Dauerdiskussion um Geldpolitik

12. August 2012, 18:52

Finnlands Premier will andere Mittel und Wege finden, die OECD kann sich einen Staats­anleihen­kauf hingegen gut vorstellen

Berlin - Finnland hat die Bereitschaft der Europäischen Zentralbank (EZB) kritisiert, zur Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise unter Bedingungen Staatsanleihen von Krisenländern aufzukaufen. "Das sehen wir sehr kritisch", sagte der finnische Ministerpräsident Jyrki Katainen dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Die EZB habe ja schon auf den Sekundärmarkt Staatsanleihen gekauft, und das habe jeweils nur kurzfristig geholfen. "Wir sind nicht antieuropäisch, wenn wir das ablehnen", sagte Katainen in dem am Sonntag veröffentlichten Interview. Es müssten andere Mittel und Wege gefunden werden.

"Die Lösungen müssen effizient und nachhaltig sein." Unterstützung erhielt die EZB für ihren Kurs hingegen von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Deren Generalsekretär Angel Gurria sagte, er erwarte, dass die Krise mit der neuen EZB-Politik beherrschbar bleibe.

Der EZB-Rat hatte Anfang August gegen den Vorbehalt des deutschen Bundesbankpräsidenten Jens Weidmann seine Bereitschaft zu weiteren Anleihekäufen erklärt, diese aber an die Bedingung geknüpft, dass Schuldenstaaten zunächst unter die Rettungsschirme müssten. EZB-Ratsmitglied Christian Noyer hatte am Donnerstag die Entschlossenheit der Zentralbank betont und gesagt, die EZB wolle bei einer Rettungsaktion für den Euro mit massiven Interventionen an den Anleihenmärkten in die Vollen gehen. "Unsere Operationen werden einen ausreichenden Umfang haben, um starke Wirkung auf die Märkte auszuüben", kündigte der französische Notenbankchef in einem Interview an. Die Zentralbank sei darauf vorbereitet, "sehr schnell" zu handeln und sich auf den Markt für kurzlaufende Staatspapiere zu konzentrieren.

OECD dafür

OECD-Generalsekretär Gurria sagte, EZB-Präsident Mario Draghi habe klar dargelegt, wie die Zentralbank mit dem Ankauf von Staatsanleihen die Krise entschärfen könne. "Und ich unterstütze seinen Kurs", fügte er in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" hinzu. "Die Spekulanten werden ihre Wette gegen den Euro verlieren, weil die EZB dann alle Register ziehen wird", sagte er voraus. Die Staaten, die Hilfe wollten, müssten ihren eingeschlagenen Reformkurs weiter verfolgen. "Die EZB-Unterstützung gibt ihnen die dafür nötige Zeit", sagte der OECD-Chef.

Der finnische Ministerpräsident bekräftigte auch seinen Widerstand gegen eine Banklizenz für den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM. Eine solche Lizenz würde bedeuten, dass es kein Limit mehr gebe. "Es würde die Belastung so hoch schrauben, dass die Hilfen nicht mehr glaubhaft sind. Ich glaube nicht, dass es einfache Tricks gibt, um die Krise zu lösen."

Italien und Frankreich sind dafür, die Feuerkraft des ESM durch die Vergabe einer Banklizenz zu stärken, mit der sich der Fonds Geld bei der EZB leihen könnte. Dies wird unter anderem auch von EZB-Präsident Draghi und der Bundesregierung abgelehnt. (APA, 12.8.2012)

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8 Postings
Die Geldpolitik gerät völlig außer Kontrolle. Jeder druckt Geld soviel er will!

GR Notenbank hat im Juli 45 Milliarden Euro selbst gedruckt! Weil die EZB keine Kredite mehr an GR gibt, druckt GR sich selbst die Euro.

https://quotes-global2.ubs.com/app/CGT/W... 4878647539

wohin fährt der Zug

wenn Banken mittels ESM rekapitalisiert werden, und der bargeldverkehr verboten wird, so haben die Banken gewonnen. Dann ist das Spiel aus.

Die Finnen, die Tun was!

Wenn ich könnt und dürft, würde ich gerbe nach der europäischen Einführung der Haftungs und Schuldenunion in Finnland wählen und Steuren bezahlen!

pack dich zusammen

und siedle hin, kein Problem. Nur, wirklich beruehmt ist die fin. Kueche nicht, deshalb habe ich das Mittelmeer gewaehlt

wenn man vom geld einmal absieht, als das einzige um das es ginge und die waren in den vordergrund stellt wirds deutlicher.
geld hat die funktion,ähnlich gewichten oder längeneinheite, den numerischen wert einer sache abzubilden (preis). über diesen preis entsteht eine lenkunswirkung wovon man sich verspricht, so der markt denn richtig funktioniert, eine optimale verteilung von resourcen hin zu dem was gut ist/benötigt wird. in den krisenländern kam es zu fehlallokationen, sie haben also nicht nachhaltig resourcen verteilt und müssen dies nun nachholen. fabriken bauen sich nicht über nacht. die stimmung um wagnisse einzugehen hängen stark von den zukunftserwartungen ab. dies bedarf es zu korregieren und das dauert. geld ist hier nur mittler

noch eine anmerkung. wenn man einigen ländern vorwirft, über ihren verhältnissen gelebt zu haben, dann muss es auch jemanden geben, der diese zu viel bereitstellte und somit unter seinen verhältnissen gelebt hat (deutschland). deutschland mag evtl. moralisch nicht so am pranger stehen, rein technisch trifft sie die gleiche schuld. dieses strukturelle problem gilt es zu überwinden. höhere löhne in deutschland geringere lohnsteigerungen im süden. wer systematisch unter seinen verhältnissen lebt ist im selben masse schuld.

Die Währungsunion ist auf der ganzen Linie gescheitert!

Ministerpräsident Vaclav Klaus: "The Eurozone has failed" Wallstreet Journal-Interview:
http://online.wsj.com/article/S... 8866.html)

GR bekam allein 750 Milliarden Euro: Sie nützten nichts. Parlamentspräsident Sulik http://www.unzensuriert.at/content/0... en-Zahlen.

"Europa braucht den Euro nicht" (T. Sarrazin).

Geldpolitische Ordnung kehrt in Europa erst ein, wenn jedes Land weder über seine eigene Währung verfügt und für seine Währungs- und Haushaltspolitik selbst verantwortlich ist. Hier die Gründe: http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=959

Sie haben es auf den Punkt gebracht: die Finanzhilfen haben keine Besserung gebracht. Wieso sollten nun weitere Hilfe jene Probleme lösen?

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