NASA-Forscher bekommt Heiratsanträge

Bobak Ferdowsi fiel mit Irokesen-Frisur auf

Washington - Das komplizierte Landemanöver des Marsrovers "Curiosity" lief nahezu perfekt. Durch eine neue Software sollen nun wissenschaftliche Experimente starten. Der große Star im Internet ist derzeit aber ein NASA-Forscher: Der "Mohawk Guy" bekommt Fanpost und Heiratsanträge.

Die NASA hat durch die erfolgreiche Landung des Marsrovers "Curiosity" gleich mehrfach Grund zum Jubeln. Zum einen zeigte sich, dass das Roboterfahrzeug nur knapp 200 Meter von der geplanten Stelle gelandet ist. Zum anderen werden die Ingenieure der US-Raumfahrtbehörde NASA in den USA daraufhin fast wie Popstars gefeiert. Insbesondere Bobak Ferdowsi, zuständig für den Flug des Forschungsroboters durch das Weltall, fiel vielen bei der Landung im Kontrollzentrum auf - vor allem wegen seines Irokesen-Haarschnitts. Der Erfolg der Mission soll in der kommenden Woche durch eine neue Software und mit weiteren Experimenten ausgebaut werden.

In den nächsten Tagen soll die Software des Rovers komplett ausgetauscht werden - eine Art "Gehirntransplantation", wie NASA-Wissenschaftler es formulieren. "Die Flug-Software, die "Curiosity" im Moment noch benutzt, war darauf fokussiert, das Fahrzeug zu landen. Sie hat viele Komponenten, die wir jetzt einfach nicht mehr brauchen", sagte NASA-Forscher Ben Cichy.

100 MB Daten

Bis zum Montag sollte die neue Software in den Computer und auch in den Notfall-Computer des Rovers geladen sein. Danach könnte er losrollen und damit endlich seine wissenschaftliche Karriere beginnen. Bislang seien rund ein Megabyte Daten von der Landung zur Erde geschickt worden. Rund 100 Megabyte befänden sich noch auf dem Rover und würden nun nach und nach heruntergeladen.

Alle drei Marssonden - der "Mars Reconnaissance Orbiter" und "Odyssey" von der NASA, sowie "Mars Express" von der europäischen Raumfahrtagentur Esa - hätten bislang Daten geschickt, insgesamt weit mehr als erwartet. Die Informationen wollen die Wissenschaftler nutzen, um für weitere Mars-Missionen noch besser vorbereitet zu sein.

Der Erfolg des NASA-Teams hatte sich derweil auf andere Weise im Internet gezeigt. Schon während der Live-Übertragung der Landung traf die erste Fanpost via Twitter ein, es folgten Heiratsanträge und die inoffizielle Internet-Kür von Ferdowsi zum "Mohawk Guy" zum "sexiest nerd at NASA".

Ferdowsi hatte von alledem zunächst nichts mitbekommen. Konzentriert und angespannt hatte er stundenlang auf seinen Bildschirm gestarrt, während sich der Rover dem Mars näherte. Nach der erfolgreichen Landung brachen er und seine Kollegen in Jubel aus und lagen sich in den Armen. Zehntausende Menschen verfolgten das Ereignis live im Internet. Auch andere NASA-Wissenschaftler bekamen danach Fanpost, aber nichts davon kam auch nur annähernd an den Wirbel um den "Mohawk Guy" heran.

Er sei "nicht bereit für all die Aufmerksamkeit", twitterte er später. Aber die Menschen hätten wohl einfach nicht gedacht, dass auch Typen wie er bei der NASA arbeiten könnten. "Sie denken wahrscheinlich, dass hier alle wie im Film mit weißen Hemden, schwarzen Krawatten und Hornbrillen rumlaufen." Der Rummel um ihn bringe allerdings auch Probleme. "Meine Kollegen machen sich ganz schön lustig über mich."

"Curiosity" war am Montag nach rund acht Monaten Flug in einem komplizierten Manöver gelandet. Es ist die teuerste und technisch ausgefeilteste Mission, die es bisher zum Mars gab. (APA, 12.8.2012)

  • Bobak Ferdowsi, "sexiest nerd"
    foto: reuters/brug

    Bobak Ferdowsi, "sexiest nerd"

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