Ausbruch eines Gletschersees

ZAMG-Klimatologe war Augenzeuge eines Schauspiels - die Seen können zu einer Bedrohung für Täler werden

Wien - Der ZAMG-Klimatologe Gernot Weyss ist bei seiner Arbeit in Grönland Zeuge eines spektakulären Naturereignisses geworden - des Ausbruchs eines Gletschersees. Am A.P. Olsen Ice Cap in Nordost-Grönland durchbrachen die aufgestauten Wassermassen ihre natürliche Staumauer und schossen als riesige Flutwelle durch das Store Sodal Richtung Zackenberg.

Durch das Schmelzen der Gletscher entstehen immer mehr Seen, die auch eine Bedrohung für Täler darstellen können. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) ist an internationalen Projekten in Grönland und Kirgistan zu Ursachen und Gefahrenabschätzung von Gletschersee-Ausbrüchen beteiligt.

Weyss hatte das Glück, Augenzeuge des Schauspiels zu werden: "Bei der über 38 Kilometer entfernten dänischen Forschungsstation Zackenberg wurden alle Messeinrichtungen im Flussbett mitgerissen." Seit dem ersten bekannten Ausbruch des Gletschersees im Jahr 2005 sei dies die größte Flutwelle gewesen.

Hintergrund

Ausbrüche finden durchschnittlich einmal pro Jahr statt und dauern ein bis zwei Tage. Dabei donnern fünf bis zehn Millionen Kubikmeter Wasser ins Tal. Derartige Ereignisse werden häufiger, da die Temperaturen steigen und die Gletscher schmelzen. Das Wasser staut sich dann oft an natürlichen Hindernissen wie dem Eis der Gletscher oder Gletschermoränen zu Seen. Hält so eine natürliche Staumauer dem Druck des Wassers nicht mehr stand, stürzt der gesamte See als gewaltige Flutwelle ins Tal. (APA, 14.8.2012)

Share if you care
14 Postings
aus dem fluss

das wasser aus dem see kommt in den fluss, aus dem die station das wasser pumpt - aber natürlich gefiltert - hat mir immer geschmeckt -

bin gespannt

Da ich mehrmals das Vergnügen hatte in Zackenberg zu forschen, kenn ich diesen See aus nicht so ganz sicherer Entfernung - und oft hab ich mir bei meiner Feldarbeit überlegt, ob man noch rechtzeitg flüchten könnte im Falle eines Ausbruchs. Auf jeden Fall bin ich schon auf die Bilder gespannt - das Tal wird mehrmals am Tag durch fix auf einem Berghang installierte Kamaras aufgenommen - der Schwall ist ja kein Minutenereignis

Es wäre schön, wenn man solche Vorher-, Nachherfotos wirklich vom gleichen Punkt aus fotografieren würde.

vor allem wenn es so wie hier den höhenunterschied stark verzerrt...

da müsste man aber im nachhinein wissen, wo man vorher hätte fotografieren sollen ;-)

Das ganze schöne süßwasser! einfach so weg :-(

Süßwasser

Das Süßwasser ist schöner als Meerwasser? Hat das ein Mascherl drauf, oder so?

Viel Spaß beim Salzwassertrinken.

Argumentation?

Ich hätte in meinem Leben auch niemals das Süßwasser dieses Gletschersees getrunken, wie auch sonst fast niemand.
Ob dieses Wasser jetzt, vor 50 Jahren oder in 100 Jahren wieder dem Wasserkreislauf zugeführt wird ist komplett egal.

ja, das ist ihr problem..

..ihre sichtweise ist zu sehr ich-bezogen ;)

wen es interessiert

kann sich mal ueber Huaraz in peru informieren. dort kann man sehen wie gross das leid sein kann welches ein gletschersee beim bruch bringen kann.

wiki dazu>
http://de.wikipedia.org/wiki/Huaraz

1 mal im Jahr und dauern 2 Tage...

"Die Wahrscheinlichkeit, dieses Phänomen zu beobachten, ist verschwindend klein"
naja...

derStandard.at/Wissenschaft
012
14.8.2012, 16:37
Getilgt

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.