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"Kochkünstlerinnen".
Olympia ist zu Ende, es herrscht medialer Regelbetrieb. Die einen freut es, die anderen können den Verlust der täglichen Dosis Passivsport nur schwer verwinden. Dabei gibt es Wichtigeres - Essen zum Beispiel. Die ORF-Matinee hat sich dem menschlichen Grundbedürfnis bereits am letzten Olympia-Tag zugewandt. "Kochkünstlerinnen" hieß die Sendung des Landesstudios Vorarlberg, die Ausstrahlung endete am Sonntag hausfrauenfreundlich um elf Uhr - so ließ es sich hernach hochmotiviert ans eigene Kochkunstwerk schreiten.
Ob dabei Mann oder Frau am Herd stehen, ließ Haubenköchin Antonia Moosbrugger verlauten, macht keinen Unterschied. Frauen sind halt geduldiger und tun sich mehr an, aber sonst! Ähnlich unentschlossen im Umgang mit der Geschlechterfrage blieb es. Frauen, wurde verkündet, hätten zum Kochen einen anderen Zugang als Männer. Warum, blieb jedoch nebulös.
Womöglich lag es daran, dass einfach nur mit Frauen gesprochen wurde, mit Haubenköchin und Ernährungsexpertin, mit einer Gastgeberin lässiger Abendeinladungen oder mit einer, die Besuch von der "kulinarische Abenteuer" suchenden Sarah Wiener bekam. Nur ein Hobbykoch durfte ein paar Sätze loswerden. Die gemeine Hausfrau kam nicht vor.
Viel Erhellendes erfuhr man dafür über die abwesenden Männer. Sie kaufen anders ein als Frauen! Wobei das vielleicht bald ein Ende hat: Es gibt eine "Feminisierung der Esskultur", weiß die Ernährungsexpertin. Fleisch ist nicht länger Leitlebensmittel. Wirklich beantworten kann das die Geschlechterfrage auch nicht. Zum Glück ist noch Zeit dafür. Denn, so der tröstliche Schluss: "Kochen hört niemals auf." (Andrea Heinz, DER STANDARD, 13.8.2012)
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