Pro bono, contra malum

Einserkastl |

Stronach zeigt, dass man hoch in den Wolken ansetzen muss, wenn man Politik erneuern will

Die Stronach-Partei wird für "Wahrheit, Transparenz und Fairness" sorgen (sagt Frank Stronach). Und was ist mit "Schönheit, Edelmut und gutem Wetter"? Oder mit "Ewiger Glückseligkeit, himmlischer Harmonie und Kraft durch Freude"? Stronach zeigt unseren kleinmütigen Parteien, dass man hoch in den Wolken ansetzen muss, wenn man die Politik erneuern will. Er scheint sich mit dem Motto seiner (noch zu gründenden) Partei an dem Wahlspruch der Zeitschrift Welt im Spiegel der unsterblichen Pardon-Satiriker, -Autoren und -Zeichner Robert Gernhardt, F. W. Bernstein und F. K. Waechter zu orientieren: "Pro bono, contra malum".

Er wird trotzdem seine Wähler finden, vielleicht sogar genug für den Einzug ins Parlament. Der Typus des herrischen Milliardärs mit extremen Ansichten hat ja in den USA bereits enormen Einfluss erlangt; warum nicht auch in Österreich? Und bis die Wutwähler überzogen haben, dass sie egozentrischen Monomanen nachgelaufen sind (siehe unter: "Dinkhauser" oder "Hans-Peter Martin", aber auch "Haider"), sind auch wieder ein paar Jahre vertan worden - was in unserer jetzigen politischen Lähmungslage vergeudete Energie und verlorenes Engagement bedeutet. Weiß der Teufel, warum immer die irrationalen Causen ("Euro-Austritt", "Ausländer raus") ihre Parteien oder Parteigründungen finden - und nicht die echten Probleme wie z. B. Jugendarbeitslosigkeit. (Hans Rauscher, DER STANDARD, 14./15.8.2012)

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