Gezeter über Geldverschwendung - und wo wirklich geprasst wird

Die ewig gleichen Klagen über Forschungsausgaben werden von Florian Freistetter in aktuelle Relationen gesetzt


Provokante Fragen aus der wissenschaftsfeindlichen Ecke: "Zwei Milliarden Euro für ein paar Fotos von rotem Kies - ist das gerechtfertigt?" (Quelle: APA/EPA/NASA/JPL-Caltech)

Es ist das alte, hässliche Lied, das jedes Mal wieder ertönt, wenn ein wissenschaftliches Projekt begonnen wird oder Erfolge bzw. Misserfolge vorzuweisen hat: "So eine Geldverschwendung, wo die Mittel an anderer Stelle doch viel nötiger gebraucht werden!" - so geht in etwa eine seiner bekanntesten Strophen. Aktuell hat die geglückte Landung des NASA-Marsrovers "Curiosity" auch bei uns die (stets gleichen) Personen hervor gelockt, um ohne allzu viel erkennbares Faktenwissen, dafür aber umso lauter, die rund zwei Milliarden Euro zu beklagen, die ausgegeben wurden, um den Hightech-Roboter auf den Roten Planeten zu schaffen und "ein paar Steine zu fotografieren". Entsprechende Beispiele lesen Sie hier, hier oder hier.

Um diese sicherlich nicht geringe Summe ein wenig in Relation zu setzen, hat Florian Freistetter in seinem Blog "Astrodicticum Simplex" die "Curiosity"-Kosten der NASA einigen anderen Aufwendungen gegenüber gestellt. Beispielsweise hat man in London für die diesjährigen Olympischen Spiele rund 11 Milliarden Euro an öffentlichen Geldern ausgegeben. Dafür hätten fast sechs Marsrover losgeschickt werden können. Noch krasser fällt der Vergleich mit den globalen Militärausgaben aus: Für die 2011 in den militärischen Sektor investierten 1.411 Milliarden Euro hätten täglich zwei "Curiositys" auf ihre Reise geschickt werden können.

--> Astrodicticum Simplex: Wissenschaft vs. Sport - Über scheinbare Geldverschwendung und Dinge, die wirklich teuer sind

(red, derStandard.at, 14.8.2012)

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