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Sanaa - Soldaten der jemenitischen Republikanischen Garde haben am Dienstag das Verteidigungsministerium in der Hauptstadt Sanaa attackiert. Dabei seien fünf Menschen getötet worden, darunter zwei Zivilisten, verlautete aus Armeekreisen. Die Regierungstruppen konnten die Angreifer der Garde zurückdrängen, die von einem Sohn von Ex-Staatschef Ali Abdullah Saleh geführt wird und dem damaligen Machthaber treu ergeben war.
Die Elitesoldaten belagerten das Gebäude zunächst und beschossen es dann mit Panzerabwehrraketen und Automatikwaffen. Augenzeugen zufolge kamen die Soldaten vom Hauptstützpunkt der Republikanischen Garde im südlich von Sanaa gelegenen Sauad. Demnach lieferten sie sich auf dem Weg zum Ministerium Schusswechsel mit Polizisten. Bei dem Angriff seien auch 17 Menschen verletzt worden, 15 Soldaten und zwei Zivilisten, wie aus den Armeekreisen verlautete.
Der Angriff führte in verschiedenen Teilen der Hauptstadt zu Spannungen. Augenzeugen zufolge traten im Norden von Sanaa Kämpfer des einflussreichen Stammesführers Sadek al-Ahmar in Erscheinung. Im Westen der Stadt wurden die Sicherheitsvorkehrungen vor der Residenz von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi verschärft, der sich derzeit zu einem Gipfel in Saudi-Arabien aufhält. Der Sitz der Zentralbank wurde evakuiert.
Den Regierungstruppen gelang es schließlich, die Angreifer zurückzudrängen. 18 von ihnen wurden festgenommen, wie es aus Sicherheitskreisen hieß. Die Militärpolizei suchte zudem in Gebäuden nahe des Verteidigungsministeriums nach weiteren Kämpfern der Elitetruppe, die sich dort verschanzt haben sollen. Aus der Republikanischen Garde verlautete später, ihr Kommandant, Salehs Sohn Ahmed Ali Abdullah, habe den Rückzug seiner Truppen von dem Ministerium angeordnet. Am Abend beruhigte sich die Lage rund um das Ministerium wieder.
Salehs Nachfolger Hadi hatte vor einer Woche eine Umstrukturierung der Armee angeordnet, um die Kontrolle der Regierung über die Streitkräfte zu stärken. So wurden einige Einheiten der Republikanischen Garde der Kontrolle von Salehs Sohn Ahmed entzogen. Der politische Übergang im Jemen gestaltet sich vor allem angesichts von Problemen bei der Umstrukturierung der Armee und der Sicherheitskräfte als schwierig.
Saleh hatte sein Amt im Februar nach monatelangen Protesten abgegeben. Zuvor hatte er den Jemen 33 Jahre lang mit harter Hand regiert. Die USA hatten die Machtübergabe unterstützt und forderten am Dienstag angesichts der jüngsten Gewalt alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Hadis Reformen müssten respektiert werden, erklärte das US-Außenministerium. (APA, 14.8.2012)
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