Ex-Fußball-Star Kaladse zu hoher Geldstrafe verurteilt

Wegen "Verletzung des Wahlgesetzes" - Behörden vermuten illegale Finanzierung der Opposition

Tiflis - Der frühere georgische Fußball-Star und nunmehrige Oppositionspolitiker Kacha Kaladse ist am Freitag von einem Gericht in Tiflis zu einer Geldstrafe von umgerechnet 8,4 Mio. Euro verurteilt worden. Dem früheren Kapitän der Nationalmannschaft war von den Finanzbehörden seines Landes eine Verletzung des Wahlgesetzes vorgeworfen worden.

Kaladse wurde beschuldigt, von seinem Bankkonto 1,6 Mio. Euro abgezogen zu haben, ohne die erforderlichen Informationen über die Bestimmung des Geldes zu liefern. Die georgischen Behörden vermuten, dass Kaladse als Mitglied des vom Milliardär Bidsina Iwanischwili angeführten Oppositionsbündnisses "Georgischer Traum" die Gegner des Regimes von Präsident Micheil Saakaschwili vor den Parlamentswahlen im Oktober illegal finanzieren wollte.

Vermögen konfisziert

Das Gericht entschied auch, die Vermögenswerte von Kaladse, einschließlich seiner Aktien und Immobilien zu konfiszieren. Kaladse wies alle Vorwürfe der illegalen Parteienfinanzierung zurück. Er beschuldigte Saakaschwili, ihn mit einer Kampagne diskreditieren zu wollen. Der 34-Jährige hatte während seiner aktiven Laufbahn als Verteidiger unter anderem für Dynamo Tiflis, Dynamo Kiew und den AC Milan gespielt.

Iwanischwili wiederum war seinerseits bereits im Juni wegen angeblicher Verstöße gegen das Wahlgesetz zu fast 40 Mio. Euro Strafe verurteilt worden. Das Vermögen des Oppositionspolitikers wird auf gut fünf Milliarden Euro geschätzt. Er gilt als reichster Mann Georgiens.

Dem 56-Jährigen werden Ambitionen nachgesagt, 2013 den amtierenden Präsidenten Saakaschwili abzulösen. In Umfragen für die Parlamentswahl im Oktober liegt sein Bündnis aber hinter der Partei Saakaschwilis zurück. Seit seinem Eintritt in die Politik wurde er bereits wiederholt wegen Gesetzesverstößen verurteilt. Er bezeichnete die Urteile stets als politisch motiviert.

Gemäß der Verfassung darf Saakaschwili 2013 nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren. Allerdings argwöhnt die Opposition, dass er Ministerpräsident werden will. Regierungsgegner werfen Saakaschwili zunehmend autoritäre Methoden vor. Im August 2008 hatte er den für sein Land desaströsen Südkaukasus-Krieg gegen Russland entfesselt. (APA, 10.8.2012)

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