"Phallussymbole" könnten ein Feuer entfacht haben

Israelische Forscherin findet jungsteinzeitliche Objekte im Museum und interpretiert sie neu

Jerusalem - Die Objekte sind etwa 8.000 Jahre alt, bestehen aus Ton und sehen aus wie Zylinder mit zugespitzten Enden - Zweck unbekannt. Aufgrund ihrer Form hatte man die jungsteinzeitlichen Artefakte, die an der Fundstätte Sha'ar HaGolan am Fuß der Golan-Höhen gefunden worden waren, für Phallus-Symbole mit kultischer Bedeutung gehalten.

Eine pragmatischere Interpretation bietet nun die Archäologin Naama Goren-Inbar von der Hebräischen Universität Jerusalem an, wie die BBC berichtete. Sie spricht von den "ältesten Streichhölzern" der Welt. Eine genauere Bezeichnung wäre "Feuerquirl", also eine Art Stab, mit dem durch die Methode des "Feuerbohrens" mittels Reibung ein Feuer entfacht werden kann.

Die Idee kam Goren-Inbar, als sie die Objekte im Jerusalemer Israel-Museum ausgestellt sah. Sie durfte sie zur näheren Untersuchung entleihen und unter dem Elektronenmikroskop untersuchen. Dabei konnte Goren-Inbars Team einige Spuren feststellen, die ihre Idee stützen dürften: Verschiedene Abnutzungsspuren an den Spitzen deuten darauf hin, dass die Tonzylinder einst in schnelle Rotation versetzt worden sind, dazu kommen kleine Farbveränderungen, die Schmauchspuren sein könnten. Weiter in der Mitte der Objekte fanden sich ebenfalls kleine Einkerbungen: Indiz dafür, dass sie nicht zwischen den Händen, sondern mittels eines sogenannten "Fidelbogens" gedreht wurden, eine effektivere Methode. Weitere Untersuchungen sollen folgen. (red, derStandard.at, 19.8.2012)

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