Der Mars könnte Kontinentalplatten besitzen

14. August 2012, 18:35

Forscher findet Hinweise für ein "primitives Stadium der Plattentektonik" auf dem Roten Planeten

Boulder - Der Mars besitzt möglicherweise langsam wandernde Kontinentalplatten - damit wäre der Rote Planet neben der Erde der zweite Planet des Sonnensystems mit einer solchen Plattentektonik. Hinweise darauf hat ein US-amerikanischer Geologe bei der Analyse von mehr als hundert hochauflösenden Satellitenaufnahmen gefunden.

Demnach müssen sich die Seitenwände der Valles Marineris, eines gewaltigen Schluchtensystems des Mars, im Laufe von Millionen von Jahren um rund 150 Kilometer gegeneinander verschoben haben. Das erkenne man unter anderem daran, dass die Ränder alter Einschlagkrater einander nicht mehr gegenüberliegen, berichtet An Yin von der University of California in Los Angeles im Fachmagazin "Lithosphere".

Ein "primitives Stadium der Plattentektonik"

Seiner Ansicht nach könnte der gewaltige Grabenbruch auch heute noch aktiv sein und sogar Erdbeben auf dem Mars auslösen. Allerdings sei die Bewegung des Untergrunds sehr viel langsamer als die irdische Plattentektonik. Vermutlich ruhe das System für lange Zeit und wache nur alle paar Millionen Jahre mal auf.
Im Gegensatz zur Erde, auf der sich sieben größere und zahlreiche kleinere Bruchstücke der Erdkruste gegeneinander bewegen, besitzt der Rote Planet offenbar nur zwei tektonische Platten. "Der Mars ist in einem primitiven Stadium der Plattentektonik", erklärte Yin.

Weil der Planet kleiner sei als die Erde und weniger Hitze in seinem Inneren gespeichert habe, stehe auch weniger Energie für die Bewegung der Platten zur Verfügung. Auf der Erde treiben auf- und absteigende Strömungen im glutflüssigen Gestein des Erdinneren die Drift der Kontinente an. Wie Eisschollen auf dem Meer werden sie von diesen Strömungen mitgezogen.

Der Grand Canyon des Mars

Für seine Studie hatte der Forscher mehr als hundert hochauflösende Aufnahmen von Marssonden des südlichen Teils der Valles Marineris ausgewertet. Der große Graben des Roten Planeten ist mehr als 4.000 Kilometer lang und bis zu sieben Kilometer tief. Er gilt als das größte Grabenbruchsystem des Sonnensystems und wird oft auch als Grand Canyon des Mars bezeichnet.

Lange Zeit vermuteten Forscher, die gewaltige Schlucht sei vor Milliarden Jahren durch einen Bruch in der sich abkühlenden Kruste des Planeten entstanden. Doch die Aufnahmen vom Mars glichen eher den Strukturen von aktiven Verwerfungen auf der Erde, etwa im Himalaya oder Kalifornien, berichtete Yin. So seien der Graben und seine Seitenränder in Ost-West-Richtung gegeneinander verschoben. (APA, 14.8.2012)

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Irgendwie muss ich dem FS3 hier schon rechtgeben, wenn er meint, dass obige Strukur von einer el. Entladung herrühren könnte

Rein von der Form der Struktur hat diese eine sehr hohe Ähnlichkeit mit einer Bogenentladung, die man z.B. beim Schweissen erzeugen kann. Die bogenförmigen Ausbuchtungen in der Mitte der Struktur deuten auch auf diesen Zusammenhang hin.
Dass so etwas durch Wasser-Erosion entstehen soll, ist äußerst fraglich, da die Ränder dieser Struktur viel zu scharf abgebildet sind. Das geht so mit Wasser-Erosion nicht.
Die Frage bleibt allerdings bestehen, was so eine gewaltige Entladungserscheinung bewirken könnte. Eine normale atmosphärische Entladung (typ. Blitz) dürfte wohl ausscheiden. M.M.n könnte sowas höchstens durch das Vorbeiziehen eines großen Körpers (anderer Planet?) mit einer entsprechenden Potentialdifferenz auftreten...

Ein Augenöffner zu dieser Überlegung ist das westl.Ende des Valles Marineris, das leider auf dem Bild hier nicht mehr angeführt ist…

…Im Bereich des Tithonium Chasmas u.noch weiter westlich (nach links, das "Labyrinthus Noctis") sehen wir Strukturen, welche typisch für den Abriß eines Primärfilamentes einer Entladung gegen die Oberfläche sind, welches immer diffuser wird, um schließlich mangels genügend großer Stromdichte sich in viele Sekundärentladungen aufzuspalten und letztendlich zu versiegen:
http://www.thunderbolts.info/tpod/2005... ineris.htm

Typisch auch die Kettenstruktur v."Einschlags"-Kratern, welche nichts anderes als Spuren eines Blitzes sind, der nach erfolgtem Einschlag immer wieder Spannung aufbaut, um erneut in den Bogenmodus überzugehen um so den nä.Krater auszufräsen:
http://www.thunderbolts.info/tpod/2005... ineris.htm

Sagt bloss...

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"Der Mars könnte Kontinentalplatten besitzen. Curiosity bei Erdbeben verschwunden"

Alternative gefällig

In der Astronomie gibt es meistens nur Theorien keine Erkenntnisse. Diese Theorien werden solange als Erkenntnisse verkauft bis jemand sich was neues einfallen lässt. Und Alternativen werden nur belächelt. Schaut euch mal das an und seid so offen um mal darüber nachzudenken !!!
http://www.youtube.com/user/ViaV... oTV/videos

Immer dasselbe: Bitte zuerst einmal eine Einführung in die Wissenschaftstheorie besuchen und mal die Bedeutung des Begriffs "Theorie" in der Wissenschaft kennen lernen.

hier mal zur Einführung zumindest mal den zwar etwas mangelhaften WIKI Eintrag lesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Theorie

Man muss/kann nicht alles anzweifeln

Habe (aus Interesse, was hier als Alternative zu seriöser Wissenschaft angeboten wird) mir ihren Link einmal angesehen. Ein Video dieses Kanals, das Einsteins Relativitätstheorie "eindeutig" widerlegen soll, indem es die Forschungsergebnisse (die es zweifelsohne gibt) sowie die fundierte Mathematik, auf der die Theorie beruht, ablehnt und leugnet, hat mir eine Mischung aus Lachkrampf und Brechreiz bereitet! Was motiviert jemanden dazu, anerkannte, bewährte Theorien (Theorien im wissenschaftlichen Sinne, nicht mehr und nicht weniger) so vehement anzuzweifeln? Die Wissenschaft sorgt schon dafür, dass Theorien verbessert/widerlegt werden, aber im Kontext der wissenschaftlichen Methode.

Und verwechseln Sie mir bitte nicht "Hypothese" mit "Theorie"!

Sie meinen "es gibt nur Theorien". Newton's Gravitationsgesetz ist auch "nur eine Theorie". Die Hauptsätze der Thermodynamik sind auch "nur Theorien". Das paulische Ausschließungsprinzip, auf dem die moderne Chemie beruht, ist auch "nur eine Theorie". Verstehen Sie, worauf ich hinauswill?

trolli

"seid so offen um mal darüber nachzudenken"

Diese Phrase verwenden meist nur die total Verschwurbelten, die jede wissenschaftliche Kritik ablehnen, auf ihre Dogmen weiter sitzen bleiben und alle der Blindheit bezichtigen, weil sie nicht die "Wahrheit" erkennen wollen.

Bei den "wissenschaftskritischen Beiträgen" von Haumann wäre ich eher vorsichtig!
Er verwendet gern starke Worte von einer angeblichen "weltweiten Wissenschaftsverschwörung", was ihm natürlich eine entsprechende Claque einbringt. Wenn man sich seine Beiträge aber genauer anschaut, merkt man sehr rasch, daß er lediglich Tatsachen verdreht, Halbwahrheiten verbreitet und es ihm allgemein an entsprechenden Grundlagen mangelt.

das ist nicht nur in der astronomie so, sondern in der gesamten naturwissenschaft. theorien sind eben auch erkenntnisse, so funktioniert wissenschaft allgemein.

Es ist doch so egal, ob der blöde Mars Kontinentalplatten hat und wie diese verdammte längste Graben entstanden sein könnte.
Solange die keinen sprechenden Außerirdischen auf die Erde mitbringen, interessiert das unnötige Raumgefahre überhaupt nicht!

Jeder, wirklich Jeder ist zu irgend etwas zu gebrauchen

Bei ihnen erstreckt sich die Bandbreite in etwa zwischen "Schlechtes Beispiel" und "Futtermittel".

Mag sein, dass sie recht haben. Aber wozu bitte, muss man mit solch enormen Aufwand ein Fahrzeug auf einen Wüstenplaneten entsenden. Die Erkenntnis, dass es am Mars vielleicht (!) Kontinentalplatten gibt, ist doch bitte den Aufwand der betrieben wird nicht Wert. Meine Kritik richtet sich an die Wissenschaftspraxis und die Mittelverteilung. Aber gut, der Traum vom Kontakt mit dem kleinen grünen Männchen -wozu eigentlich- legitimiert offenbar den vielen Unsinn, der da betrieben wird. Wirkliche Erkenntnis, findet man ganz woanders, aber um das zu verstehen, denken Sie viel zu positivistisch!

Sie haben nicht aufgepasst

Die Grundlage dieser Annahme/Erkenntnis wurde nicht vom Rover geliefert sondern von den Orbitern.

Und für Isaac Newton hätte es sicher auch praktischere Beschäftigungen gegeben als sich den Kopf darüber zu zerbrechen wieso der Apfel vom Baum fällt.

Die neueste Theorie über Kontinentalplatten auf dem Mars haben nichts mit dem Rover zu tun. Da eine Verbindung zu ziehen ist schlicht unsinnig. Die Aufgabe des Rovers sind untersciedlichster Natur, die Entdeckung von Leben bzw ehemaligen Leben ist

eine wichtige, wenn auch nur eine der Aufgaben. Sie ist allein schon deswegen spannend, weil sie uns eine Abschätzung liefert, wie leicht Leben enstehen kann.

Weitere Aufgaben ist die Gewinnung weiterer geologischer, atnosphärischer Erkenntnis, auch in Hinblick auf zukünftige MIssionen. Auch in Hinblick auf zukünftig bemannte Missionen.

Das kann man nun unterschiedlich Rechtfertigen:

1. Das Erlangen von Fähigkeiten für die Kolonialisierung des Weltalls
2. Wirtschaftliche Interessen
3. Forschungsdrang

Letzter Punkt ist nicht zu unterschätzen, ginge es nach Leute wie ihnen, würde sich ein Höhlenbewohner mit anderen streiten, dass das investieren i n die Entwicklung von Pfeil und Bogen unsinnige Mittelverteilung sei...

Solange die keinen sprechenden Außerirdischen auf die Erde mitbringen

die trollaner sind eh schon lange unter uns.

Vielleicht findet Curiosity auch eine riesige Truhe in der sich ein paar Millionen Hundert-Euro Scheine befinden.

Da hätte sich das ganze dann aber schon rentiert.

Und selbst wenn der Rover Unobtanium findet würde sich der Transport immer noch nicht lohnen.

Trolle interessiert die Raumfahrt nicht.

husch zurück in deine troll-höhle! Und ja keine neumodischen und vollkommen unnötigen sachen (feuer usw) machen...

"Solange die keinen sprechenden Außerirdischen auf die Erde mitbringen..."

Wer 'die'? Die Kontinentalplatten?

wäre es nicht denkbar bzw. auch überprüfbar...

dass es vor hunderten Millionen oder gar 1, 2 Milliarden Jahren parallel zu Erde auf dem Mars ein intaktes Magnetfeld, d.h. einen heißen Kern, bzw. auch LEBEN, ned nur auf Microben-Ebene, sondern durchaus Erd-ähnlich, gab?!

Rein formal wäre alles möglich: früher MÖGLICHER heisser Eisenkern, dh. MÖGLICHES Magnetfeld, auch flüssiges Wasser (was heute nicht geht, weil von Eis sofort zu Dampf, aber mit höherem O2-Atmosphärendruck auch Wasser denkbar) - "lebensermöglichende" Moleküle wie Kohlenstoff, Phosphor, O2, Aminosäuren usw.-alles durch Asteroiden, wie auf der Erde auch, induziert...
nicht zuletzt durchaus habitabel, vom Sonnenabstand her...

--würd mich ned wundern, wenn Couriosity soger pflanzliche ODER tierische Fossilien findet!

Nach Lehrmeinung und aktiuellen Forschungsstand, lässt sich die Geschichte des Mars in drei Perioden einteilen: 1. Noachian period Bis etwa vor 3,8 Milliarden Jahren wurden die heute noch ältesten Strukturen gebildet (Noachis Terra) und es setzte die

Zweiteilung des Mars ein, verursacht durch große Mengen Lava. Wind und Wasser tragen diese ab.

2. Hesperian period
3,5 bis 2,9 Milliarden Jahre, entstanden die ältesten Vulkane und große Lavamengen traten aus Spalte in der Marskruste aus. Große Wassermengen durchflossen die Grabensysteme. Ein Wasserkreislauf etablierte sich, allerdings nicht wie auf der Erde über einen Wetterzyklus, sondern durch Versickerung und hydrothermale Prozesse.

3. Amazonian period
2,9 Milliarden Jahre bis Heute, Bildung der jüngeren Vulkane und aktive Geysire die bis vor wenigen Millionen Jahre aktiv waren.

Magnetfeld dürfte er sehr rasch, 500 Millionen Jahre nach Bildung, verloren haben. Leben wohl nur auf Bakterienebene, wenn überhaupt.

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