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Buenos Aires - Der ehemalige Finanzstaatssekretär der argentinischen Militärdiktatur (1976-83) Juan Alemann wurde wegen Nichtanzeige von Menschenrechtverletzungen angeklagt. Alemann soll 1980 einen verschleppten Regimegegner in dem berüchtigten Haftlager der Marineschule ESMA aufgesucht haben. Der damalige Finanzsekretär habe den bis heute verschwundenen Orlando Ruiz zu einem Anschlag befragen wollen, dem er im Jahr davor unverletzt entgangen war. Das habe der Untersuchungsrichter Sergio Torres festgestellt, berichtet die Zeitung "La Nación" (Samstag) in Buenos Aires.
Alemann habe die systematischen Menschenrechtsverletzungen der Diktatur wenigstens im Fall Ruíz feststellen können, der angekettet in der Folterkammer der ESMA gelegen sei. Der heute 84-jährige Alemann habe es unterlassen, sowohl die illegale Behandlung von Ruiz als auch die Existenz des geheimen Haftlagers anzuzeigen, wozu er als Funktionär verpflichtet gewesen sei, befand Torres.
Die Anklage beruht auf zwei Zeugenaussagen von Mithäftlingen in der Marineschule. Alemanns Verteidiger beanstandeten, dass einer der Zeugen ihn erst mit seinem Bruder, dem ehemaligen Wirtschaftsminister Roberto Alemann, verwechselt habe, während der andere sich nur auf Aussagen von Dritten berufe. Juan Alemann ist Mitherausgeber der deutschsprachigen Wochenzeitung "Argentinisches Tageblatt".
Unter der argentinischen Militärdiktatur wurden nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen 30.000 Menschen umgebracht oder verschwanden spurlos. (APA, 11.8.2012)
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