16 verletzte Polizisten bei Ausschreitungen in Frankreich

Innenminister Valls nach Amiens unterwegs - Hollande verspricht zusätzliche Mittel für Polizei und Gendarmerie

Amiens - In Frankreich ist es erneut zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und Polizei gekommen. Im nordfranzösischen Amiens, rund 150 Kilometer nördlich von Paris wurden dabei in der Nacht von Montag auf Dienstag 16 Polizisten verletzt. Zudem hätten die Randalierer Autos, Mistkübel, einen Kindergarten sowie ein Freizeitzentrum in Brand gesetzt, berichteten die lokalen Behörden. Innenminister Manuel Valls wollte noch am Dienstag nach Amiens reisen.

Auslöser für die Unruhen war laut Polizeiangaben eine Verkehrskontrolle am Sonntagabend, die von Anrainern angesichts einer in nächster Nähe stattfindenden Trauerfeier als übertrieben empfunden worden war. In der Folge sei es bereits am Sonntag zu Zusammenstößen gekommen, die jedoch am Montagabend eskalierten, als zusätzliche Polizeitruppen zur Verstärkung einrückten.

Amiens zählt zu den vom französischen Innenminister Valls gerade erst eingeführten und auf ein Wahlkampfversprechen von Präsident Francois Hollande zurückgehenden "Zones de Securite Prioritaire" (Vorrangige Sicherheitsgebiete). Diese weisen eine besonders hohe Kriminalitätsrate auf, weshalb ab September dort verstärkt Sicherheitskräfte vertreten sein sollen. Vorerst existieren in Frankreich 15 solcher Gebiete, auch der 18. Bezirk von Paris, Lille, Straßburg oder der Pariser Vorort Seine-Saint-Denis, wo 2005 großangelegte Unruhen ihren Ausgang nahmen, zählen dazu.

Bürgermeister warnte vor Problemen

In Amiens komme es regelmäßig zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Jugendlichen, allerdings hätten diese noch nie solches Ausmaß angenommen, hieß es aus dem Rathaus der Stadt. Er habe die Probleme jedoch kommen sehen, erklärte der Bürgermeister Amiens', Gilles Demailly: "Seit Monaten fordere ich zusätzliche Mittel, da die Spannungen im Viertel immer mehr zugenommen haben", sagte er.

Francois Hollande versicherte am Dienstag in einer ersten Stellungnahme, alles unternehmen zu wollen, um Ruhe und Ordnung wiederherzustellen. Innenminister Valls werde sich sofort auf den Weg nach Amiens machen. Da Sicherheit eine vorrangiges Anliegen der Regierung sei, werde das nächste Budget zudem zusätzliche Mittel für Gendarmerie und Polizei enthalten, versprach der Präsident. (APA, 14.8.2012)

Share if you care