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vergrößern 645x429Wären sie doch einfach daheim geblieben, die Besserwisser, Nörgler und Kostverächter.
Wir schuften und hackeln und malochen das ganze Jahr. Geizig sparen wir den Urlaub auf, nutzen Fenstertage um trotzdem ein wenig Freizeit zu haben und das alles nur, um dann endlich den Haupturlaub in vollen Zügen zu genießen. Und wir freuen uns drauf. Jedes Jahr.
Dann endlich ist es soweit. Urlaub. Wir lassen den Alltag hinter uns, wollen neue Dinge sehen, etwas anderes erleben als zuhause, Kultur, Land und Leute kennenlernen. Alles wunderbar. Wären da nur nicht die Anderen. Die, die nie irgendwo ankommen, weil sie andauernd davon erzählen, wo sie schon überall waren und stolz ihren Reisepass vorzeigen mit alle den Stempeln und Visa. Die, die sich vor Kirchen und Tempeln langweilen und alle Anwesenden wissen lassen, das Gebäude sei "ja eh schön, aber halt leider doch nicht ganz so beeindruckend wie jenes in XY" an das es doch sehr erinnert. Gleiches gilt natürlich auch für das Hotel, das zwar komfortabel ist, aber im Vergleich zur Anlage des Vorjahres eher armselig anmutet.
Nicht zu vergessen die Mitreisenden, die zu allem und jedem ihren Senf dazu geben, alles schon wissen, bevor die Führung beginnt und den Guide mit gefinkelten Fragen auf Herz und Nieren auf seine Fachkenntnisse prüfen. Wenn sie feststellen, dass ihr Wissen eigentlich keinen interessiert, gehen sie beleidigt dazu über, aus dem Hintergrund in halb flüsterndem Ton bissige und verächtliche Kommentare in die Menge zu streuen. Mit gewählter Arroganz bezichtigen sie das lauschende Publikum der Kultur- und Ahnungslosigkeit.
Und dann gibt es jene, die am Buffet nach der Heimat Ausschau halten, den Salat lieber mit Apfelessig und Maiskeimöl statt mit Balsamico und Olivenöl hätten. Mit dem "labbrigen" Weißbrot sind sie alles andere als zufrieden. Vielmehr vermissen sie das kräftige, dunkle Schwarzbrot aus der Heimat schmerzlich - und vor allem lautstark: "Es ist eh okay hier, das Essen ist auch einigermaßen. Nur, ganz ehrlich, Brot backen können sie einfach nicht hier!"
Diese, oft sehr einsamen Menschen, sind auch im Urlaub auf der Suche nach Nachbarn, zumindest aber nach Menschen aus der eigenen Heimatstadt, aus dem gleichen Bundesland. Eigentlich fühlen sie sich gar nicht wohl unter so vielen Fremden, deren Sprache sie nicht verstehen und deren seltsames Verhalten ihnen Angst macht. Warum, fragt man sich da, sind sie nicht zu Hause geblieben bei ihrem Schwarzbrot, ihrem Maiskeimöl und ihren Nachbarn? (Mirjam Harmtodt, derStandard.at, 15.8.2012)
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... genau! Da fahre ich doch viel lieber zum campen nach Kroatien und kaufe mir dort im SPAR-Supermarkt um die Ecke den holländischen Scheibenkäse, den man zu Hause um die Hälfte bekommen hätte. Natürlich sind die spanischen Tomaten in Kroatien auch viel besser als die spanischen Tomaten die man hier kaufen und mitnehmen könnte ;)
Jenen, die den besagten Käse mitnehmen geht es oft um eine eklatante Senkung der Urlaubskosten und nicht in erster Linie ums Essen. Schon mal darüber nachgedacht?
Das mit dem Pool verstehe ich übrigens aber auch nicht :)
wer eine krankheit beschreibt, ist nicht unbedingt selber krank oder ein hypochonder. im artikel geht es um das kontra. dass es, große überraschung, auch ein pro gibt, ist zur sicherheit gleich zweimal festgehalten worden.
nicht, dass ich keine schwächen erkennen könnte. das hauptproblem ist, glaube ich, dass der artikel ein moralisierendes ende findet (und sich über die kritisierten stellt).
Wer Schwarzbrot im Ausland vermisst, sollte also gleich zuhause bleiben? Kurze Frage, wie genau soll ich das anwenden, wenn ich als gebürtiger Amerikaner und öst. Immigrant beim Urlaub in den Staaten Schwarzbrot vermisse, und das ganze US Brot kaum noch runter krieg? Soll ich dann zu Hause bleiben? Wenn ja, wo ist ihrer Definition nach "zu Hause" für Doppelstaatsbürger? Soll ich dann in den Staaten bleiben, wo ich das Brot selbstverständlich weiter vermissen werde?
... es geht eher um die Unsitte, in Urlaub zu fahren und sich dann dort lautstark zu beschweren, dass die es wagen, einem etwas anderes zu servieren, als die Mutti daheim immer kocht.
Dass Migranten Sehnsucht nach ihnen vertrauten Lebensmitteln haben, ist ja wohl bekannt: In den USA gab es mit den deutschen Einwanderungswellen ab etwa 1830 Tausende deutscher Zeitungen, Geschäfte und Brauereien (warum wohl haben die meisten US-Biere deutsche Namen?)
Tipp: Es gibt einzelne kleine Bäckereien in vielen Städten der USA, die hervorragendes Gourmet-Brot herstellen; niemand wird gezwungen, Widerlichkeiten a la wonderbread zu essen.
Backmischungen bringen zwar nur halbwegs gutes Brot, aber diese könntest du halbwegs günstig importieren.
und wenn sie wahr und selbsterlebt sind, dann ist es ein Armutszeugnis für die Redaktöse.
Ich habe auf all meinen Reisen noch niemals das oben Beschriebene erlebt. Ich habe noch nie erlebt, dass Touristen mit Handtüchern ihre Liegen reservierten.
Ich habe eher erlebt, dass man sich in Rudeln um ein paar Liegen traf um viel Spaß zu haben. Die anderen Liegen blieben leer.
Wer schlafen will, soll zu Hause bleiben.
Vielleicht sollte die p.t. Redakteuse einmal eine Reise machen. Und nicht Urlaub.
Hier ging es ja nicht um "Reisen" sondern offensichtlich um Urlaub in einem (Massen)Quartier, so Tisch an Tisch und Bein an Bein am Buffet und DAS gibt es dort alles sehr wohl. Und es ist auch die Art, wie sehr viele Österreicher Urlaub machen. Sie halt nicht, gratuliere!
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