Gesundes Aufwachsen von Kindern im Fokus

13. August 2012, 11:13
  • Unumstritten ist, dass Gesundheit und Gesundheitsverhalten aber frühesten Kindheit zu einem Gutteil erlernt werden.
    foto: apa/frank leonhardt

    Unumstritten ist, dass Gesundheit und Gesundheitsverhalten aber frühesten Kindheit zu einem Gutteil erlernt werden.

Zwischen Erziehung, Umwelt und Schule - Gesundheit und Gesundheitsverhalten werden erlernt und sind vielschichtig

Wien/Alpbach - Wie es der österreichischen Gesellschaft in den kommenden Jahrzehnten buchstäblich "gehen" wird: "Kinder- und Jugendgesundheit: Die Zukunft beginnt heute", lautet das Motto der Alpbacher Gesundheitsgespräche, die vom 17. bis zum 20. August in dem Tiroler Bergdorf ablaufen. In den vergangenen Jahren hat es immer wieder öffentliche Diskussionen zu diesem Thema gegeben. An die Gesundheitsgespräche schließen die "Perspektiven" an.

"Kinder und Jugendliche brauchen vielfältige Unterstützung, um sich gesund entwickeln und ihre Potenziale ausschöpfen zu können. Die diesjährigen Alpbacher Gesundheitsgespräche stellen Kinder- und Jugendgesundheit in den Mittelpunkt. Das Ziel ist, die wichtigsten Forderungen an die Politik zu identifizieren, um ein gesundes Aufwachsen unserer Jugend zu fördern. Was muss sich ändern, damit wir unseren Kindern die bestmögliche Gesundheitsversorgung bieten können? Was brauchen junge Menschen für eine gesunde seelische Entwicklung? Welche Lebenswelten hat die Jugend, und wie gesund lebt sie? Und wie können wir bei Kindern und Jugendlichen einen gesunden Umgang mit ihrem Körper fördern?", heißt es in dem Programm für die Veranstaltung im Rahmen des Europäischen Forum Alpbach.

Lage der Kinder- und Jugendgesundheit

In den vergangenen Jahren ist es in Österreich immer wieder zu heftigen öffentlichen Diskussionen zum Thema der Gesundheitsförderung und Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen gegeben. Im Jahr 2010 hatte es bei der Präsentation des ersten Berichts zur Lage der Kinder- und Jugendgesundheit in Wien geheißen, dass Österreich in dieser Beziehung in einem Unicef-Ranking (UNO-Kinderhilfswerk) nur an 14. Stelle von 21 Staaten liege. Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) rief im Jahr 2010 einen "Kindergesundheitsdialog" aus, im Rahmen dessen schließlich Maßnahmen für die Zukunft geplant wurden.

Die Diskussionen werden zumeist sehr emotional geführt. Oft wird Jugendlichen quasi gesundheitliches Fehlverhalten als Schuld vorgeworfen. Bei einer Diskussionsrunde ("Alpbach Talks") im April dieses Jahres erklärte jedoch der Präsident der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit, Klaus Vavrik: "Kinder und Jugendliche, die rauchen und trinken, sind nicht das Problem, sie haben ein Problem. (...) Wir sagen 'Kinder sind der Schatz der Gesellschaft', andererseits werden wir zu einer kinderlosen Gesellschaft." Der Kinderarzt, Kinder- und Jugendpsychiater verwies damit auf den Zwiespalt zwischen sinkenden Geburtenraten, hohen Aufwendungen für Reproduktionsmedizin und Defiziten in vielen Bereichen der Wertschätzung und Betreuung von Kindern hin: "124.000 Familien sind allein erziehend, 90.000 armutsgefährdet."

Unumstritten ist, dass Gesundheit und Gesundheitsverhalten aber frühesten Kindheit zu einem Gutteil erlernt werden. Bei Risikoverhalten wie Rauchen, Alkoholkonsum, mangelnder Bewegung und ungesunder Ernährung, ist es laut der einhelligen Meinung vieler Experten das Vorbild der Erwachsenen, das dabei durchschlägt.

Vom Lebensstil zur Schule

Die Alpbacher Gesundheitsgespräche 2012 starten am Freitag mit Eröffnungsreferaten. So geht es in einem Vortrag von Thomas Elbert (Klinische Psychologie/Universität Konstanz) um das Thema "Tablet-Computer statt Vater und Mutter: Gefahren und Chancen für die Entwicklung unserer IT-Kinder".

Die medizinische Versorgung im Kindes- und Jugendalter, die Vermittlung von Gesundheits- und Lebenskompetenzen, um den Heranwachsenden die Chancen für "gesunde" Entscheidungen zu geben und die psychische Entwicklung sind weitere Themen. Letzteres wird auch von Paulus Hochgatter, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und bekannter Schriftsteller, abgedeckt. In den vergangenen Jahren wurde in Österreich immer wieder heftig der Mangel an kinder- und jugendpsychiatrischer und psychotherapeutischer Versorgung kritisiert. Weitere Vorträge bzw. Diskussionsrunden beschäftigen sich mit den "Lebenswelten" von Kindern und Jugendlichen, Adipositas etc. Dabei werden die Themen auch in Arbeitskreisen behandelt.

Hochgatterer ist Sonntagabend (19. August) auch mit einer Lesung aus "Katzen, Körper, Krieg der Knöpfe" vertreten. Am Montag geht in Podiumsdiskussionen mit Gesundheitsminister Alois Stöger, Pharmig-Präsident Robin Rumler, Hauptverbandchef Hans Jörg Schelling, Ärztekammerpräsident Artur Wechselberger und mehreren anderen führenden Repräsentanten des Gesundheitswesens um "Verantwortung für Weichenstellungen in der Gesundheitspolitik" in Sachen Kinder- und Jugendgesundheit. (APA, 13.8.2012)

bitte nicht schon wieder Alpbach

geh bitte: Alpbach ist eine Ausrede, damit sich die "politische Elite" und Möchtegern-Lobbyisten eine Woche lang - in zugegeben - wunderschöner Umgebung - die Kante geben können. Da ist noch nie mehr rausgekommen als ein paar Fotos mit den Ministern im Dirndl oder Trachtenanzug.

"eine Woche lang - in zugegeben - wunderschöner Umgebung"...

...und wer zahlt das eigentlich?

Zahlen sich die SPÖVP-Minister die Hotelrechnung, das Abendessen, die An- und Abreise etc. selber, oder zahlt das der Steuerzahler?

"...sich gesund entwickeln und ihre Potenziale ausschöpfen ..."

Wie sollen Kinder auf ein erfülltes und selbstwirksames Leben vorbereitet werden, wenn viele von ihnen von klein auf - zuerst von den Eltern und später von Lehrern - konsequent mit ihren "Schwächen" konfrontiert werden, die als "Fehler auszumerzen" sind? Anstatt in der Kindheit und Jugend ihre tatsächlichen Potenziale und Stärken auszubauen und sich als kompetente Menschen zu erleben, die in der Lage sind, ihr Leben selbstverantwortlich zu meistern.

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