Deutsche Studie: 79 Prozent der Studierenden schummelt

14. August 2012, 17:56

Jeder Fünfte hat schon einmal ein Plagiat abgegeben - 94 Prozent der Plagiate bleiben unentdeckt

Schummeln, Plagiieren und Fälschen an Universitäten sind in den letzten Jahren nicht zuletzt durch die öffentlich gewordenen Plagiatsfälle von Politikern ein Dauerthema. Eine deutsche Studie hat nun erhoben, wie weit verbreitetet Schummeln an den deutschen Hochschulen ist. 79 Prozent aller Studierenden haben innerhalb eines Semesters mindestens einmal geschummelt, knapp 20 Prozent haben zumindest einmal ein Plagiat abgegeben. Das berichtet das Magazin "ZEIT Campus", dem die Studie vorliegt. 

Meist bleibt das Plagiieren ohne Konsequenzen, 94 Prozent der Plagiate bleiben unentdeckt. Fast ein Drittel der Naturwissenschaftler und Mediziner fälscht oder erfindet Messergebnisse, 37 Prozent aller befragten Studierenden schreiben Prüfungen vom Sitznachbarn ab. Besonders hoch ist die Zahl bei Medizinern. Hier schielen zwei Drittel auf den Prüfungsbogen des Sitznachbarn.

Die Studie wurde zwischen 2009 und 2012 von Soziologen der Universität Bielefeld und der Universität Würzburg durchgeführt, in mehreren Wellen wurden 2.000 bis 6.000 Studierende und 1.400 Dozenten befragt. (red, derStandard.at, 14.8.2012)

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hab selbst ein technisches studium (fast) abgeschlossen, hab dabei genau 2x geschummelt (waren kurse über grundlagen it-recht und bwl-grundlagen)

weiter unten hat jemand sinngemäß geschrieben: "man ist nicht wegen der scheine auf der uni." naja, meine erfarung zeigt sehr deutlich, das 80% der studentInnen genau wegen dieser scheine auf der uni sind. in ÖSTERREICH zählen abschlüsse/zeugnisse/kontakte, was man schlussendlich wirklich kann, ist nebensache. das ist traurig, aber realität.

wenn man wirklich was lernen möchte, bieten sich die meisten unis dafür sehr gut an. ich sage aber auch, wenn sich einer durch's studium schummelt, nehm ich's ihm/ihr auch nicht übel. denn schummeln ist überall, also auch auf der uni, erlaubt, wichtig ist nur, sich nicht erwischen zu lassen

Echt erbärmlich.

Ich hab in der Oberstufe leidenschaftlich gern und mit größter Kreativität Schummelzettel für uninteressante Fächer wie Musik oder Reli geschrieben. Aber wenn man das auf der Uni noch nötig hat, in dem Studium das man sich selbst ausgesucht hat, dann hat man dort absolut nichts verloren.

nicht jedes fach ist interessant

wenn man bedenkt das man 180 credits für bak und 120 credits für master benötigt - glaube nicht, das da alles lustig ist.

Am wichtigsten ist es wohl zu wissen, wo man das Wissen herbekommt! Obs s eigene Hirnkastl ist oder das des Nachbarn scheint ja im Nachhinein nirgends auf!

nach der schule nicht mehr geschummelt. der aufwand ist mir bei aufsicht, zufälliger platzzuweisung und 2 bis 6 testgruppen zu groß.
außer man nennt auf tutoren hören, die mit vollem wissen des prüfers ein paar fakten beim der mündlichen prüfung einsagen schummeln

wo ist das problem beim schummlen?

habe bis jetzt bei jeder prüfung geschummelt. selbst wenn ich den stoff konnte eine formel oder so "aus tradition" immer am schummler der am mann ist.^^

-.-

Frag dich mal selbst nach deinem geistigen Alter. Und außerdem: Durch schummeln belügst du dich im Endeffekt nur selbst, wirst dann im späteren Leben schon sehen was dieses Verhalten gebracht hat.

wahnsinn, sind Sie vielleicht cool

ihre sicherlich genauso coolen Freunde finden das sicher auch ganz supidupi

sternguckers Befund:

100% der Online-Standard-Redakteure stehen auf Kriegsfuß mit der deutschen Grammatik.

Oder

wie mein 4-jaehriger zu sagen pflegt: du schimmelst.

Schummel in Maschinenbau oder Elektrotechnik ist extrem schwierig bis unmöglich.

Bei meinem Wirtschaftsrechtstudium war das einfacher, habe jedoch nie geschummelt. Mich hat es immer geärgert, wenn Leute sogar mit den Smartphones geschummelt haben.

Manche Leute verstehen nicht, dass man nicht wegen den "Scheinen" auf der Uni ist.

Ich habe einmal geschummelt, ich gebe es zu (NaWi)

Mitten in der Prüfung die Prüfungsbogen mit einer Kollegin gewechselt und ihr Korrekturzeichen an den Rand gesetzt, während Sie versucht hat, zu entziffern, was ich gekritzelt hatte.

Die war während der Vorbereitungszeit mit Opiat vollgepumpt und konnte daher sehr schlecht lernen. Mehr als zwei Stunden/Tag ohne Schmerz­mittel hat sie nicht ausgehalten, mit Opium im Blut will der Lern­stoff aber nicht ins Hirn.

Wieso soll so etwas im Maschinenbau unmöglich sein? Gibt es nur mündliche Prüfungen? Dann glaube ich es, sonst nicht.

Bei langen Klausuren, wo man selten wirklich fertig wird und langen Rechenbeispielen, hat man beinahe keine Chance zum Schummeln.

Man kann vl. kurz ein Ergebnis kontrollieren, aber das bringt im Normalfall eigentlich nichts.

langen Klausuren, wo man selten wirklich fertig wird

Na gut, das traf auf die entsprechende Prüfung nicht zu. Die war vom Stoff her ziemlich pipifax, hätte man auch in 30 oder 40 statt der vorgegebenen 50 Minuten schaffen können (wenn man nicht völlig zugedröhnt ist).

so wie im richtigen Leben

da ist schummeln auch das um und auf...

man sollte effektives Schummeln als Pflichtfach einführen, damit die gutmütigen Ehrlichen in der Wirtschaft auch eine bessere Chance haben nach oben zu kommen wie schummelnde Ellbogen Karrieremenschen

;)

also diese schlagzeile...ein dank an die korrekturlesung!

aber nein!

es kann doch nicht sein, was nicht sein darf. und natürlich finden sich hier genügend blinde und heuchler, die diese altbekannte tatsache menschlichen verhaltens bestreiten. man könnte dabei doch einiges vom akademischen glanz verlieren!
man kann es den 99% nicht vorwerfen, dass sie studieren, weil sie es müssen, um gute jobs zu bekommen, und nicht weil sie an wissenschaftlichen arbeiten interessiert sind!

Plagiat abgeben mag funktionieren, aber bei einer Prüfung schummeln?

2 Kontrolleure gehen ständig durch die Reihen der vielleicht 50 zu Prüfenden, dazu 2 Überwachungskameras. Mitnahme von Essen/Trinken, Taschen, Jacken, Papier, etc. an seinen von der Prüfungsaufsicht direkt vor der Prüfung zugewiesenen Sitzplatz ist sowieso strengstens verboten. Wenn man überhaupt einen Taschenrechner bei mathematischen Prüfungen mitnehmen darf, dann nur einen nichtprogrammierbaren.
Zum Nachbarn hinüberschauen wäre sehr auffällig, bis zum vorne Sitzenden zu sehen, dazu braucht man ausgezeichnete Augen und das Glück, dass dieser zufällig genau dieselbe Frage beantwortet, und dazu auch noch richtig.

Wo studieren Sie? In Guantanamo?

so schauts bei unseren größeren prüfungen aber auch aus...

Ja dient aber meist der Abschreckung und wirkt auch. Sobald laufend jemand durchgeht ist die Angst vorm erwischt werden natürlich größer was die meisten auch abhält. Weiters wird halt besonders am Anfang ermahnt wenn jemand einen kleinen Blick riskiert. Zumindest bei uns wars aber so, dass bei den großen Prüfungen (BWL) dann halt beim abgeben verglichen und/oder noch schnell abgeschrieben oder/und ein Zettel usw. rausgekramt wurde. Bei 100 Personen im Hörsall ists dann Schluss mit der Übersicht wenn die Hälfte aufsteht und nach vorne geht..

Hab aber auch schon erlebt wo Aufsichtspersonen bewusst weg geschaut haben, wenn jemand offensichtlich ein Buch am Schoß hatte oder einige Zettel im Kodex oder in der Formelsammlung.

naja, ich habe auch schon Pruefungen erlebt, wo die Studenten ihr Skriptum neben sich oder unter ihrem Tisch hatten, per Handy kommunizierten

Pruefungen laufen ja nicht ueberall so ab wie beschrieben
(eine Aufsicht, die mit dem Handy beschaeftigt ist; alle Sachen mitnehmen zum Platz, ...)

Das wichtigste haben die Autoren dieses Artikels vergessen. Nämlich zu erwähnen wie die Studienautoren ein Plagiat definieren. Die meisten Leute denken bei einem Plagiat an das Kopieren einer ganzen Arbeit aus dem Internet. Die meisten Plagiatsfälle sind aber weit weniger dramatisch und oft völlig unbeabsichtigt. Es kann jedem passieren versehentlich zwei Referenzen zu vertauschen. Streng genommen handelt es sich dann um ein Plagiat.

Wer falsch zitiert, plagiiert nicht, weil er kein fremdes Gedankengut für eigenes ausgibt.

Es kann jedem passieren versehentlich zwei Referenzen zu vertauschen.

Sowas passiert nur mit Word, nicht mit LaTeX.

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