufung orientiert sich nach dem Pflegebedarf nach Stunden.

Die Strukturreform im Pflegebereich sieht man im Sozialministerium im Zeitplan. Ein gemeinsamer Vorschlag der Reformarbeitsgruppe Pflege soll bis Ende 2012 vorliegen, hieß es aus dem Büro von Minister Rudolf Hundstorfer. In der Arbeitsgruppe sind Bund, Länder und Gemeinden sowie "alle Systempartner" (Sozialpartner, Seniorenorganisationen, Dienstleister, NGOs, etc.) vertreten, heißt es.

Ziel sei die Harmonisierung zwischen den einzelnen Bundesländern betreffend Mindeststandards, Personaleinsatz, Versorgungsgrad, auch die Kostenbeiträge sollen angepasst werden. Ebenfalls auf der Agenda steht die Rekrutierung von zusätzlichem Pflegepersonal (wegen Pensionierungen und steigendem Bedarf) sowie eine Reformierung der Ausbildung ("modular und durchlässig"). Betreffend der Finanzierung heißt es, diese solle weiterhin über Steuern laufen, die deutsche Versicherungslösung sei "kein Vorbild". (APA, 15.08.2012)

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4 Postings
(A-) sozial(istisch)

"Harmonisierung" bedeutet im Klartext eine drastische Verschärfung der Zugangsbedingungen, Einstufung in niedrigere Pflegestufen, keine Indexierung seit Jahren.
Also WENIGER GELD für Pflegebedürftige.

Ich habe die leise Hoffnung, daß die 435.000 Pflegefälle die Kraft finden, sich beim Herrn (A-) Sozialminister und seiner (A-) Sozialistischen Partei bei den nächsten Wahlen bedanken.

Ja, weniger als vor einem Jahr.

Und? liegt wohl nicht zuletzt daran, dass die zur Hilfe benötigten Stunden (Bedarf zur Hilfe) angehoben wurde. Pflegestufe 1 zB. von 50 auf 60 Stunden per Monat; mit 59/h Bedarf hast den aufgedrehten ...

Wie in so vielen Bereichen einfach eine Statistikbehübschung.
Man verschiebe ein paar "Be-MESSungseinheiten einfach nach Belieben rauf oder runter (natürlich zu UNgunsten derer, die Hilfe brauchen, und schon passt es wieder ... für die Statistik.

Ganz einfache Lösung, alle Menschen die einen Anspruch auf Pflegegeld haben werden in dem Zeitraum der Pflege steuerbefreit und schon braucht es kein staatliches Pflegegeld mehr.

ganz einfache lösung

sie denken vorher ein bisl nach und schreiben erst dann ein post.

die mehrheit der pflegebedürftigen hat kein einkommen , oder so wenig ,...
den rest können sie hoffentlich selbst ergänzen

dafür gibts auch noch grün , nicht zu packen !!!

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