Griechenland vor fünfter Rezession in Folge

  • Griechenland hängt am Finanztropf seiner Euro-Partner und des 
Internationalen Währungsfonds und kämpft trotz mehrerer Rettungspakete 
weiter gegen die Staatspleite.
    foto: apa/jens büttner

    Griechenland hängt am Finanztropf seiner Euro-Partner und des Internationalen Währungsfonds und kämpft trotz mehrerer Rettungspakete weiter gegen die Staatspleite.

Die Wirtschaft des Krisenlandes wird auch auch 2013 schrumpfen, das Schlimmste könnte aber überstanden sein

Athen - Griechenland steuert in voller Fahrt auf sein fünftes Rezessionsjahr in Folge zu. Die Wirtschaft des vom Bankrott bedrohten Landes schrumpfte zwischen April und Juni um 6,2 Prozent zum Vorjahresquartal, wie das Statistikamt Elstat mitteilte. Optimisten werteten dabei als leichten Hoffnungsschimmer, dass sich die Talfahrt immerhin nicht weiter beschleunigte. Anfang des Jahres war die Konjunktur sogar um 6,5 Prozent eingebrochen. Regierungschef Antonis Samaras hatte jüngst angekündigt, die Wirtschaft könnte 2012 um mehr als sieben Prozent schrumpfen.

Ökonomen sehen die BIP-Daten als wenig überraschend. "Wir wussten, dass die Wirtschaft weiter schwächelt", sagte Chefvolkswirt Chris Williamson vom Londoner Forschungsinstitut Markit. "Aber es ist hoffentlich ein Zeichen dafür, dass der Rückgang nun seine Talsohle findet." Mit dem ersten Halbjahr habe man nun womöglich das Schlimmste hinter sich.

Arbeitslosenquote steigt

Eurobank-Analyst Theodore Stamatiou erwartet für 2012 ein Schrumpfen des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 7,1 Prozent und für 2013 von 2,4 Prozent - "wegen weiterer deutlicher Rückgänge der verfügbaren Einkommen, steigender Arbeitslosigkeit und einbrechender Investitionen". Zuletzt war die Arbeitslosenquote auf gut 23 Prozent gestiegen - es ist also fast jeder vierte Grieche ohne Job.

Finanzexperten der sogenannten Troika aus EU, IWF und Europäischer Zentralbank (EZB) kehren im September nach Griechenland zurück, um zu prüfen, ob der Staat seine Reformzusagen als Gegenleistung für die Finanzhilfen einhält. Davon hängt ab, ob gut 30 Mrd. Euro für Griechenland freigegeben werden. (APA/Reuters, 13.8.2012)

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