Gleisbauzug auf gesperrter Brennerbahn abgestürzt

  • Der 80 Tonnen schwere Gleisbauzug hatte sich offenbar wegen einer nicht richtig angezogenen Bremse selbstständig gemacht.
    foto: apa/zeitungsfoto.at/daniel liebl

    Der 80 Tonnen schwere Gleisbauzug hatte sich offenbar wegen einer nicht richtig angezogenen Bremse selbstständig gemacht.

Garnitur hatte sich in den Morgenstunden selbstständig gemacht

Innsbruck - Auf der wegen Sanierungsarbeiten noch bis 10. September gesperrten Brennerbahnlinie in Tirol hat sich am Sonntag in den frühen Morgenstunden ein spektakulärer Zwischenfall ereignet. Ein Gleisbauzug entgleiste gegen 6.00 Uhr früh bei Patsch südlich von Innsbruck. Einer der drei Waggons stürzte in die Sillschlucht, ein Zweiter blieb am Hang liegen. Verletzt wurde bei dem Zwischenfall niemand, teilten die ÖBB mit. Das 80 Tonnen schwere Gefährt hatte sich offenbar wegen einer nicht richtig angezogenen Bremse selbstständig gemacht.

Das herrenlose Fahrzeug war eigentlich am Bahnhof Matrei abgestellt und gegen 5.30 Uhr früh in Richtung Innsbruck unterwegs. Aus dem nach rund zehn Kilometer Fahrtstrecke bis zum Sillfluss abgestürzten Zugteil trat Dieselöl aus, das von der Feuerwehr gebunden werden musste. In der Sill wurde ein Wehr errichtet, um eine Verunreinigung des Wassers zu verhindern.

Hubschrauber im Einsatz

Die Bergung der Gleisbaumaschine gestaltet sich schwierig. Am Montag wollten die ÖBB zwei Hubschrauber einsetzen, die jeweils bis zu zwei Tonnen transportieren können. Unklar war, ob die bis in die Sill abgestürzte Schweißmaschine in Einzelteile zerlegt werden muss, um das Wrack entfernen zu können. Die Arbeiten unter anderem auch zur Sanierung beschädigter Kommunikationseinrichtungen an der Gleisanlage werden voraussichtlich bis Donnerstag dauern, teilte ein ÖBB-Sprecher mit.

Vorerst konnte nur der am Gleis verbliebene Teil der Gleisbaumaschine nach Innsbruck gebracht werden. Ein Waggon befand sich am Hang, die Schweißmaschine am Sillufer.

Der selbstfahrende Gleisbauzug gehört einer privaten Baufirma, die im Auftrag der ÖBB die Sanierungsarbeiten der aus dem 19. Jahrhundert stammenden Strecke durchführt. Die Bahnlinie selbst ist wegen dieser Sanierungsmaßnahmen derzeit für jeden Güter- und Personenverkehr gesperrt. (APA, 13.8.2012)

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in diesem land zahlt es sich eben nicht aus,

sich selbstständig zu machen. das kommt davon...

Interessanter Satz...

"Das herrenlose Fahrzeug war eigentlich am Bahnhof Matrei abgestellt und gegen 5.30 Uhr früh in Richtung Innsbruck unterwegs."

Grübel, grübel...

Mach es zu deinem Projekt.

Dann soll der Zug zeigen was er kann und aus seiner Schräglage einfach ein neues für ihn befahrbares Gleis machen :P

Riesen-Schlamperei!

früher gab´s so Schienenschuhe....haben mich als Kind schon fasziniert.....aber bei 80 Tonnen braucht man sowas nicht. Also echt, Verantwortlicher möcht´ ich keiner sein.

Die Dinger heißen heute entweder Sperrschuh (fix montiert) oder Hemmschuh (mobil). Beides gibt es heute noch. Da das Fahrzeug aber wahrscheinlich jeden Tag im Einsatz sein sollte, wurden nur die Handbremsen angezogen (sollte ja mehr als ausreichend sein). Da hat dann jemand offenbar geschlampt, war aber selbst der Ansicht, dass er alles richtig gemacht hat und hat es auch so weiterkommuniziert. Er hat es nur vergessen Isaac Newton zu sagen.

Muss nicht unbedingt die Schuld des Zugführers gewesen sein.
Wenn ich mir somanche Unfälle ansehe bzw. erzählen lasse!

- Buss der ÖBB macht sich nach ordnungsgemäßem Abstellen des Fahrzeuges selbstständig.
- Daraufhin werden bei den Bussen Warnsummer nachgerüstet, um ein Vergessen bezüglich aktivieren der Feststellbremse zu verhindern.
- Fahrer stellt Bus mit Warnsummer ab, aktiviert die Feststellbremse und verlässt den Buss (kein Summen wahrnehmbar!) Von einem Passanten angesprochen dreht sich der Fahrer um und kann gerade noch zusehen wie der Bus (zum Glück nur) in den nächsten Laternenmast rollt.

Zugführers - das ist der "Chefschaffner"

im unterschied zum Lok- bzw Triebfahrzeugführer - auch "Radltreiber genannt" - das ist auch der, der fürs ordnungsgemäße Abstellen sorgt

Bedaure, aber im Vergleich zu manchen privaten Unternehmen, die Linien in Verkehrsverbünden betreiben sind die Postbusse sehr versorgt.

Link: http://www.bahnlinzforum.com/viewtopic... =26&t=1207

"Er hat es nur vergessen Isaac Newton zu sagen."

Und Murphy.

(http://de.wikipedia.org/wiki/Murp... ys_Gesetz)

Technisch unzureichend ausgerüstet ?

Ich würde erwarten, dass jeder Führerstand eine Totmanneinrichtung besitzt, die bei unbesetzten Führerstand die Bremnsen automatisch anzieht.

Da hat man wohl am falschen Platz gespart.

Ich frage wirklich aus Interesse: was bringt eine Totmannsicherung bei einem unbesetztem Zug?

Totmann ist bei Wartungs/Baufahrzeugen nicht erforderlich. Bei dem Gewicht stark anzunehmen das es ein hydraulisches Bremsystem ist, wenn abgestellt mit einer mechanischen Bremse zu sichern.....und da hat wohl jemand was vergessen. Shit happens.

Auch wahr. Sollte es ein pneumatisches System mit Federspeicher gewesen sein ist es auch mö glich das die Federn einfach verschlissen bzw gebrochen waren, da kann der Fahrer dann nix dafür. Und es gibt sehr wohl Schienenfahrzeuge mit Federspeicher, nicht nur an Wartungs- oder Baufahrzeugen, ist im LRT Bereich sogar recht gängig.

Muss nicht einmal vergessen worden sein so wie manche Gerätschaften gewartet werden.

Die diversen Sicherheitseinrichtungen können nur wirken wenn das Triebfahrzeug im Betrieb ist. Darum sind abgestellt Triebfahrzeuge und Waggons auch gegen entrollen zu sicheren (Handbremse, Bremsschuhe).

Die roten Stricherln versteh ich nicht. Ich war eigentlich auch der Meinung, dass auch Arbeitsfahrzeuge mit solchen Sicherheitsmaßnahme ausgestattet werden müssten.

rote stricherl bekommt man meist (sofern es sich nicht um die üblichen bashing-foren handelt) weil der inhalt falsch ist. sie dürfen sich jetzt daraus ableiten, wie richtig der inhalt des postings ist. wenn ein flugzeug am boden leer stehend vom wind in ein gebäude geschoben wird, ist dann der autopilot schuld?

Ist doch schön, dass man immer wieder dazulernen kann- so wie durch das Posting von Unterwegs in Österreich unten. Und nicht nur blöde Vergleiche vor die Nase geknallt kriegt.

sie werden's sicherlich überleben. wenn der erstposter auch noch, statt einfach zu fragen ob das so funktioniert wie er das glaubt, gleich mutmaßungen anstellt und damit wen beschuldigt, dann darf er sich über rote stricherl und blöde antworten net wundern - wer blöd fragt kriegt auch blöde antworten.

Auch bei normalen Eisenbahnfahrzeuge

funtkioniert die totmanneinrichtung nur im Betrieb. Da die Bremsanlage mit Druckluft arbeitet ist sie bei länger abgestellen Fahrzeugen unzuverlässig, weil immer irgendwo Druckluft leicht entweicht (die im Betrieb durch den Luftpresser ergänzt wird). Daher ist es verboten, Eisenbahnfahrzeuge ohne Sicherung längere Zeit abzustellen. Es ist in diesen Fällen vorgeschrieben, das Fahrzeug bzw. den Zug durch das Anziehen einer je nach Gewicht bestimmten Anzahl von Handbremsen und/oder einer bestimmten Anzahl von Hemmschuhen vor dem Entrollen zu sichern.

Na sowas, und ich dachte dass die Bremsen beim Zug ähnlich wie beim LKW durch den aufgebauten Druck in der Leitung entlastet werden und erst dann ein fahren ermöglicht wird um genau solche Fehler zu vermeiden. Tja so kann man sich täuschen

Sicher!?

Ihnen ist schon klar, daß Druckluft die Bremse ÖFFNET. Fehlt der Druck, beißt die Bremse zu!

Deswegen kann ein Zug nach einer Notbremsung auch nicht einfach weiterfahren - da dürfen die Kompressoren erst mal wieder Druck für den ganzen Zug aufbauen, bevor die Bremsen aufgehen.

Heißt jetzt nicht, daß man einen Zug nicht dennoch sichern muß. Hat aber relativ wenig mit Druckluft zu tun...

nicht ganz richtig:

eisenbahnbremsen haben keinen federspeicher wie lkws, die bremsung erfolgt durch druckluft in den hilfsluftbehältern in den waggons. das heißt: waggon nicht in betrieb/an lokomtive angehängt - keine druckluftversorgung - keine druckluft im hilfsluftbehälter - keine bremsung.

siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Druc... senbahn%29

Wikipedia aus Ihrem Link "Prinzipieller Aufbau und Wirkungsweise"

So wie ich das verstehe ist es sehr wohl so, dass die Bremse bei fehlendem Druck bremst. Warum?
Vieleicht deshalb:
Zitat: "Die Bremse ist gelöst (inaktiv), wenn alle Hilfsluftbehälter gefüllt sind und in der Hauptluftleitung der Regelbetriebsdruck herrscht"

Und es würde auch wesentlich mehr Sinn machen, die Hemmschuhe nur aus präventivmaßnahme heraus zu verwenden, da ein technischer Defekt nie ganz ausgeschlossen werden kann.

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