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Jerusalem - Die Objekte sind etwa 8.000 Jahre alt, bestehen aus Ton und sehen aus wie Zylinder mit zugespitzten Enden - Zweck unbekannt. Aufgrund ihrer Form hatte man die jungsteinzeitlichen Artefakte, die an der Fundstätte Sha'ar HaGolan am Fuß der Golan-Höhen gefunden worden waren, für Phallus-Symbole mit kultischer Bedeutung gehalten.
Eine pragmatischere Interpretation bietet nun die Archäologin Naama Goren-Inbar von der Hebräischen Universität Jerusalem an, wie die BBC berichtete. Sie spricht von den "ältesten Streichhölzern" der Welt. Eine genauere Bezeichnung wäre "Feuerquirl", also eine Art Stab, mit dem durch die Methode des "Feuerbohrens" mittels Reibung ein Feuer entfacht werden kann.
Die Idee kam Goren-Inbar, als sie die Objekte im Jerusalemer Israel-Museum ausgestellt sah. Sie durfte sie zur näheren Untersuchung entleihen und unter dem Elektronenmikroskop untersuchen. Dabei konnte Goren-Inbars Team einige Spuren feststellen, die ihre Idee stützen dürften: Verschiedene Abnutzungsspuren an den Spitzen deuten darauf hin, dass die Tonzylinder einst in schnelle Rotation versetzt worden sind, dazu kommen kleine Farbveränderungen, die Schmauchspuren sein könnten. Weiter in der Mitte der Objekte fanden sich ebenfalls kleine Einkerbungen: Indiz dafür, dass sie nicht zwischen den Händen, sondern mittels eines sogenannten "Fidelbogens" gedreht wurden, eine effektivere Methode. Weitere Untersuchungen sollen folgen. (red, derStandard.at, 19.8.2012)
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Es kann nur ein Phallussymbol sein. Oder maximal ein Lot irgendwelcher Steinzeitmaurer, denn:
als Phallussymbol UND Gebrauchsgegenstand wärs unglasiert ungeeignet, weil es wie z.B. Ziegel sofort Feuchtigkeit zieht, was ja kontraproduktiv ist
und
zum Feuermachen ist es ungeeignet, weil es nicht ordentlich genug gebrannt ist und der Abrieb immer als Staubschicht die Stellen, wo die Temperatur zu einer Entzündung reichen würde vom notwendigen Sauerstoff abschließt...
In Wirklichkeit sinds Walzen aus einem steinzeitlichen Walzenlager.
Und wenn nicht Phallus od, Fruchtbarkeit dann aber ganz sicher irgendeine rituelle Stätte der Heiden.
Eines sind arch. Funde jedenfalls so gut wie nie. Irgendetwas Sinnvolles oder Nützliches. Wo kämen wir denn da hin, wenn diese Wilden brauchbare Dinge gehabt hätten. Nicht dass da einer auf die Idee kommt, die wären so unzivilisiert nicht gewesen...
Vor einigen Jahren wurde an dieser Stelle über die Auffindung eines neolithischen Holzwerkzeugskasten berichtet. Und sofort war das Forum voll mit rasenden bitterbösen Kommentaren, wie man nur Zeit und Geld für so etwas "Sinnloses" verschwenden kann, etc.
Für die Archäologen ist es Wesentlich spannender, wenn sie wirklich ein praktisches Alltagswerkzeug finden, oder eine Abfallgrube mit Essensresten u.dgl. Aber das erklären Sie man der Allgemeinheit.
vermutlich im freien Feuer oder ganz einfachen Öfen - ist n i c h t sehr hart. Etwa so wie ein Dachziegel (Brenntemperatur zw 600-800 Grad) und auch so porös. Kann also jeder selber ausprobieren.
Schon möglich, dass man damit soviel Hitze erreicht, dass man Stroh zum Glosen bringt, aber das Ding müsste in kürzester Zeit abgerieben sein - und die hier auf dem Foto sehen pikobello aus!
Für härtere Keramik braucht man schon einen Sinterbrand (um die 1200 Grad) - das hat man im Altertum aber meines Wissens noch nicht gepackt...
Stimmt, sehr hart ist er nicht. Aber allemal härter als die diversen Moose, Laub und Weichhölzer welche damit angezündet wurden.
Vom technischen Standpunkt her als kein Problem. Sehr teuer war die Herstellung ebenfalls nicht. Somit konnten sie öfters ersetzt werden.
Im Prinzip ja. Aber
1) sehen die Objekte überhaupt nicht abgenutzt aus
2) hatte man Feuerstein, das ist noch viel einfacher als extra brennen.
Deswegen müssen sie ja nicht Kultgerät oder Phallus sein. Es ist immer auch noch ein Drittes denkbar. Aber nachdem ich eine Ausbildung in Keramik absolviert habe, überzeugt mich die obige These nicht.
Erstens findet man nicht überall Feuerstein und die Methode durch schnelle Rotation eines Stabes Holz bis zum Flammpunkt zu erhitzen - es geht auch mit einem Holzstab; diese Methode ist Ethnographen schon lange bekannt und wird vermutlich auch heute noch angewendet - scheint mir effektiver als etwa Zunderschwamm und Feuerstein zu benutzen.
Eben. Mit dem Holzstab geht es wahrscheinlich sogar leichter. Ziegelton ist eher porös und bricht leichter als Holz.
Versuchen Sie einmal, einen Dachziegel oder einen Blumentopfscherben in der beschriebenen Art zu reiben und Sie werden sich wundern, wie schnell das Dings zu Krümel geht. Ausgeschlossen ist es nicht, aber sicher nicht die praktischste Methode.
Probieren ginge da wohl über studieren. Wenn es mit dem Holzstab besser geht als mit dem Tonstab, gerät die Hypothese iin Schwierigkeiten, andernfalls gewinnt sie an Plausibilität. Aus dem Abrieb unregelmäßig geformter Körper würde ich aber keine voreiligen Schlüsse ziehen.
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