SPÖ wünscht sich von der ÖIAG einen Plan

12. August 2012, 09:43
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Die SPÖ fordert von der staatlichen Industrieholding ÖIAG vor der Entscheidung über den Nachfolger ein Konzept

Wien  - Die SPÖ fordert von der staatlichen Industrieholding ÖIAG die Vorlage eines Zukunftskonzepts vor der Entscheidung über den Nachfolger des zurückgetretenen Alleinvorstands Markus Beyrer. Derzeit würden die Kandidaten nur auf Nähe zu Parteien und Verbänden hin untersucht, kritisiert SP-Finanzstaatssekretär Andreas Schieder im APA-Interview. Nötig wäre aber zuerst ein "Zukunftskonzept" für die Holding, die die Staatsanteile an OMV, Telekom und Post verwaltet, und erst danach ein dazu passender Vorstand, betont der SP-Staatssekretär.

Zuletzt hat die SPÖ die Auflösung der ÖIAG und die direkte Verwaltung der Staatsanteile durch die Regierung gefordert. Schieder rückt nun von dieser Idee ab und fordert ein neues Konzept für die ursprünglich zur Privatisierung der ehemaligen Staatsindustrie eingerichtete Holding, zumal der Verkauf der verbleibenden Staatsbeteiligungen für die SPÖ ohnehin nicht infrage komme. "Den jetzigen gesetzlichen Auftrag - Privatisierungsholding - wird's mit uns nicht spielen, daher kann man sich gleich etwas neues überlegen."

Standort- statt Staatsholding

Vorstellen kann sich Schieder die Umwandlung der ÖIAG in eine staatliche "Standortholding". Diese könnte "Schlüsselunternehmen" unterstützen, die in eine "ökonomische Schieflage" gekommen sind. Möglich wäre auch die Förderung von Jungunternehmern bei der Entwicklung ihrer Produkte zur Marktreife.

Der ÖIAG-Aufsichtsrat entscheidet am 7. September über die Nachfolge Beyrers. Beworben haben sich fünf Kandidaten, darunter Ex-AUA-Vorstand Peter Malanik, der steirische Ex-ÖVP-Landesrat Herbert Paierl, Raiffeisen-Managerin Michaela Steinacker sowie Evotec-Vorstand Werner Lanthaler und Ex-HP-Chef Rudolf Kemler. Schieder kritisiert, dass es derzeit nur darum gehe, welchem Verband oder welcher Partei mögliche Kandidaten nahe stünden: "Die IV hat gesagt, sie hält sich raus - die ÖVP hat das noch nicht gesagt." (APA, 12.8.2012)

  • Zuletzt hat die SPÖ die Auflösung der ÖIAG gefordert.
    foto: standard/urban

    Zuletzt hat die SPÖ die Auflösung der ÖIAG gefordert.

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