Mindestens 36 Tote bei Selbstmordanschlägen in Afghanistan

14. August 2012, 15:55

Dutzende Verletzte bei Angriffsserie in der Provinz Nimroz

Kabul - Beim Angriff eines Selbstmordkommandos auf einen Markt in der südwestafghanischen Provinzhauptstadt Zaranj sind am Dienstag zahlreiche Menschen getötet worden. Unterschiedlichen Angaben zufolge kamen zwischen mehr als 20 und mindestens 36 Menschen ums Leben, bis zu 70 weitere wurden verletzt.

Es seien mindestens 19 Zivilisten und drei Polizisten getötet worden, drei Selbstmordattentäter hätten am Dienstag in der Stadt an der iranischen Grenze auf einem belebten Markt Sprengstoffwesten gezündet, sagte der Polizeichef der Provinz Nimroz, Mohammad Musa Rasouli. 42 Menschen, unter ihnen Zivilisten und Polizisten, seien verletzt worden.

Der Provinzgouverneur Abdul Karim Brahawi sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von mindestens 36 Todesopfern, darunter 21 Zivilisten und 15 Sicherheitskräfte. Fast 70 Menschen seien verletzt worden.

Opferzahlen könnten noch steigen

Der Angriff dürfte den Angaben zufolge Zivilisten gegolten haben, da es keinerlei Regierungseinrichtungen in der Nähe des Tatorts gebe. Die Behörden schlossen nicht aus, dass die Opferzahlen weiter steigen würden.

Provinzratsmitglied Seddiq Shamshuddin sagte, sechs weitere Attentäter seien daran gehindert worden, sich in die Luft zu sprengen. Die Polizei habe drei davon erschossen und drei festgenommen. Ziel der Anschläge sei ein Markt in der Nähe eines Krankenhauses gewesen, wo zahlreiche Menschen für das Fest zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan in der nächsten Woche einkauften. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.

Schwerster Anschlag seit zehn Jahren

Der Anschlag ist der schwerste seit mehr als zehn Jahren in der üblicherweise friedlichen Provinz an der Grenze zum Iran. Im Sommer war es in der Provinz im Zuge der Übergabe der Verantwortung für die Sicherheit von westlichen Truppen an afghanische Kräfte zu heftigen Kämpfen gekommen. Laut einem UNO-Bericht sind in Afghanistan zwischen dem 1. Jänner und dem 30. Juni 1.145 Zivilsten getötet worden, knapp 200 wurden verletzt. Damit nahm die Zahl der Opfer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent ab.

In einem Hinterhalt in der nordostafghanischen Provinz Badakhshan wurden am Dienstag nach Angaben der Provinzregierung ein Distriktgouverneur und drei Grenzpolizisten getötet. Die Taliban bekannten sich zu der Tat. Bei einem Angriff Aufständischer auf einen Grenzposten in der ostafghanischen Provinz Kunar wurden ein Polizist getötet und fünf weitere verwundet, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Angreifer seien aus Pakistan gekommen.

Auf der pakistanischen Seite der Grenze wurden bei Gefechten am Unabhängigkeitstag Pakistans nach Angaben aus Sicherheitskreisen 23 Aufständische und drei Soldaten getötet. 18 weitere Soldaten seien bei den mehrstündigen Kämpfen am Dienstag im Stammesgebiet Orakzai verwundet worden, sagte ein Offizier der pakistanischen Grenztruppen, der nicht namentlich genannt werden wollte.  (APA, 14.8.2012)

Der Antiimperialismus lebt!

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.