Dotcom: Neuer Musikdienst "Megabox" startet 2012

Birgit Riegler, 13. August 2012, 09:45
  • Kim Dotcom will seinen neuen Musikdienst Megabox noch 2012 starten.
    foto: reuters

    Kim Dotcom will seinen neuen Musikdienst Megabox noch 2012 starten.

  • Der Musikservice soll Künstler direkt an Downloads beteiligen.
    screenshot: red

    Der Musikservice soll Künstler direkt an Downloads beteiligen.

Megabox soll Plattenfirmen umgehen und Musiker mit 90 Prozent an Einnahmen beteiligen

Im März 2013 soll das neuseeländische Gericht entscheiden, ob Megaupload-Gründer Kim Dotcom an die USA ausgeliefert wird. Mit seinem vom FBI geschlossenen Filehosting Dienst werden ihm unter anderem Urheberrechtsverletzungen im großen Stil vorgeworfen. Das hindert den gebürtigen Deutschen nicht daran, einen neuen Musikdienst zu planen. Dier Dienst namens Megabox dürfte sich bereits in der finalen Phase befinden.

Start noch 2012

An den Start gehen soll Megabox anscheinend noch in diesem Jahr. Den Hinweis darauf hat Dotcom selbst in einem Tweet gegeben: "I know what you are all waiting for. It's coming. This year. Promise. Bigger. Better. Faster. 100% Safe & Unstoppable." Die Pläne zu Megabox hatte Dotcom bereits vor seiner Verhaftung im Jänner bekannt gegeben. Zwischenzeitlich ließ er immer wieder Hinweise durchsickern, unter anderem auch einen Screenhot der Website.

Ohne Plattenlabels

Über den Dienst sollen Künstler ihre Musik direkt verkaufen können, ohne Plattenlabels als Zwischenhändler beteiligen zu müssen. Im Juni hatte der Deutsche bestätigt, dass er bereits Verträge mit mehreren Musikern geschlossen habe (der WebStandard berichtete).

90 Prozent an Musiker

Die Nutzer sollen entscheiden können, ob sie für die Musik zahlen oder im Fall von kostenlosen Downloads die Installation einer Werbesoftware in Kauf nehmen. Auch im Fall von Gratis-Downloads sollen die Künstler somit durch Megabox entlohnt werden. Von den Einnahmen würden die Betreiber 90 Prozent an die Musiker weiterleiten. (br, derStandard.at, 13.8.2012)

Links

Tweet mit Megabox-Ankündigung

Nachlese

Megaupload-Gründer sagt mit "Megabox" Piraterie den Kampf an

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 41
1 2

Also wenn man als musikaffiner Netzbürger seine (unabhängigen) Infoquellen wie z.B. Blogs hat, verlieren Musiklabels auch ihre letzte - ohnehin schon sehr geringe - Existenzberechtigung.

So ist es bisher noch noch PR Arbeit die diese Firmen leisten, die unbekannte oder neue Bands ins Licht der Öffentlichkeit rückt.

Wenn man sich dann aber anschaut, was auf diesem Wege so alles beleuchtet wird - nämlich Cashcows ohne jeden Qualitätsanspruch - kann ich nur sagen:

Lasset die Megabox kommen - und noch viele ähnliche Dienste!

Und noch ein Megabetrug

Ein innovativer Musikdienst *wäre* schön.

Aber:

Kim Schmitz aka "Dotcom" ist bis jetzt dreimal rechtskräftig wegen Betrugsfällen in Deutschland verurteilt.

Der zugehörige Wikipedia-Artikel (lesenswert!!!) schliesst mit:

Schmitz, der von sich behauptete, ein "Hochbegabten-Abitur" am Internatsgymnasium Plön abgelegt zu haben, besuchte in Wirklichkeit die Heinrich-Harms-Schule, eine Plöner Hauptschule. Während seiner Schulzeit verbrachte er zwei Jahre im Schülerheim Rohwedder, einer Einrichtung für verhaltensauffällige Jugendliche.
(Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Kim_Schmitz)

Megabox wird vor allem eines: das Geld einiger Investoren mit Luxusautos und Immobilien verbrennen. Bestenfalls.

Und trotz seiner Schulbildung hat er...

...eine Marktlücke gefunden. Die Bedürfnisse vieler Konsumenten befriedigt und damit Geld gemacht. Geld über Werbungsverkäufe die mir nie geschadet haben.

Neidisch?

Ich als langjähriger Konsument bin im übrigens dankbar und gönne ihm jeden Cent.

Kimble ist bereits zwei mal wegen Investmentbetrugs verurteilt worden. Wer ist so bescheuert und drückt dem noch mal Geld für ein Startup in die Hand?

SUPER IDEE

90% an die Künstler keine braucht die Plattenfirmen mehr in Zeiten von MP3!!!

Nette Idee aber...

Also ich bin sicherlich kein Befürworter der Politik der Musikindustrie.Aber Labels haben schon ihre Berechtigungen - egal welche Größe. Sie übernehmen immerhin die Promotion und Werbetätigkeiten von Bands und das kostet einfach Geld. Nur mit guter Musik sticht keine Band heraus. Da braucht es vorallem im Netz schon wieder so gute Ideen zu Videos damit der virale Effekt einsetzt -das hat dann aber mehr mit gelungen Video als mit gelungener Musik zu tun. Die Werbebudgets für Bands sind nicht gerade wenig.Einen Vertrieb über itunes zu bekommen ist ja auch kein Problem mehr. Aber ein solches Angebot ist die Nadel im Heuhaufen zu finden. Was nutzt mir als eine Plattform wo man 90% von 0€ bekommt, weil man nicht gesucht od. gefunden wird.

<3

der gute kim versteht einfach, wie medienangebote heute auszusehen haben ;)

wert braucht noch tonträgerindustrie, wenn wir keine tonträger mehr brauchen?

Das Problem wird werden, dass die Künstler bei den Studios unter Vertrag stehen.
Das heißt aktuelle Musik wird man auf der Plattform vergeblich suchen.
Für kleinere Musiker ist dies allerdings eine riesen Chance einen "gratis" Vertriebsweg zu genießen (klar, der Kim wird schon mitschneiden).

Ja das stimmt. Große Musiker haben vor allem auch deswegen Erfolg, weil das Marketing stimmt (Musikvideos, etc.)

Wenn jedoch wirklich 90% der Einnahmen an den Künstler gehen, könnte dieser auch eine Marketingargentur damit beauftragen, ihn bekannt zu machen.

Also macht der Kim noch Megamarketing auf, welches sich speziell an Musiker richtet und schon haben wir einen eleganten Weg, wie der Musikmarkt fair und gesund laufen kann ganz ohne Labelmafia.

Ahja, und wie bezahlt der Künstler die Marketingagentur (Vorfinanzierung)? Sowas kann leicht in die 100k gehen mit Videoproduktion, Promotion usw.

Ohne Marketing keine Einnahmen, aber das scheinen viele hier nicht wahrhaben zu wollen. Die Labels haben ja auch das Risiko, dass der Hit dann nicht einschlägt. Ein kleiner Musiker kann dann sofort bankrott anmelden.

"Megamarketing" schießt bei Potential des Künstlers bestimmt was vor und lässt sich dann von den Einnahmen bezahlen.

... abgesehen davon, ist Megabox an sich eigentlich auch schon ein gewisses Marketing. Es hat bestimmt ein "Top Songs" feature oder sows.

Sieht von der Oberfläche aus wie Grooveshark.

Bandcamp? :)

Generell wäre es eine gute Lösung für Musiker, die ohne Labelvertrag sind …

Die meisten Labelverträge beinhalten z. B. Klauseln, die es dem Musiker verbieten auf anderem Wege seine Werke zu verbreiten oder zu verkaufen.

Das Vertrauen der Musiker, dass eine solche Plattform auch wirklich korrekt und wahrheitsgemäß abrechnet, muss auch gegeben sein.

Mit einem Aufstand der Plattenlabels muss gerechnet werden. ;)

Bleibt auch die Frage offen, wer dann die sonstigen Abgaben an GEMA (D), Austro Mechana und AKM (Ö) berechnet und abführt.

der mann ist ein genie!

ich mag sogar sein rumgeprotze.

Ja und die Art wie er Dienste für Geld anbietet, nur um dann die zahlenden Kunden für Geld an Abmahnanwälte zu verkaufen... Spitzentyp!

Manche hier sind entweder zu jung oder haben kein sehr gut ausgeprägtes Langzeitgedächtnis...

megabox ist für mich der hauptgrund, warums den dotcom einkastlt haben.

da hat die musikmafia bei der us-regierung angeklopft "machts was, das geht so nicht".

wenns wirklich nur um megaupload gangen wäre, dann dürfte z.b. rapidshare auch nicht mehr existieren.

Kimble wird dann wohl der Mainstream wegbleiben... kaum ein heutzutage erfolgreiches Lied hätte ohne Labels und Ghostwriter produziert werden können.

Wer Künstler ohne Labels sehen will kann sich gerne auf Youtube rumtreiben, den meisten dieser Künstler kann man auch Lieder abkaufen, so ganz ohne Label.
So ungefähr wird dann auch die Musik aussehen die man in der Megabox hören kann.

kaum ein heutzutage erfolgreiches Lied hätte ohne Labels und Ghostwriter produziert werden können.

dann kann man nur hoffen das labels und ghostwriter bald der vergangenheit angehören.

Stimmt...

...Hört man ja eh tagtäglich, was für Musik die Labels ins Radio bringen! Ich bin der Meinung: Es KANN nur besser werden, wenn nicht mehr die LABELS entscheiden, welches Lied zig Mal am Tag gespielt wird.

und aus welchen quellen beziehen sie ihr fundiertes halbwissen?

er hat schon recht

denn es gab schon viele versuche seiten mit unbekannten künstlern zu starten. Das Problem für den kommerziellen Erfolg ist das fernbleiben von Mainstream Künstlern. Ohne die keine Kohle, und die haben Knebel.. äh ... Labelverträge.

ich könnte hier eine Liste mit bekannten Künstlern posten die ohne Labels nichts geschafft hätten....

ABER wenn ich das tue, lautet das nächste Antwortposting in etwa so: "Is eh toll dass das Mainstream Zeug weg is, is eh schei..e"...
...und da ich keine Lust habe mit jemanden der "Ewig-Alternativen" und "ach so Individuellen" zu diskutieren der nur ein bestimmtes Genre hört und die Künstler als schlecht bezeichnet nur weil sie berühmt sind, komplett unabhängig davon wie begabt der Künstler wirklich ist..... werd ich dich einfach dazu auffordern es selbst herauszufinden :)

Das meiste, was heute im Radio läuft, IST scheisse, ich zitiere mal einen Kommentar bei Youtube unter einem Lied von Lynyrd Skynyrd:

This is music, no auto-tune, no "Call me Maybe" shit. Just real, genuine talent. The subject of this song can teach our upcoming generation a lesson. Other than this Nicki Minaj who sings "Fuck who you want and fuck who you like."

Du weißt aber schon das "Call me Maybe" eines der wenigen Lieder ist dass zuerst durch das Internet bekannt wurde und Carly Ray Jepsen erst NACHDEM das Lied berühmt war einen Plattenvertrag bekommen hat....
Soll heißen: Es wurde von keinem Label gepusht und wurde nur erfolgreich weil es vielen Leuten gefällt.

Lynyrd Skynyrd ist eine Band die ihre Mitglieder wechselt wie andere ihre Schuhe. Also eine Eigenschaft die man eher "Mainstreambands" und erfolgsorientierten Bands zuschreibt.

Dein Beispiel hätte schlechter garnicht sein können ;)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 41
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.