Smartphone sagt Aufenthaltsort auf 20 Meter genau voraus

14. August 2012, 13:38
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    foto: apa

Software aus Birmingham bezieht Kontakte und deren Bewegungen mit ein

Die Forscher Mirco Musolesi, Manilo Domenico und Antonio Lima von der University of Birmingham haben einen Algorithmus entwickelt, der die Bewegung und den zukünftigen Aufenthaltsort eines Smartphone-Nutzers voraussagen kann.

Location Data meets Social Graph

In die Berechnung einbezogen werden nicht nur die Bewegungsmuster des Users, sondern auch wie sie mit jenen seiner Kontakte korrelieren. Das Einbeziehen der sozialen Komponente hat zu einer beeindruckenden Genauigkeit geführt. Einen Tag im Voraus errät der Algorithmus den zukünftigen Aufenthaltsort mit einer durchschnittlichen Genauigkeit von 60 Fuß (rund 18 Meter), berichtet Wired.

Im Gegensatz zu bisher existierender Software, die sich ausschließlich auf das Bewegungsschema des Nutzers stützt, lässt sich die Erfindung aus Birmingham auch von Abweichungen aus der täglichen Routine nicht verwirren.

Zahlreiche Nutzungsoptionen

Mögliche Verwendungszwecke für die Technologie finden sich im Bereich Strafverfolgung und Überwachung. Auch für Werber und Dienstleister könnte die Prognosenstellung interessant sein. Sie könnten ihren Kunden auf diesem Wege gezielter Sonderangebote bieten. Für Apps wie Foursquare ließe sich der Algorithmus ebenso verwenden.

Das Wissenschaftler-Team konnte mit ihrer Arbeit "Interdependence and Predictability of Human Mobility and Social Interactions" den ersten Platz bei der Nokia Mobile Data Challenge erreichen. (red, derStandard.at, 14.08.2012)

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13 Postings
allerdings...

kann man auch ganz gezielt unsichtbar werden, indem man einfach sein Handy zu Hause lässt!

Umso mehr sich alle auf so Software verlassen, umso mehr kann man das auch wieder ausnutzen..

Bis es dann heißt: WAS? Warum haben Sie kein Handy dabei?!

Spitze. Die einzigen Anwendungsgebiete sind also Überwachung und Werbung. Tolle Erfindung.

Den beiden Forschern würde ich gerade ganz gerne ins Gesicht schlagen.

liegt an der phantasielosigkeit

und der comerzialisierung nicht an der technik, könnte genausogut genutzt werden um tickets, parkschein, die kaffeemaschine, vorbestellen der pizza, info ob das klo frei ist, um freund.innen zu finden, vor staus oder sonstige störfaktoren am weg berichten. es könnte durchaus für eine reihe sinnvoller und für den user brauchbare dinge verwendet werden, aber die bringen ev kein geld damit im prinzip uninteressant.
(darum können die dinger auch immer noch mms obwohl das außer dem provider niemanden was bringt und dafür nicht von gerät zu gerät telephonieren - weil da würden keine gebühren anfallen)

das restaurant der zukunft weiss dann im voraus, wann welcher kunde ins lokal stürmt.
dank kundenprofil ist das richtige essen fertig, wenn man sich hinsetzt.

oh, gibts schon. nennt sich "hotel mama".

Sollte so etwas Routine werden/ sein, wäre es wohl besser das verstaubende 3310/6310 zu reaktivieren und sich mit Akkus einzudecken..

Was soll das bringen? Damit kann die Position genauso festgestellt werden.

aber zumindest nicht so leicht für die Werbeindustrie als wie mit Smartphones.

die meisten smartphones haben knöpfe um GPS auszuschalten ;)

die Netzortung jedoch wirst du mit einem handy nie umgehen können, der operator weiß immer relativ genau wo du bist, und ich würde mich nicht drauf verlassen, ob er die Daten nicht weitergibt.

Freakshow.

Ich programmiere ja selber, aber wie kommt man auf die Idee solche Algorithmen auszuarbeiten?
$__$ Dollarzeichen in den Augen?

noch viel gefährlicher wären diese Augen:
§__§

Wired-Link

"Oops, you broke teh interwebs"

interessant

Nur, dass es außer mich keine Sau angeht, wann ich wo sein werde.

1984 war ein Kinderbuch gegen das was da aktuell auf uns zukommt.

nicht nur was auf uns zukommt...

bereits jetzt bietet ein österreichischer handybetreiber daten über das massenverhalten seiner kunden an. muss man sich so vorstellen, dass auf einer karte viele punkte zu sehen sind und deren verhalten in naher echtzeit wiedergegeben wird. freilich mit den einschränkungen dass ab einer mindestzahl an benutzerInnen die nachverfolgung nicht mehr funktioniert - aus datenschutzgründen... wem das nicht gefällt der/die schaltet sein handy einfach ab. handys sind gewissermaßen der perfekte rfid tag.

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