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Nahrung sammeln und Katzenwäsche in den Allgäuer Alpen. Acht Teilnehmer legten in sieben Tagen 120 Kilometer zurück.
Wie viele pro Jahr betroffen sind, weiß keiner so genau. Der Begriff ist nach wie vor diffus, eine klare Trennlinie fällt schwer. Unter "Burnout" werden oft mehrere Krankheiten und ihre Erscheinungsbilder subsumiert. Je nach Definition landen etwa auch Psychosen oder Suchterkrankungen, die in Arbeitsunfähigkeit münden, im Topf. Faktum ist, dass Burnout auf dem Vormarsch ist. Die Zahl der Krankenstandstage aufgrund von psychischen Problemen nimmt stetig zu. Burnout, auch als Erschöpfungssyndrom bezeichnet, wird mittlerweile nicht mehr als reine Managerkrankheit gesehen, es ist in der Mitte der Arbeitswelt angekommen.
Burnout ist das Resultat einer Kombination aus psychischen und physischen Faktoren, häufig begleitet von einer Depression. "Der Hauptgrund für Stress und Stressempfinden ist ein gestörter Stoffwechsel", sagt Sebastian Spörer, Leiter des Zentrums für Leistungsmanagement und Burnout-Prävention im deutschen Hopferau. Und präzisiert: "Den beeinflussen wir maßgeblich über Ernährung und Bewegung." Aus diesem Grund haben Spörer und sein Team im Juli einen Feldversuch - unter dem Namen "Metabolic Lifestyle" - gestartet. Das Experiment: Acht Leute marschieren sieben Tage durch die Allgäuer Alpen. Ohne Essensvorräte und Handys im Gepäck, dafür mit dem Ziel der Entschleunigung vor Augen.
Unter den Teilnehmern waren beispielsweise ein Marketingmanager, ein IT-Administrator, ein Bühnenbauer, ein Physiotherapeut und ein Bauingenieur, erzählt Initiator Spörer im Gespräch mit derStandard.at. "Normalerweise schieben wir Berge von Arbeit vor uns her", meint er, "Projekte ziehen sich oft über Monate". Im Gegensatz zu jenen in der Natur, wo es um das schnelle Befriedigen von Bedürfnissen geht. Nämlich elementaren Dingen. Wie zum Beispiel Nahrungssuche oder ein Dach über dem Kopf zu bekommen.
Für Spörer ist das eine "stoffwechselangepasste Lebensweise". Das Risiko, an Burnout zu erkranken, sinke dramatisch, wenn gewisse Parameter stimmen. "Gerade bei Erschöpfungskrankheiten gibt es eine klare Korrelation mit den Blutwerten." Um wie viel sich die Gefahr bei Normalwerten reduziert, lasse sich nicht in Zahlen ausdrücken. Dafür sei der menschliche Körper zu komplex, die Forschung noch im Rückstand, die Einflussfaktoren zu vielfältig, berichtet er von vielen Variablen. Was sich allerdings schon in Zahlen gießen lässt, ist, wie sich die Blutwerte der Teilnehmer entwickelt haben. Die Probanden wurden medizinisch getestet, auf ihren insgesamt 120 Kilometern durch die Allgäuer Alpen.
Die Bilanz: "In dieser Woche haben sich die Cholesterinwerte um 18 Prozent verbessert, der Blutzucker um 19 Prozent und die Schlafqualität - gemessen mittels EKG - ist um 30 Prozent gestiegen". Im Schnitt. Für Spörer sind das "markante Werte", die helfen, Erschöpfungskrankheiten zu minimieren. Ausgelöst durch eine Überbeanspruchung, die durch schlechte Ernährung und wenig Bewegung noch verstärkt werde. "Hier gibt es definitiv einen Zusammenhang mit der Leistungsfähigkeit."
Bis sich der Stoffwechsel der Probanden umstellte, brauchte es "zwei bis drei Tage", erzählt der Forschungsleiter, "erst dann haben wir Tritt gefasst." Zucker fungiert normalerweise als Energielieferant: "Der Entzug war in der Gruppe zu spüren." Ein Mangel, der kompensiert werden konnte und sich später als Stärke erweisen solle. Das ist zumindest der Plan. Denn das Ende des Experiments sei der Anfang für eine neue Form des Arbeitens, so hoffen es Spörer und die anderen Teilnehmer - versehen mit dem Zusatz "gesundheitsbewusst".
Konkrete Erfolge gebe es bereits zu verzeichnen. Einer hatte mit Schlafstörungen zu kämpfen, ein anderer mit Neurodermitis. "Beides ist weg", so Spörer.
Aufgrund der positiven Ergebnisse werde es im nächsten Jahr zu einer Neuauflage der Expedition kommen. Spörers Angaben zufolge gibt es im deutschsprachigen Raum nichts Vergleichbares. Nämlich ein Burnout-Präventionsprogramm, gepaart mit medizinischer Betreuung. Die Betonung liegt dabei auf "Prävention", wie er sagt, denn das Programm richtet sich nicht an akut Betroffene. "Bei einer Burnout-Ampel wäre das Signal auf Gelb." Die Kosten für Teilnehmer? 2.000 Euro pro Person. (Oliver Mark, derStandard.at, 20.8.2012)
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weil es ein komplexes Problem unserer Gesellschaft zeigt. Wir alle sind daran beteiligt, weil wir Aktien, billige Lebensmittel, Urlaube, Fernseher etc. haben wollen. Da gibts dann ehrlicherweise nicht nur einen Schuldigen ala "die böse Firma" oder die "böse Arbeitswelt". Am Burnout-Phänomen sind wir alle beteiligt. Weil das Problem nicht ganzheitlich gelöst werden kann, versuchen Psychologen, Psychotherapeuten, Ärzte, Coaches, etc. aber auch Unternehmen selbst mit mehr oder weniger hilfeichen und wirkungsvollen Maßnahmen bei den Betroffenen anzusetzen und zu helfen. Das ist zur Zeit (leider) das einzige was man tun kann und das sollte aber auch getan werden.
Da hat jemand wieder mal das gute alte Intelligenz-Pulver erfunden. Intelligenter werden die Teilnehmer sicher, wenn Sie merken, dass sich am eigenen Umfeld nichts verändert hat, sie gehungert und geschwitzt haben, und dass für diese Summe. Wenn diese dann noch drauf kommen, dass sie da die Seele auch an einem Pool, oder Andernorts hätten baumeln lassen können, sind diese Ihr Geld schon los.
Ich wünschte nur, ich hätte ein solch billiges Rezept auf Lager, woraus mir Einerseits wenig Kosten erwachsen, ich aber Andererseits von den Blöden die höchstmögliche Summe herausholen kann. :))
...des guten Herrn finde ich in dieser Form schwachsinnig. Das Burnout entsteht doch nicht durch Ernährung und Bewegung (das sind eher die Folgen des Burnouts) sondern durch Stress - der hormonell wütet - und Entspannung unmöglich macht.
Als ExBurnoutler weiß ich: Jemand der wirklich im Burnout steckt, oder drauf zu marschiert, macht keine Pause, wie sie hier beschrieben ist. Könnte er das, wäre Burnout nicht seine Gefahr. So jemand glaubt, nicht einmal die Zeit für einen Arztbesuch zu haben - geschweigedenn ein paar Tage Urlaub!
Und wenn Burnout dann erblüht ist, dann ist bereits der Gang zum Klo eine physische Herausforderung.
So ein "Wandertag" ist rund um aktuen Burnout unrealistisch...
Im übrigen, wer kuriert denn dann auch das Burnout, dass in den leeren Taschen herrscht? Aah! Jetzt geht mir ein Licht auf. Licht?! Was schreibe ich da, eine ganze Kerzenfabrik! Die Leute sollen einerseits das Burnout kurieren, und brennen dann die Geldtaschen aus, lernen aber gleichzeitig, wie sie auch ohne viel Geld überleben können. Warscheinlich gibt es dann ein eigenes Seminar, wie diese dann schnell wieder an Geld kommen, von selbigen Anbietern?
Wenn ich das nur höre.
Sowas saublödes. Wie wäre es die Menschen nicht mehr ökonomisch wie sozial auszubeuten. Die Intelligenten einzuspannen und die Dummen auzunutzen. Nicht mehr alles dem verschi..enen gewinnstreben unterzuordnen und einfach etwas empathischer zu sein. Ich rede nicht von freundlich. Die Freundlichen können auch schei..en gehen.
"Der Hauptgrund für Stress und Stressempfinden ist ein gestörter Stoffwechsel", sagt Sebastian Spörer
klar. oder doch die 12 stunden am tag plus arbeiten um das verdammte timelimit wieder reinzubekommen das irgendwelche halbwahnsinnigen tracker geplant haben?
Der Stress wirkt sich schon auf den Stoffwechsel aus - aber ganz anders als hier beschrieben. Nicht durch Ernährung und Bewegung sondern durch den permanenten Stress, damit Kortisolausschüttung usw. irgendwann kann das Gehirn nicht mehr abschalten, die Speicher rennen leer, gewisse Gehirnareale verkümmern...
Ich finde das Bauernfängerei, von "Burnout-Prävention" zu sprechen. Sobald Burnout ein Thema wird, ist ein solches Unterfangen völlig unmöglich.
Ich meine ja: Wenn Firmen die Burnout-Behandlung ihrer Mitarbeiter finanzieren müssten, würden sie eher darauf bestehen, dass Ruhephasen, Urlaub, Erholung stattfinden. Sie würden auch nach privaten Tiefschlägen wie Todesfälle etwas humaner mit den Leuten umgehen und ihnen Zeit lassen.
Das sind genau die A...öcher, die den Ruf des Burnouts so versemmeln und damit den Betroffenen erheblichen Schaden zufügen.
Das sind solche A...öcher, die Burnout wie eine schicke Modeerscheinung dastehen lassen, die man mit ein bisschen Luxus beheben kann.
Das sind die A...öcher, die das Etikett Burnout missbrauchen um ordentlich abcashen zu können.
Und wenn man sich die völlige Unkenntnis anhört, die in der Argumentaton durch sickert, wird das noch viel klarer.
Wenn man dem ein paar "echte" Burnoutler vorsetzen würde, dann kann er die höchstpersönlich durch die Gegend tragen und beten, dass sich keiner wo runterstürzt oder absichtlich giftige Beeren isst. Und er darf sich mit den täglichen Nervenzusammenbrüchen arrangieren...
das wirtschaftliche problem an der sache: nur geschätzte 5% aller burnout gefährdeten können sich das leisten...
die rasant wachsende gefährdetengruppe sind die working poors...
ein ähnliches programm ja: aber dann bitte so das es dem sozialsystem etwas spart (zielgruppe bzw. leistbarkeit) und die krankenkassen zuzahlen...
allen burnout gefährdeten mit 2000 euro kann ich nur anraten sich 3 wochen lang privat und all inclusive auf die alm oder sonst wo hinzusetzen...
Burnoutpräventionsseminar mit lebenslänglich wirkender Wunderformel beim Landwehrstammregiment 21. Abmarsch Maria Theresien Kaserne, dann in Allentsteig Sommer, Hitze, flirrende Luft, abgeerntete Felder, der Geruch der Erde, keine Vorräte mit, wenig Wasser, kein Mobiltelefon, viel Arbeit, wenig Brot. Aber immerhin war es kostenfrei mit Spesenersatz. Gut, hat insgesamt 6 Monate gedauert aber das Modul "Waldviertel" war nach 10 Tagen absolviert.
hätte vom standard mehr seriosität erwartet.
2000 euro für 7Tage wird wohl denen die da angesprochen sind wohl kaum auffallen - das kriminelle daran ist, den leiten glaubhaft zu vermitteln, dass diese 7 tage ihr leben verändern.
diese 7 tage verändern das leben der teilnehmer exakt 7 tage lan + an- und abreise
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