Nokia 808: Hervorragende Kamera in Mittelklasse-Handy

  • Das Nokia 808 ist das erste Smartphone mit PureView-Technologie. Leider setzt Nokia auf die ältere Symbian-Plattform. Die Kamera mit Carl-Zeiss-Linse und 41-Megapixel-Sensor macht das Gerät zudem etwas klobig.
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    Das Nokia 808 ist das erste Smartphone mit PureView-Technologie. Leider setzt Nokia auf die ältere Symbian-Plattform. Die Kamera mit Carl-Zeiss-Linse und 41-Megapixel-Sensor macht das Gerät zudem etwas klobig.

  • Highlight des Geräts ist zweifellos die Kamera, mit der Aufnahmen mit hoher Auflösung und leuchtenden Farben gelingen. Original-Foto
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    foto: derstandard.at/riegler

    Highlight des Geräts ist zweifellos die Kamera, mit der Aufnahmen mit hoher Auflösung und leuchtenden Farben gelingen. Original-Foto

  • Der Fokus lässt sich durch Antippen des Displays setzen. Besonders effektvoll lässt sich das im Makro-Modus einsetzen. Original-Foto
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    Der Fokus lässt sich durch Antippen des Displays setzen. Besonders effektvoll lässt sich das im Makro-Modus einsetzen. Original-Foto

  • Bei zu schmalen Motiven kam es im Test aber öfter vor, dass die Kamera nicht auf der Objekt im Vordergrund scharf stellen konnte. Original-Foto
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    Bei zu schmalen Motiven kam es im Test aber öfter vor, dass die Kamera nicht auf der Objekt im Vordergrund scharf stellen konnte. Original-Foto

  • Aufnahme mit natürlichen Farben. Original-Foto
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    Aufnahme mit natürlichen Farben. Original-Foto

  • Effekte wie Schwarz-Weiß oder Sepia sind ebenfalls möglich. Original-Foto
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    Effekte wie Schwarz-Weiß oder Sepia sind ebenfalls möglich. Original-Foto

  • Bei Aufnahmen mit Gegenlicht sind Strukturen im Schatten trotzdem noch gut erkennbar. Original-Foto
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    Bei Aufnahmen mit Gegenlicht sind Strukturen im Schatten trotzdem noch gut erkennbar. Original-Foto

  • Durch die hohe Auflösung können Fotos problemlos auch in größern Formaten gedruckt werden. Original-Foto
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    Durch die hohe Auflösung können Fotos problemlos auch in größern Formaten gedruckt werden. Original-Foto

  • Fotodetails lassen sich stark vergrößern. Original-Foto
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    Fotodetails lassen sich stark vergrößern. Original-Foto

  • Bei den hohen Auflösungen kann der gewünschte Fotoausschnitt auch im Nachhinein gewählt werden. Original-Foto
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    Bei den hohen Auflösungen kann der gewünschte Fotoausschnitt auch im Nachhinein gewählt werden. Original-Foto

Der 41-Megapixel-Sensor erlaubt gestochen scharfe Fotos - Symbian und Gerätedesign als Minuspunkte

Mit dem Modell 808 hat Nokia Anfang des Jahres das erste Smartphone mit der neuen PureView-Technologie vorgestellt. Nokia vereint darin eine hochwertige Carl-Zeiss-Linse mit einem 41-Megapixel-Sensor und verspricht eine der besten Handy-Kameras am Markt. Seit Juni ist das Smartphone im Handel erhältlich. Der WebStandard hat eine kleine "Foto-Safari" durch das Botanischen Garten in Wien gemacht und sich angesehen, ob das Smartphone hält, was Nokia verspricht.

PureView-Technologie

Das Besondere an der PureView-Technologie ist, dass nicht einfach riesige Fotos mit 41 Megapixeln Auflösung gemacht werden. Stattdessen werden die Informationen von mehreren Pixeln zu einem zusammengefasst. Dabei werden Bildrauschen und Artefakte entfernt. Im PureView-Modus sind Fotos mit 2, 5 oder 8 Megapixel möglich.

Full Resolution

Alternativ lassen sich Aufnahmen auch mit "Full resolution" mit bis zu 34 Megapixel im Format 16:9 oder 4:3 aufnehmen. Das Ergebnis sind gestochen scharf Aufnahmen, bei denen auch kleinste Details schön abgebildet werden. Allerdings benötigen die Fotos auch jede Menge Speicherplatz (z.B. 3,9 MB im Full-Resolution-Modus), was den mobilen Upload nur bedingt empfehlenswert macht.

Große Ausdrucke 

Aus einer Panorama-Aufnahme lässt sich problemlos ein kleiner Ausschnitt wählen - beispielsweise die Aufnahme des Fischteichs. Das Original-Foto aus dem Test (link unter der bearbeiteten Version verlinkt) besitzt eine Auflösung von 3.840 × 2.160 Pixel. Damit könnte ein Ausdruck in der Größe von 32 x 18 Zentimetern mit einer für Druck gut geeigneten Qualität von 300 ppi angefertigt werden. Bei der Panorama-Aufnahme des Belvedere könnte die Original-Aufname mit 7.728 x 4.354 Pixel sogar auf rund 65 x 36 Zentimeter gedruckt werden. 

Ausschnitte ohne Zoom

Durch die hohe Auflösung muss man sich bei solchen Panorama-Fotos auch nicht mit dem Zoom abmühen. Das Smartphone besitzt ohnehin nur einen Digitalzoom. Nachträglich können Ausschnitte wie die Fische aus dem Teich immer noch vergrößert werden. Würde man so nah an das Objekt heranzoomen, wäre das Ergebnis weitaus schlechter, da die Kamera keinen Bildstabilisator besitzt und generell ohne Stativ Fotos mit Zoom nicht zu empfehlen sind.

Naturgetreue Farben

Die Kamera überzeugt aber nicht nur durch ihre hohe Auflösung. Auch die Farben werden naturgetreu abgebildet. Zwar kann man zwischen natürlichen und lebendigeren Farben wählen, aber der Unterschied ist nur gering und schon im natürlichen Modus sind die Farben kräftig. Für den Test wurden Blumenmotive mit hohen Kontrasten gewählt. Die Aufnahmen geben die Motive sehr realistisch wieder.

Effekte

Auch Sepia- oder Schwarzweiß-Aufnahmen sind möglich. Solche Effekte lassen sich aber auch mit Bildbearbeitungsprogrammen erzielen. Im Test wurden die monochromen Aufnahmen auch nicht so eindrucksvoll, wie es durch nachträgliche Bearbeitung möglich ist.

Fokus

Gut gelingen auch Aufnahmen im Makro-Modus. Durch Antippen auf das Display kann der Fokus beliebig gesetzt werden. Probleme gab es im Test mit kleinen oder schmalen Motiven, wie schmälere Pflanzen. Hier fokussierte die Kamera nur auf den Hintergrund. Bei etwas größeren Motiven wie der orange-roten Blüte mit Knospe im Vordergrund ließ sich der Fokus sehr gut setzen. Um schnell bewegte Objekte scharf zu stellen, etwa blütenstaubsuchende Bienen, war der Fokus etwas zu langsam.

Gegenlicht

Bei der Aufnahme des Baumstamms ist gut zu erkennen, dass auch Aufnahmen mit Gegenlicht gut gelingen. Trotzdem das Sonnenlicht durch die Baumkrone direkt in die Kamera fällt, bleiben die Strukturen der Baumrinde im Schatten gut erkennbar.

Einstellungsmöglichkeiten

Generell bietet die Kamera übliche Einstellungsmöglichkeiten wie verschiedene Motivprogramme (Nachtporträt, Sport etc.), Aufnahmemodi für Serienaufnahmen und Videos sowie automatischen oder manuellen Weißabgleich. Selbstauslöser, Gesichtserkennung und ein Foto-Editor gehören ebenfalls zur Ausstattung.

Bei schlechten Lichtverhältnissen hilft ein Xenon-Blitz aus. Videos können in Full-HD-Auflösung mit bis zu 30 fps aufgenommen werden. Weißabgleich und Programmautomatiken stehen auch für die Filmaufnahmen zur Verfügung.

Handy-Features

Die Kamera ist eindeutig das Hightlight des Smartphones, das sich ansonsten leider nur als Mittelklasse-Gerät präsentiert. Das 4 Zoll große AMOLED-Display mit kratzfestem Gorilla-Glas ist zwar gut, wie bei allen Smartphones ist es jedoch bei Sonnenlicht nur schwer zu lesen. Die Auflösung von 640 x 360 Pixel liegt hinter der von Highend-Smartphones mit dieser Display-Größe. Der 1,3 GHz getaktete Single-Core-Chip ist ebenfalls nicht State of the Art.

Ausstattung

Daten können mit dem HSPA-Smartphone via WLAN, NFC, Bluetooth, USB und HDMI-Kabel übertragen werden. Intern stehen 16 GB Speicher zur Verfügung, die sich durch Micro-SD-Karten erweitern lassen. Der Arbeitsspeicher umfasst 512 MB. Die Verarbeitung des Geräts an sich ist gut, doch das Design wirkt plump und die Plastikrückseite zerkratzt schnell. Mit 169 Gramm und 123,9 x 60,2 x 13,9 mm ist das Gerät ein ziemlicher Brocken.

Software

Größtes Manko ist das Betriebssystem. Anstatt für Windows Phone, hat sich Nokia beim ersten PureView-Modell für Symbian Belle entschieden. Die Plattform wird zwar noch weiterentwickelt, der Fokus des Herstellers gilt aber klar Microsofts mobilem Betriebssystem. Im Vergleich zu iOS, Android oder Windows Phone wirkt Symbian insgesamt veraltet, die Menüführung zu kompliziert. Die Bedienung des Geräts ist dennoch flüssig. 

Fazit

Die PureView-Technologie hält eindeutig, was sie verspricht. Die Aufnahmen sind - gemessen an anderen Smartphone-Kameras - ausgezeichnet. Fraglich ist, ob man dafür das klobige Design und die veraltete Plattform in Kauf nehmen will. Zumal man für einen Preis von etwa 500 Euro schon eine gute Kamera bekommt. Wer weniger Wert auf das Betriebssystem und das Design legt, für den ist das Modell eine Option. Ob die ersten Windows Phone 8-Modelle von Nokia ebenfalls mit dem 41-Megapixel-Sensor ausgestattet werden, bleibt vorerst abzuwarten. Die neuen Smartphones werden bereits am 5. September auf der Nokia World erwartet. (Birgit Riegler, derStandard.at, 03.09.2012)

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