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Investoren setzen immer stärker auf Unternehmensanleihen. Seit Jahresbeginn etwa haben Fondsanleger mehr als 38 Mrd. Euro investiert.
Investoren greifen verstärkt bei Unternehmensanleihen zu. Diese versprechen höhere Zinsen als Staatspapiere oder Einlagen, doch Experten warnen vor höheren Risiken.
Wien - Trotz der Ängste um die Eurokrise reißt das Interesse der Anleger an Unternehmensanleihen nicht ab. Daten vom Branchendienst Lipper etwa zeigen, dass die europäischen Fondsinvestoren immer mehr in die Anlageklassen der Unternehmensschulden investieren. Bis inklusive Juni sind dieses Jahr knapp 38,2 Milliarden Euro in diese Anlageklasse geflossen, 2011 waren es im selben Zeitraum gerade einmal 13,2 Mrd. Euro.
"Die Jagd nach Rendite treibt Anleger in die Assetklasse der Unternehmensanleihen", weiß Ed Moisson, Fondsanalyst beim Analysehaus Lipper. Die niedrigen Zinsen bei sicheren Staatsanleihen würden Anleger in andere Bereiche des Anleihenmarktes drängen lassen. Dabei machen sie auch bei riskanteren, schlecht bewerteten Unternehmen ("Junk" oder Ramschpapiere) nicht Halt.
Aktuell verdienen Investoren knapp 1,43 Prozent mit zehnjährigen deutschen Staatspapieren, vor der Steuer. In Österreich sind die Zinsen ebenfalls unter die Zwei-Prozent-Marke gefallen, ebenso in den USA oder Großbritannien. Bei kürzer laufenden Schuldpapieren zeigt sich noch deutlicher, warum etwa die Zinsanalysten der französischen Großbank Société Générale sagen, dass Anleger nach höheren Zinsen "dürsten".
Für Staatsanleihen, die drei Jahre laufen, erhält ein Investor in Deutschland eine jährliche Rendite von gerade einmal 0,01 Prozent, in Österreich 0,23 Prozent. Unternehmensanleihen bieten hier ein Vielfaches der Rendite, auch wenn relativ sichere Schuldner mit einem Rating von BBB oder mehr für kurz laufende Papiere weniger als einen Prozent zahlen.
In europäischen Fonds, die in Unternehmensanleihen investieren, sind aktuell 280 Milliarden Euro veranlagt, vor fünf Jahren waren es gerade einmal 115 Milliarden. Soviel ist heute alleine in den schwächer bewerteten Ramschanleihen mit einem Rating von unter BBB investiert.
Das nutzen die Unternehmen. Aktuelle Zahlen von Dealogic zeigen, dass die europäischen Unternehmen seit Jahresbeginn bereits mehr als 327 Mrd. Dollar (265 Mrd. Euro) an Emissionen am Kapitalmarkt vorgenommen haben, ein Rekord, der bisher nur 2009 noch überboten werden konnte. Vor der Finanzkrise waren die Emissionen von Unternehmensanleihen nur ein Drittel so hoch.
Doch der jüngste Boom um die Unternehmensanleihen macht Ben Ashby, Leiter der Kreditanalyse in Europa von der britischen Bank HSBC, skeptisch. "Wir sind von der anhaltenden Stärke des Booms überrascht." Denn die Probleme in der Eurozone würden auch an den Unternehmen nicht spurlos vorüber ziehen. Wenn sich die Konjunktur weiter abschwäche, würde das auch Unternehmen unter Druck bringen und ihre Bonität gefährden.
Dazu kommen in Europa Nebeneffekte der Schuldenkrise. Aktuell zittern etwa spanische und italienische Firmen, die zusammen mehr als 200 Mrd. Euro an Schulden ausstehend haben, um das Rating ihrer Staaten. "Wenn die Bonität der Staaten weiter fällt, wird das zu Herabstufungen der Unternehmen führen", so die Analysten von BoAML.
Dazu kommt, dass sich die Stimmung der Anleger schnell drehen könnte. " Die Zuflüsse in Anleihenfonds können sehr volatil sein", warnt Lipper-Experte Moisson. 2011 etwa sind innerhalb weniger Wochen knapp 20 Mrd. Euro aus Hochzinsanleihen-Fonds abgeflossen. Das würde die Preise unter Druck bringen. (Lukas Sustala, DER STANDARD, 14.8.2012)
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das Geld geht aber nur - wie schon ein Vorposter bemerkt hat - an börsenotierte blue chips.
Die machen aber nur 2 -3 % der Unternehmen aus. Der Rest schaut durch die Finger, was Finanzierungen angeht - je kleiner die Unternehmen desto beschi.....ner die Situation.
nachdem heute nur noch die Liquidität über den Unternehmenserfolg entscheidet, bedeutet dass, dass die Großen die Kleinen noch mehr an die Wand quetschen.
Nicht gerade rosige Aussichten für die KMU
Super, was für ein Experte. Wieder einer, der 2007 wahrscheinlich gemeint hat, die Hausse an den Börsen hält weiter an. Wieso befragt man solche Leute? Was genau bringt das, "Experten" zu fragen, die mit so gut wie JEDER Prognose falsch liegen?
Und dass in Firmen anstatt in Staaten investiert wird, liegt auf der Hand, nachdem halb Europa vor einem Staatsbankrott steht. Wenn D pleite ist, wird E.ON (bspw.) immer noch ihre Investoren bedienen können.
Noch eins ist mir eingefallen:
http://www.wienwert.at/
Zugegeben die HP verspricht nicht viel, weil die Zahlen alle alt sind. Vielleicht sind sie im direkten Kontakt auskunftsfreudiger.
Schauen Sie mal hier vorbei:
http://www.bondguide.de/
Ich bin sicher mit etwas Recherche wird sich sicher noch die eine oder andere Seite finden lassen.
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