Mayr-Melnhof: Analysten erwarten rückläufiges Nettoergebnis

13. August 2012, 16:37

Wien - Für die am kommenden Donnerstag anstehende Halbjahreszahlenvorlage der Mayr-Melnhof Karton AG prognostizieren Analysten rückläufige Ergebnisse. Die Finanzexperten sehen bei dem österreichischen Kartonhersteller einen marginalen Umsatzrückgang bei einem gleichzeitig deutlich sinkenden Nettoergebnis.

Im Schnitt werden von den Bankexperten der Raiffeisen Centrobank (RCB), Erste Group und Berenberg Bank für das erste Halbjahr 2012 ein Nettoergebnis von 54,4 Mio. Euro erwartet. Damit wäre das Nettoergebnis um 14,4 Prozent unter dem Wert im Vergleichszeitraum des Vorjahres (63,5 Mio. Euro). Die Konsensusschätzung für den Umsatz beläuft sich auf 979,7 Mio. Euro und ist mit einem Minus von 0,9 Prozent nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr (988,2).

Bei dem operativen Ergebnis (EBIT) im ersten Halbjahr gehen die Analysten der drei Institute von 80,9 Mio. Euro aus. Damit liegt der Wert ebenfalls deutlich, mit 12,8 Prozent, unter den 92,7 Mio. Euro des ersten Halbjahres 2011.

Die Experten der Erste Group haben den, nach den Ergebnissen des ersten Quartals, von Mayr-Melnhof ausgegebenen vorsichtigen Ausblick in ihre Schätzungen einfließen lassen. Da die Kundennachfrage laut dem Ausblick volatiler wird, gehen sowohl der Umsatz als auch das betriebliche Ergebnis im Vergleich zum guten Vorjahresquartal zurück. Negative Einmalaufwendungen, die Schließung des Werkes in Liverpool betreffend, könnten laut den Erste Group-Analysten auf die Ergebnisse des zweiten Quartals drücken.

Die schwächere Nachfrage nach Kartonagen am europäischen Markt sollte durch die internationalen Märkte ausgeglichen werden, erwarten die Experten der RCB. Der Umsatz im Kartonbereich wird nach den Expertenprognosen etwas nachgeben, da der Verkaufspreis für Karton ebenfalls leicht im Sinken begriffen war. Der Verpackungsbereich profitiert hingegen von den höheren Bestellungen der Zigaretten-Packungen nach Ansicht der RCB.

Die Analysten der Berenberg Bank erwarten für die Halbjahresergebnisse ein solides Zahlenwerk. Die Kundennachfrage ist laut den Analysten nur leicht gesunken. Die zusätzlichen Ausgaben, welche durch die Schließung der Fabrik in Liverpool entstanden sind, werden ebenfalls als belastend für das Unternehmen angeführt. Durch eine gute Auslastung in der Kartonproduktion sollen die anfallenden Restrukturierungsaufwendungen ausgeglichen werden können. (APA, 13.8.2012)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.