Gegenwind für Löw nach Wiese-Ausbootung

Hoffenheim-Trainer Babbel kritisiert schlechten Stil des Teamchefs: "Was soll das denn?"

Köln - Trainer Markus Babbel von Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim hat den deutschen Teamchef Joachim Löw wegen der Art der Ausbootung seinesTormanns Tim Wiese aus scharf kritisiert. "Wie man Tim behandelt hat, ist nicht okay. Ich erwarte, dass der Cheftrainer so etwas selbst sagt und nicht seinen Assistenten schickt. Als Chef muss man auch unangenehme Gespräche führen", sagte Babbel der Bild-Zeitung. Er reagierte damit auf die Nichtberücksichtigung des Ex-Bremers für das erste Saison-Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft am kommenden Mittwoch gegen Argentinien.

Babbel betonte zwar, dass man die Entscheidung des Bundestrainers akzeptieren müsse, der Umgang mit dem Spiler könne er aber in keinster Weise nachvollziehen. Der 30-Jährige, bei der EM in der Ukraine und Polen noch als Ersatztorhüter im deutschen Aufgebot, war von Tormann-Trainer Andreas Köpke und Löws rechter Hand Hansi Flick darüber informiert worden, dass die sportliche Leitung mit Blick auf die WM 2014 in Brasilien künftig auf jüngere Torleute setzt. Dies war gleichbedeutend mit dem Ende der Nationalmannschafts-Karriere von Wiese, der sechsmal für Deutschland gespielt hat.

Babbel: "Wenn Jogi das als Chef sagt, dann muss er selbst kommen. Tim war fünf Jahre in der Nationalmannschaft, ist ein verdienter Spieler und ein Gesicht der Bundesliga. Und dann schickt er seine Assis - was soll das denn?"

Babbel will dem Bundestrainer bei nächster Gelegenheit seine Meinung auch persönlich sagen: "Wenn ich ihn treffe, werde ich ihm das genau so sagen. Aber jetzt ist das Kind im Brunnen gelandet. Dabei dachte ich, man hätte nach dem Fall Ballack beim DFB was gelernt." Auch das Ende der Teamkarriere des ehemaligen Kapitäns war von atmosphärischen Störungen überschattet gewesen. (sid/red, 11.8. 2012)

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