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London/Sydney - Lernen ohne Pausen verringert den Erfolg. Fehlen die Unterbrechungen, kommt es zu einem Übertraining, bei dem sich die Leistung verschlechtert. Ursache ist eine Störung der Konsolidierung, also Überführung der Lerninhalte vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis. Dies legen die Ergebnisse einer Studie der Psychologen Soren Ashley und Joel Pearson von der Universität von New South Wales in Sydney (Australien) nahe. Sie berichten darüber im Fachjournal "Proceedings of the Royal Society".
Wie die Forscher in einem Experiment herausfanden, kann bereits eine Pause von einer Stunde eine schlechtere Leistung durch Übertraining verhindern. Ihr Versuch basiert allerdings nur auf 31 Studenten, die sie in drei Gruppen aufteilten: Standard, Übertraining und Kontrolle. Alle Gruppen durchliefen ein Lerntraining, bei dem sie auf einem Monitor die Richtungen von sich leicht bewegenden Punkten angeben sollten. Die Teilnehmer mussten sich sehr schnell für links oder rechts entscheiden. Bei einer korrekten Antwort erklang ein hoher Ton, bei einer falschen ein tiefer Ton.
Die Standardgruppe hatte zwischen zwei Lerneinheiten eine Stunde Pause, die Übertraining-Gruppe nicht. Die Kontrollgruppe absolvierte nur eine Lerneinheit. Der Erfolg wurde mit einer weiteren Übung am folgenden Tag überprüft. Das Ergebnis: Die Gruppe ohne Pause hatte viel weniger richtige Antworten als die beiden anderen Teams.
Die Reaktionszeit der Gruppe, die keine Pause hatte, verschlechterte sich jedoch nicht. Die Forscher folgern daraus, dass beim Übertraining keine Ermüdungserscheinung beim Blick auf den Monitor vorliegt. Stattdessen führt die fehlende Unterbrechung nach Ansicht der Wissenschafter dazu, dass die Lerninhalte nicht optimal ins Langzeitgedächtnis übertragen werden.(APA, 15.8.2012)
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SCHULE heißt ja ursprünglich PAUSE. Wenn die alten Griechen sich im Stress zu verlieren drohten, gönnten sie sich SCHOLAE = innehalten, zu sich und zur Besinngung kommen, wieder mit sich eins werden.
In der Ich-kann-Schule weiß man auch, was LERNEN heißt: eine Fährte des Lebens verfolgen, eigene ErFAHRungen sammeln. Dabei ergeben sich nicht bloß Unterbrechungen sondern SINN und eine vitale Erlebnisstruktur, die das Merken erleichtert.
Wenn man den Lehrplanvollzug nur immer wieder unterbricht, ist der Grundfehler der Pädagogik noch immer voll da.
Freundlich grüßt
Franz Jlsef Neffe
"... Lerntraining, bei dem sie auf einem Monitor die Richtungen von sich leicht bewegenden Punkten angeben sollten."
das ist ein wahrnehmungstraining, aus dessen ergebnissen man folgert, dass ermüdung wahrscheinlich(!) auswirkungen hat auf:
(hier) lernerfolg
autofahren
langlaufen
sich langweilen
putzen
...
... keine Computer bzw. Maschinen.
Das Maschinenzeitalter hat uns da wohl zu einer fehlerhaften Denkweise animiert. Im Grunde wäre es ja wohl am effizientesten (wieder dieses produktions-relatete Wort...) einfach darauf zu achten, wann es einem zu viel wird, und dann eine Pause bzw. auch etwas anderes zu machen. So viel ich weiss, reicht es auch, einfach andere Hirnareale zu nutzen, um eine Konsolidierung zu ermöglichen.
Aber das wäre wohl zu nah am Menschen orientiert, und die Angst vor Ineffizienz zu groß, um sich darüber überhaupt Gedanken zu machen...
lernen findet eben nicht bloß beim sitzen vor dem
monitor statt, sondern auch noch danach (es schwingt gewissermaßen eine gewisse zeit immer was nach). die gruppe mit pause hatte somit zwei nachschwingphasen und in summe somit länger gelernt.
unterscheidung in kurz- und langzeitgedächtnis ist verzerrender unfug, wenn man die vorgänge beim lernen verstehen will! ebenso wie der übliche blödsinn mit dem unterbewusstsein.
Das sind natürlich nur vorläufige Ergebnisse, weil die Versuchsgruppe zu klein war. Ein Pilotprojekt eben.
Aber die Hinweise sind hochinteressant und versprechen die Erschließung wissenschaftlichen Neulands. Man sollte für diese Studien die Projektanträge, die garantiert noch kommen werden, ohne Einschränkung positiv behandeln.
Komisch, genau diese Erkenntnis wurde mir schon 1967 an der damaligen Hochschule Linz im Rahmen der Einführung in die Psychologie vermittelt. Seither versuche ich, meinen Studenten klar zu machen, dass sie nicht den ganzen Stoff in einem Zug kurz vor der Prüfung "büffeln" sollen, sondern ihn in kleinen Quanten und mit Pausen "begreifen" lernen sollen. Meine Empfehlungen finden aber zumeist keinen Anklang. Entsprechend sind dann die Noten. Ich frage mich, warum die Ergebnisse der Lernpsychologie jetzt plötzlich als Neuheit serviert werden. Es scheint, man forscht, ohne den Forschungsstand zu prüfen. Oder täusche ich mich?
werden bei der Erstellung der Lehrplänen an den Schulen noch theoretisch, später an den Uni´s und FH´s eigentlich überhaupt nicht mehr berücksichtigt.
An den Unis ist es zumindest in den MINT-Fächern so, dass die Vortragenden, die den Lehrstoff in den richtigen Häppchen didaktisch korrekt servieren, als leicht und "zu einfach" verschrien snd, während diejenigen, die didaktisch so gut wie alles falsch machen, was nur möglich ist, als die schweren und "guten" Prof´s gelobt werden.
Ist doch in der Psychologie fast immer der Fall: entweder ist das Resultat ziemlich offensichtlich oder schon von vornherein bekannt.
Ich habe mir genau das gleiche wie Sie gedacht als ich diesen Artikel las: auf Schulen und Universitaeten wird schon seit Jahrzehnten (Jahrhunderten?) gepredigt beim lernen/wiederholen regelmaessig Pausen einzulegen.
Ich habe ja keine Ahnung, was Sie so an psychologischer Fachliteratur lesen, aber in jedem Artikel wird ausführlich der bisherige Forschungsstand besprochen, wie auch in diesem hier. Die berücksichtigen Studien können Sie gerne in der Einleitung nachlesen:
http://rspb.royalsocietypublishing.org/content/e... l.pdf+html
Das Problem liegt (wie so oft) am Wissenschaftjournalismus. Die Publikation behandelt den Einfluss von Konsolidierungsprozessen im Wachzustand auf das Lernen bei Wahrnehmungsaufgaben, einen Spezialfall also. Was macht der Standard daraus? Siehe Überschrift.
Ohne jetzt die Studie zu kennen - zumeist wird an Teilaspekten geforscht, die dann von JournalistInnen nicht berichtet sondern unzulässig generalisiert werden, sodass dann wiederum Verwunderung entsteht, warum zu bereits Bekanntem geforscht wird.
Dass der Versuch "nur" mit 31 StudentInnen durchgeführt wurde, ist ja auch so ein Gustostückerl. Hier wird ja nicht auf Repräsentativität für eine Grundgesamtheit abgezielt und wenn die Varianz niedrig und der Effekt groß genug ist, dann ist das ja wohl eher ein Zeichen für die Eindeutigkeit des Beobachteten.
die finden alles raus! Die finden wirklcih alles raus!Unglaublich! Unfassbar! Ich bin sprachlos!
Vielleicht könnte man jetzt noch prüfen ob man stockbesoffen mit 3 promille oder nüchtern besser lernt. Ich bin schon ganz gespannt was da wohl raus kommt!
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