Waffenlobby: Waffen aus 3D-Drucker "machen Amerika sicherer"

Kritiker befürchten, dass bald durch komplett gedruckte Waffen Kontrolle umgangen werden könnte

Nach Berichten über das erste, teilweise mit einem 3D-Drucker hergestellte, funktionierende Gewehr hat sich die Waffenlobby in den USA zu Wort gemeldet. Gegenüber Wired zeigte sich Dudley Brown, Executive Vice President der National Association for Gun Rights (NAGR), begeistert über die Entwicklung.

"Macht USA sicherer"

Es sei nicht gefährlich, sondern im Gegenteil würde die USA sicherer machen, wenn Menschen ihre eigenen Waffen zu Hause entwickeln. Von dort kämen die meisten Innovationen. Schon John Moses Browning, der unter anderem Ende des 19. Jahrhunderts Waffen für Winchester entwickelt hatte, habe Waffen in seinem Keller hergestellt und sie würden auch heute noch eingesetzt. Ein Sicherheitsproblem sieht der Waffenlobbyist nicht. Kriminelle würden auch so an Waffen gelangen. Der Aurora-Attentäter James H. habe seine AR-15 immerhin legal erworben, argumentiert Brown.

Frage nach Legalität

Zwar spreche sich die NAGR gegen die illegale Herstellung von Waffen aus, doch gerade beim Eigenbau werden Fragen nach der Legalität aufgeworfen. Jener User, der eine AR-15 selbst gebaut hat, hat nur den Receiver per 3D-Druckverfahren hergestellt, bei den restlichen Komponenten wurde auf Originalbauteile zurückgegriffen.

Beim Receiver handelt es sich laut den Gun Control Act fon 1968 um den einzigen Teil, der in den USA einer Regulierung unterliegt und eine Seriennummer tragen muss. Seine eigene Waffe zu bauen sei für den privaten Einsatz zwar legal, verkauft werden dürfe eine Waffe ohne Registrierung jedoch nicht.

Undetectable Firearms Act

Ein Problem könnte es mit Waffen aus dem 3D-Drucker allerdings an anderer Stelle geben. Der Undetectable Firearms Act von 1988 verbiete den Besitz und die Herstellung von Waffen, die beispielsweise bei Sicherheitskontrollen am Flughafen nicht aufgespürt werden können, so Daniel Vice, Anwalt des Brady Center to Prevent Gun Violence. Ob das auf die teilweise gedruckte AR-15 zutreffe sei nicht ganz klar.

Bald ganze Waffe aus dem Drucker?

Derzeit sei es noch relativ kompliziert und erfordere genaues technisches Wissen, um eine Waffen selbst herzustellen. So sei es mit einfacheren 3D-Druckern auch noch nicht möglich, alle Komponenten auf Metall und Keramik herzustellen. In wenigen Jahren sollen jedoch auch Geräte für den Eigengebrauch mit solchen Materialien umgehen können. Dann stünde dem gedruckten Gewehr auf Knopfdruck theoretisch nichts mehr im Wege - wie sicher diese Waffen im Gebrauch wären, ist eine andere Frage.

Im Forbes Magazin wurden bereits Befürchtungen geäußert, dass das Ende der Waffenkontrolle bedeuten könnte. Und auch die 3D-Druckseite Thingiverse hat die Verbreitung von Waffendesigns bereits untersagt. (red, derStandard.at, 13.8.2012)

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