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Allez les Bleus!
London - Frankreichs Handballer haben den olympischen Gold-Coup von Peking wiederholt. Das Team um Superstar Nikola Karabatic gewann am Sonntag das olympische Finale gegen Schweden mit 22:21 (10:8). Bester Werfer bei Weltmeister Frankreich war vor rund 10.000 Zuschauern Michael Guigou mit fünf Toren.
Für die Skandinavier, die nach 1992, 1996 und 2000 auch ihr viertes Olympia-Finale verloren, traf Niclas Ekberg mit sechs Treffern vor den Augen von König Karl und Königin Silvia am besten. Er war mit 50 Toren auch bester Werfer des Turniers. Bronze hatte sich zuvor Kroatien mit einem 33:26 gegen Ungarn geholt.
Vor 12.000 frenetischen Zuschauern entwickelte sich von Beginn an ein hitziges Finale, in dem sich lange Zeit keine der beiden Mannschaften absetzen konnte. Auch weil Omeyer zunächst kaum einen Ball an die Finger bekam, führte Schweden schnell mit 5:3 (12.). Erst im letzten Drittel der ersten Halbzeit steigerte sich der haushohe Favorit und ging mit einer kanppen Führung in die Pause.
Auch im zweiten Abschnitt ließen sich die Schweden nicht abschütteln. Noch in der 47. Minute schnupperten sie an der Sensation (16:17). Doch Frankreich rettete den Sieg über die Zeit.
Die Franzosen waren mit einer gehörigen Portion Wut in das Turnier gegangen. Angestachelt vom peinlichen Vorrunden-Aus bei der EM im Januar in Serbien, wo die zuvor als unbesiegbar geltenden "Außerirdischen" erstmals nach acht Jahren das Halbfinale eines großen Turniers verpassten, gab es nur ein Ziel: den Olympiasieg. Bertrand Gille freute sich diebisch: "Das war eine Wahnsinnsleistung von unserem Team. Alle, die uns vorher als zu alt abgestempelt hatten, stehen jetzt ziemlich dumm da." Seit dem Olympiasieg 2008 gewann die Équipe Tricolore alles, was es im Welthandball zu gewinnen gibt. Unter Trainer Onesta wurde das Team zweimal Weltmeister (2009 und 2011) und Europameister (2010).
Sein Kollege, der Torhüter Thierry Omeyer, wurde als einziger Spieler wie vor vier Jahren erneut ins olympische All-Star-Team berufen. Der Isländer Aron Palmarsson wurde überraschend als bester Rückraumschütze auf der linken Position nominiert. Auf der rechten Seite wurde der Schwede Kim Andersson gewählt.
Karabatic steht als französischer Spielmacher in dem erlesenen Aufgebot. Bester Linksaußen ist der Schwede Jonas Kallmann, auf der anderen Seite wurde der Kroate Ivan Cupic gewählt. Der Spanier Julen Aguinagalde erhielt die Auszeichnung als bester Kreisspieler.
Für Omeyer und Les Bleus markierte das Endspiel gegen Schweden das Ende einer Ära. Die Spiele von London werden wohl nicht nur für den 35 Jahre alten Familienvater die letzten sein. Auch Abwehrchef Didier Dinart (35), Kapitän Jerome Fernandez (35) und die Brüder Bertrand und Guillaume Gille (36) dürften 2016 in Rio de Janeiro nicht mehr dabei sein. (APA/sid/red; 13.8.2012)
Handball, Männer: 1. Frankreich - 2. Schweden - 3. Kroatien - 4. Ungarn - 5. Island - 6. Dänemark - 7. Spanien - 8. Tunesien
Finale: Frankreich - Schweden 22:21 (10:8) Spiel um Bronze: Kroatien - Ungarn 33:26 (19:14)
Genau wie neun andere Spieler im Kader war Omeyer dabei, als der imposante französische Beutezug vor vier Jahren begann.
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