Asien: Nokias Erfolg mit "falschen" Smartphones

  • Asha 305: Das erfolgreich getarnte Featurephone.
    foto: nokia

    Asha 305: Das erfolgreich getarnte Featurephone.

Asha-Reihe sticht Konkurrenz im Billigsegment aus

Während Windows Phone welweit nach wie vor bei klar einstelligen Marktanteilen im Smartphone-Segment hält, feiert Nokia in asiatischen Schwellenländern mit dem "Asha" bemerkenswerte Erfolge.

S40 lebt

Zwar sind in vielen Schwellenländern auch günstige Smartphones auf dem Vormarsch, marktdominierend sind sie jedoch noch lange nicht. In Indien sind Android-basierte Geräte kaum Unterhalb der 7.000 Rupien-Grenze (entspricht aktuell umgerechnet 100 Euro) zu bekommen, schildert BGR. Hier kommen Telefone wie das Asha 305 ins Spiel.

Optisch ist das Handy aufgemacht wie ein Smartphone. Unter dem Display finden sich zwei Tasten zum Abheben und Auflegen sowie das Aufrufen des Dialers, die restliche Steuerung wird über den resistiven Touchscreen erledigt. Die Software-Grundlage bildet die mittlerweile angegraute S40-Plattform.

Ein Smartphone, das keines ist

Vorinstallierte Apps erhalten den Smartphone-Schein erfolgreich aufrecht. Neben 40 vorinstallierten Spielen aus dem Hause Electronic Arts - darunter etwa Need for Speed und SimCity - sind auch dezidierte Programme für Facebook, Twitter, Google Talk sowie ein aufgemöbelter Browser und ein umfangreiche E-Mail-Client an Bord. Gesten und eine Notification-Leiste vervollständigen die geschickte Tarnung.

Möglich macht dies vergleichsweise üppige Hardware und der Preisverfall älterer Chips, denn im Asha 305 steckt eine CPU mit einem GHz. Der mit drei Zoll eher klein bemessene Bildschirm mit QVGA-Auflösung sowie eine Kamera mit mageren zwei Megapixel halten das Preisniveau niedrig, während sie die Ansprüche der Konsumenten mit niedrigen Budgets trotzdem erfüllen. Der Erfolg des Gerätes spiegelt sich in der zuletzt soliden Kursentwicklung von Nokia wieder.

Konkurrenz durch billige Androids

Das Telefon kostet umgerechnet 68 Euro. Preise mit denen selbst die Whitebox-Konkurrenz nicht mithalten kann. Das günstigste Androidphone "Stellar Craze", das beinahe zeitgleich mit dem Asha erschien, kostet immer noch 2.000 Rupien oder rund 30 Euro mehr. Das fehlende 3G-Modul ist unproblematisch, da der Großteil des Landes schlichtweg noch nicht damit versorgt ist.

Nächster Schauplatz: Brasilien

BGR rechnet nun damit, dass sich dieser Kampf nun in weitere junge Smartphone-Märkte verlagert. In Brasilien bleibt etwa noch abzuwarten, ob die Konsumenten aus der Blue Collar-Schicht sich mit den Kapazitäten von Nokias erweitertem Featurephone zufriedengeben, oder lieber deutlich mehr für ein Android-Gerät mit größerem Display, 3G-Anbindung und höherer Kamerauflösung ausgeben werden. (red, derStandard.at, 14.08.2012)

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