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Michael Reisecker filmt die Einwohner Österreichs mit einer Brillenkamera.
Wien - Ob bei Fernreisen, Dienstfahrten, Kurzurlauben oder mehrmonatigen Auszeiten: Der Bewegungsdrang im globalisierten Zeitalter ist enorm. Dieser fast schon verpflichtende Auftrag zur Mobilität gehört zu den markanten und eigenartig unwidersprochen akzeptierten Phänomenen der Gegenwart. Bei solch gebündeltem Willen zur Horizonterweiterung kann es schon passieren, dass nächstliegende Räume übersehen werden. Der oberösterreichische Dokumentarfilmer Michael Reisecker zum Beispiel bemerkte, nachdem er von Südostasien bis Neuseeland fast die ganze Welt bereist hat, dass er noch nie in Vorarlberg und auch nicht im Burgenland war.
Ein Jammer, denn andere Sitten und Bräuche finden sich schon innerhalb des heimischen Kulturkreises. Das beginnt etwa bei der Anrede. Im Oberösterreichischen ist es etwa üblich, den Nachnamen an erste Stelle zu setzen. So heißt es im Fall des oberösterreichischen Dokumentarfilmers Michael Reisecker korrekt und landestypisch "der Reisecker Michi".
In fünf Folgen Reiseckers Reisen macht sich also der Reisecker Michi ab heute, im Kulturmontag, 22.30, auf den Weg, die Nähe zu entdecken. Mit einer in seine Brille eingebauten Kamera steuert er im Bus Orte auf der Suche nach interessanten Menschen an. "Ich frage mich durch, ob es jemanden gibt, der etwas Besonders macht", erzählt der 29-Jährige.
Im oberösterreichischen Taufkirchen trifft der Reisecker Michi zuerst eine Schamanin, die ihre Heilkräfte spielen lässt und die sich der Reisende, staunend, als lausche er im fernen Nordamerika, erklären lässt. Von der Heilerin treibt es ihn zum Herrgottschnitzer bis zum folkloristischen Höhepunkt, der Rieder Messe ("Bundesfleckviehschau!). Kärnten, Vorarlberg, Niederösterreich und Wien stehen an den nächsten Montagen an. Dass noch nicht alle Bundesländer in Reiseckers völlig unzynischem Fragestil porträtiert werden, liege an der "knappen Sendezeit", sagt Reisecker.
Die Reisen des Xaver Gernstl haben ihn fasziniert, erzählt er. Wie dem bayrischen Dokumentaristen geht es bei Reiseckers Reisen darum, die ganz normalen Menschen zum Reden über ihre Welt zu bringen, ohne dass man selbst viele Worte machen müsste. Die Erzählungen seiner Gesprächspartner kommentiert er mit bodenständigem Charme, entweder "ma, lässig" oder "voi geil", und schon geht's weiter im Bus.
Den Job bei Borealis in Linz kündigte er, den Skilehrer gab er auf, die Brillenkamera erstand er über Ebay, und so machte er sich auf den Weg. Durch den Kontakt mit Geyrhalterfilm wurde das Projekt konkret. 2010 liefen erste Porträts im Kulturmontag. "Die Quoten war derartig gut, dass man gesagt hat, es muss weitergehen." Mehr als 200 Geschichten hat der gelernte Automechaniker und studierte Kunststofftechniker inzwischen gesammelt. Stoff für eine Fortsetzung ist somit vorhanden. (Doris Priesching, DER STANDARD, 13.8.2012)
"Kulturmontag", Montag, 22.30 Uhr, ORFeins
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Wie genau beeinflusst das deine Meinung zum Roadmovie über Österreichs Sitten? Womöglich sollte diese Generalisierung nur unterstreichen, dass man sich weitentfernten Ländern zuwendet, "die ganze Welt" bereist um schließlich zu erfahren, dass "die ganze Welt" doch neben uns anfängt; eine Übertreibung mit der erwünschten Wirkung einer Hyperbel in der Literatur. Um dem Ganzen Gewichtigkeit zu geben. Haaspalterei aus Langeweile nehm ich an. Die Roadmovies sind super, da sollte eine Generalisierung der Journalistin nicht deinem Hauptaugenmerk gelten.
das beeinflusst meine meinung zum roadmovie überhaupt nicht. und die erwünschte wirkung habe ich schon verstanden, allerdings ist das hier eine zeitung und nicht literatur und zitierter satz ergibt für mich keinen sinn. ganz einfach. haarspalterei. nicht nur, aber auch aus langeweile. hat mit dem roadmovie nichts zu tun. bin ein großer fan von xaver gernstl und somit auch gespannt auf den kulturmontag.
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