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Kairo - Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi baut die Militärspitze des Landes um und beansprucht für die Staatsspitze wieder die alte Machtfülle. Mursis Sprecher erklärte am Sonntag, unter anderem seien Verteidigungsminister Hussein Tantawi und Stabschef Sami Enan (Anan) mit sofortiger Wirkung von ihren Posten entbunden worden. Der neue Vize-Verteidigungsminister General Mohammed al-Assar sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Tantawis Entlassung sei in Rücksprache mit diesem selbst und dem Militärrat getroffen worden.
Zum Nachfolger Tantawis an der Spitze der Streitkräfte bestellte Mursi Feldmarschall Abdel Fattah al-Sisi. Der Offizier war 2010 aufgefallen, als er nach dem Armeeeinsatz gegen Protestierende auf dem Kairoer Tahrir-Platz die umstrittenenen Jungfräulichkeitstests verteidigte. Die Militärs hatten bei der gewaltsamen Räumung des zentralen Platzes am 9. März 2011 zahlreiche Frauen festgenommen.
Den Demonstrantinnen wurde eine Anklage wegen Prostitution angedroht. Sie mussten sich Leibesvisitationen durch männliche Soldaten unterziehen, Militärärzte überprüften ihr Jungfernhäutchen. Der neue Armeechef al-Sisi verteidigte damals diese unstrittene Praxis: die Jungfräulichkeitstests seinen notwendig, um die Armee vor Vergewaltigungsvorwürfen zu schützen, berichtete damals al Arabiya.
Sisi gehört bereits jener Generation von Stabsoffizieren an, die anders als Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi oder der ehemalige Luftwaffenpilot Mubarak an keinem der Kriege aktiv teilnahmen, in die Ägypten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verstrickt war. Er besuchte die Militärakademie und trat in die Dienste der Infanterie. Noch unter Mubarak wurde er Kommandant des Armeebereichs Nord mit Sitz in Alexandria.
Orden für Tantawi
Tantawi wurde zu Mursis Berater erklärt und erhielt zudem einen Orden. In Kairo gingen daher die Ansichten auseinander, ob es sich um einen Machtkampf Mursis mit dem Militär handelt, oder ob eine politische Vereinbarung dahinter steht.
Am Sonntagabend lobte Mursi in einer Ansprache die Rolle der Streitkräfte. In einer Rede im sunnitischen theologischen Institut al-Ashar in Kairo erklärte Mursi, er habe mit seinen Entscheidungen die Streitkräfte nicht "ins Abseits drängen" wollen. Er wolle für die Armee "nur das Beste", dass sie sich ihrer Aufgabe widme: "dem Schutz der Nation". Mit seinen Entscheidungen, die Armeespitze zu erneuern habe er niemanden an den Rand drängen oder "ungerecht" behandeln wollen, sondern "mit einer neuen Generation" in eine "bessere Zukunft" aufbrechen wollen, sagte Mursi.
Mursi hat zudem jene Verfassungszusätze für null und nichtig erklärt, die der damals regierende Militärrat kurz vor der Erklärung Mursis zum Sieger der Präsidentenwahl im Juni erlassen hatte. Die Verfassungszusätze hatten die Macht des Staatsoberhauptes zugunsten des Militärs deutlich eingeschränkt.
Außerdem ernannte Mursi zum ersten Mal seit seiner Amtseinführung Ende Juni mit Mahmoud Mekky (Mekki) einen Vizepräsidenten, der umgehend vereidigt wurde. Der Richter Mekky hatte sich als scharfer Kritiker des Systems des 2011 entmachteten Langzeitpräsidenten Hosni Mubarak einen Namen gemacht.
Ist nun der Machtkampf zwischen dem gewählten Präsidenten und den noch von Mubarak ernannten Generälen voll entbrannt? Eine klare Antwort auf die Frage gab es am Sonntag in Kairo nicht. Die Aufhebung der Verfassungszusätze wirkt juristisch besonders kühn. Nach allgemeiner Auffassung schien Mursi dazu schlicht nicht befugt. Erste Anzeichen deuten aber darauf hin, dass sich der Präsident nicht auf einen einsamen Alleingang eingelassen hat.
So ernannte er die von ihm in die Pension geschickten Armeeführer Tantawi (76) und Enan (63) im selben Atemzug zu seinen "Beratern". Ihre Pension wird ihnen außerdem durch die Verleihung des Nil-Ordens, einer der höchsten ägyptischen Auszeichnungen, versüßt. Ein Minimum an vorangegangenen Absprachen kann vorausgesetzt werden.
Mit den Verfassungszusätzen und der Auflösung des zur Jahreswende gewählten Parlaments hatte der Militärrat ungewöhnlich viel Macht in seinen Händen konzentriert. Mit der Direktwahl Mursis trat der Mangel an Legitimität, der dem Herrschaftsanspruch des Militärs anhaftete, besonders klar hervor. Es ist möglich, dass die Generäle dies zunehmend eingesehen haben.
Ob und welche diskreten Absprachen da im Hintergrund getroffen wurden, war am Sonntag noch nicht klar. Die Umbesetzungen in der Militärführung erfolgen inmitten einer Sicherheitsdebatte. Eine Woche zuvor hatten Extremisten auf der Halbinsel Sinai ägyptische Militärposten angegriffen, 16 Soldaten getötet und sogar die Grenze zu Israel durchbrochen. Staats- und Militärführung erlebten dies als die schwerste militärische Krise seit dem Mubarak-Sturz.
Dies führte aber auch dazu, dass Mursi und Tantawi einander fast täglich trafen - zu Krisensitzungen oder zum gemeinsamen Fastenbrechen im Ramadan bei den nun auch von Terroranschlägen gefährdeten Soldaten in ihren Schützengräben auf dem Sinai.
Mehrere hundert Menschen haben am Sonntag in Kairo die Ablösung der bisherigen Militärführung um Verteidigungsminister Mohammed Hussein Tantawi gefeiert. Auch in Alexandria kamen Hunderte zusammen, um den islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi zu unterstützen. Teilnehmer der Kundgebung erklärten, nun beginne eine neue Zeit, berichtete der Nachrichtensender Al Jazeera am Abend.
Mursi ist der erste frei gewählte Präsident Ägyptens. Er legte am 30. Juni vor dem Verfassungsgericht den Amtseid ab, nachdem er sich in der Stichwahl um das Präsidentenamt gegen seinen Kontrahenten Ahmed Shafik durchgesetzt hatte. Nach der Vereidigung Mursis vor dem Verfassungsgericht erfolgte auf einem Armeestützpunkt außerhalb der Hauptstadt Kairo auch die offizielle Machtübergabe durch Tantawi.
Die ersten Reaktionen in Israel auf die Entmachtung der alten Garde in Ägypten durch Mursi sind von Sorge und Zurückhaltung geprägt. Die Absetzung der israelfreundlichen Militärspitze durch Mursi und die Annullierung der Beschneidung seiner Befugnisse seien überraschend früh gekommen, schrieb die Zeitung "Jerusalem Post" am Montag. "Mursi will zeigen, wer Herr im Hause ist", fasste die Zeitung "Yediot Ahronot" zusammen. Die Regierung in Jerusalem sei besonders angesichts der Gewalt auf dem Sinai besorgt über die Entwicklung, die aber noch nicht ganz absehbar sei. (APA/Reuters, 12.8.2012)
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Salafist war am Sonntag vom ägyptischen Präsidenten entlassen worden
"Major General Abdel Fattah al-Sisi, of the Supreme Council of the Armed Forces (SCAF), said that ‘virginity tests’ had been carried out on female detainees in March to “protect” the army against possible allegations of rape, but that such forced tests would not be carried out again, according to Amnesty International."
http://www.alarabiya.net/articles/... 55060.html
Soweit das Originalzitat. Beachte das Tempus und übersetze richtig......
Ob daraus eine Verteidigung des mittelalterlichen Vorgehens abzuleiten ist (wie die Schlagzeile/der Artkel das nahelegt) oder doch eher eine Distanzierung von der damaligen Rechtfertigung, mögen die LeserInnen nun selbst beurteilen.
(langsame Demokratisierung unter Aufsicht des Militärs welches eine rel. Diktatur verhindert) hat wohl einen argen Dämpfer erhalten.
Obwohl ja auch in der Türkei - trotz all der Fortschritte, vor allem auch wirtschaftlicher Natur - nunmehr offenbar ja auch der Moment gekommen ist in dem die herrschende Partei ihr Mäntelchen immer mehr lüpft. Allerdings werden die uU noch bei einer Abwahl tatsächlich gehen.
IN Ägypten wars leider wahrscheinlich die letzte freie Wahl für Jahrzehnte.
bloedsinn.
jeder, der irgendwas gegen die islamisten sagt, wird eingesperrt. wenn eine stadt bei einer wahl signifikant nicht islamistisch waehlt lasst man ihre infrastruktur verfallen. im notfall faelscht man wahlen. das ist zwar bei papierwahlzetteln, wie wir alle wissen, absolut unmoeglich, wird aber trotzdem sehr oft gemacht.
mubarak hat das so aehnlich gemacht. am regierungssystem wird sich also nichts aendern. mubarak war halt ein liberaler diktator, der ein paar islamisten eingesprerrt hat, jetzt werden sie halt die westlich gesinnten einsperren.
jedenfalls: kein asyl fuer diese idioten. die haben an diesem umsturz gearbeitet, sollen sie halt jetzt beten lernen. gott hasst die vollidioten.
Kuba ist seit der Revolution wirtschaftlich nicht lebensfähig, dass Regime das große Töne von Unabhängigkeit spuckt ist im höchsten Maß auf Almosen angewiesen.
Das kommunistische Industriemodell ist unfähig, konkurenzfähige Waren herzustellen.
Landwirtschaftliche Produktiviät liegt am Boden, Kaffe und Grundnahrungsmittel werden auf einer ehemls agraisch ausgerichteten Insel importiert.
Wieso viele Typen ein Regime feiern, dass auf Mais und Getreidelieferungen aus dem US-Großhandel angewiesen ist, bleibt ein Rätsel.
Tourismus und billige Prostitution mit anderen Namen und sicheren Straßen dank Polizeistaat mögen für den Urlaub ein Segen sein ;)
Natürlich ein Wahnsinn aber trotzdem,
kühlen Kopf bewahren, welche Assoziationen wollen die Journalisten hier wecken?
Die Überschrift klingt so als hätte der Nachfolger Tantawis diese Worte JETZT gesagt, sozusagen als erste Amtshandlung. Das war aber 2010. Und es heißt im Grunde nichts anderes, dass jetzt eben wieder jemand vom Militär der Nachfolger Tantawis ist, und irgendwie logisch, es ist jemand, der die selben ultra-traditionell-unterdrückerischen Ansichten hat wie wahrscheinlich der Großteil vom Militär.
Es ist TROTZDEM ein Fortschritt, dass die Verfassungszusätze für nichtig erklärt wurden und dass das Militär jetzt weniger Rechte hat.
Der ganze Rest vom Artikel geht bei so einer "Schocknachricht" (diese "Tests) natürlich unter.
Es ist weiters unrealistisch, dass Mursi sozusagen mit einem Streich ALLE Leute ausgetauscht hätte.
Es sind weiterhin Leute vom "alten System" (oder wie immer man das dann nennt) dabei, auch Tantawi und Enand wurden eher mit einem Kunstgriff von ihren bisherigen Posten "weggelockt".:
"So ernannte er die von ihm in die Pension geschickten Armeeführer Tantawi (76) und Enan (63) im selben Atemzug zu seinen "Beratern". Ihre Pension wird ihnen außerdem durch die Verleihung des Nil-Ordens, einer der höchsten ägyptischen Auszeichnungen, versüßt."
Insgesamt will der Artikel suggerieren, dass alles in Richtung Rückwärtsgang in Ägypten geht und ich bin nicht sicher ob das wirklich stimmt.
...dachten wirklich, dass da etwas Besseres nachkommt. Revolutionen haben selten etwas mit der Freiheit zu tun, die wir hier im Westen meinen. Es ist einfach der der Hass auf ein gemeinsames Feindbild, das Menschenkonglomerate erzeugt. Unter dem Banner der Freiheit putschten sich auch die Nazis aufs Podest.
sie fuehren jedoch nur in den seltesten Faellen direkt zum Ziel. Russland, Aegypten - heck, selbst wir im Westen - naehern uns einer idealen Staatsform nur mit Babyschritten. Ohne Revolutionen jedoch waeren wir zum ewigen Stillstand verdammt. Von alleine gibt kein Maechtiger das Zepter aus der Hand.
Man beachte: in einer islamischen Militärdiktatur! Das wäre das Äquivalent zum katholischen Chile, und was da mit den Frauen getrieben wurde können Sie nachlesen.
Dass aber ein Mann, der diese grauenvollen Verbrechen an Demonstrantinnen, die einer Vergewaltigung nahekommen, nun zum Verteidigungsminister ernannt wird zeugt entweder von der Arroganz und Idiotie Mursies oder es war ein Ultimatum der Streitkräfte, so nach dem Motto: "entweder der oder wir putschen".
Auf jeden Fall kommt dieser Schritt wirklich überraschend.
typisch derStandard pfeifft auf Respekt und Toleranz und gibt das Foto einer >>eigentlich bedeckten, religiösen<< Frau halbnackt auf die Frontseite. Wenn Sie so geil darauf sind, dann könnt ihr das Bild verpixeln.
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