Brandanschlag auf Büro der griechischen Neofaschisten-Partei

14. August 2012, 07:27
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Racheakt wegen rassistischer Übergriffe vermutet

Athen - Ein Athener Büro der rechtsextremen griechischen Partei Chryssi Avgi ("Goldene Morgenröte") ist bei einem Brandanschlag am Montag schwer beschädigt worden. Nach Angaben der Polizei gab es keine Verletzten, da die Büros im vierten Stock eines Gebäudes im Stadtteil Pangrati zum Tatzeitpunkt leer standen. Erst am Vortag war ein junger Iraker von fünf Männern in der Hauptstadt Athen erstochen worden, wofür viele die Partei verantwortlich machten. Die Polizei vermutete, dass es sich bei dem Brandanschlag um einen Racheakt handeln könnte.

Unbekannte entzündeten eine brennbare Flüssigkeit vor den Türen des Parteibüros. Laut Polizeiangaben waren so in den letzten Jahren ein Dutzend Anschläge in Athen verübt worden, hinter denen die Behörden anarchistische Bewegungen vermuten. Die "Goldene Morgenröte" verurteilte die Brandstiftung und unterstrich ihr Ziel, den "Nationalen Kampf" solange fortzuführen, "bis Griechenland endlich wieder den Griechen" gehöre.

Die von Nikolaos Mihaloliakos angeführte Neofaschisten-Partei erhielt bei der Parlamentswahl vom 17. Juni sieben Prozent der Stimmen und ist mit 18 Abgeordneten im 300-Sitze-Parlament (Vouli) vertreten. Es wird vermutet, dass die Partei hinter der Welle von Gewaltübergriffen gegen Migranten stehe, die während der letzten Monate ganz Griechenland beunruhigte. Der Menschenrechtsbeauftragte des Europarats, Nils Muiznieks, hatte Athen im Juli dazu aufgerufen, die Rechtmäßigkeit von Chryssi Avgi zu prüfen. Die Partei sei "offener extremistisch und nazistisch als jede andere Partei in Europa." (APA, 14.8.2012)

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    Chryssi Avgi-Chef Nikolaos Mihaloliakos bei einer Pressekonferenz im Mai 2012.

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